In der Graf-Stauffenberg-Kaserne in Sigmaringen gibt es Unterkünfte für rund 1500 Soldaten. Der Landkreis wirbt aktiv um die Verlegung des Jägerbataillon 292 von Donaueschingen nach Sigmaringen. Foto: Kaestle

Landkreis Sigmaringen hätte Soldaten gerne in Stauffenberg-Kaserne. Landrat schickt Brief an Bundesverteidigungsministerium. 

Sigmaringen/Donaueschingen - Die Entscheidung im französischen Verteidigungsministerium, das 110. Infanterieregiment abzuziehen, weckt andernorts Begehrlichkeiten, das verbliebene deutsche Jägerbataillon 292 zu sich zu holen. Seit gestern streckt, wie berichtet, auch Sigmaringen sein Hände nach den Donaueschinger Soldaten aus.

Nachdem Meßstetten die Donaueschinger gerne hätte, meldet auch Sigmaringen sein Interesse an: In der Graf-Stauffenberg-Kaserne sind derzeit noch die Soldaten der 10. Panzerdivision stationiert wie auch kleine Teile anderer Truppeneinheiten. Vor einigen Jahren fiel schon einmal ein Teil der dort stationierten Dienstposten den Sparmaßnahmen zum Opfer, als an dem Standort die Flugabwehr abgezogen wurde; der Standort war geschwächt

Im Sommer 2014 soll nun auch die verbliebene 10. Panzerdivision komplett aufgelöst werden. Neu formieren wird sie sich in Veitshöchheim bei Würzburg. Die Kaserne in Sigmaringen würde dann leer stehen, die Stadt einen wichtigen Wirtschaftsfaktor und Arbeitgeber für den Zivilsektor verlieren. "Der Landkreis ist ein sehr bundeswehraffiner Standort", äußerte sich Lars-Patrick Berg, der Pressesprecher des Sigmaringer Landrats, auf Anfrage. Nach seinem Kenntnisstand wurde ein Großteil der Unterkünfte für viel Geld saniert. Somit verfüge der Standort über Unterkünfte für Mannschaften und Offiziere wie auch über Hallen, in denen Panzer und andere Gerätschaft untergebracht werden können. Darüber hinaus gibt es einen Truppenübungsplatz direkt an der Kaserne. Zudem gäbe es noch ein etabliertes Fachsanitätszentrum mit über zehn Ärzten. Lars-Patrick Berg fasst zusammen: "Ein schönes Angebot für die Donaueschinger Jäger."

Der Landrat Dirk Gaerte hat die Vorteile des Standorts Sigmaringen bereits bei den entsprechenden Stellen vorgebracht. Laut Pressesprecher Berg schrieb man entsprechende Briefe an das Bundesverteidigungsministerium in Berlin, an die Stuttgarter Staatskanzlei wie auch an verschiedene Lokal- und Bundespolitiker. Gestern wurde zudem die offizielle Pressemitteilung herausgegeben, im Folgenden ein Teil des Wortlauts: "Mit dem Abzug von fast 1000 französischen Soldaten aus Donaueschingen ist auch der Verbleib des deutschen Jägerbataillons 292 ungewiss. Im Rahmen der Auflösung der 10. Panzerdivision im nächsten Jahr könnte eine sofortige Nachbelegung der Sigmaringer Graf-Stauffenberg-Kaserne durch das Donaueschinger Jägerbataillon erfolgen. Alles in allem sind viele Millionen Euro bei dieser Lösung zu sparen. In den nächsten Tagen wird der Landkreis mit dem Ministerpräsidenten, dem Verteidigungsminister und Politikern Kontakt aufnehmen, um ein für den Standort Sigmaringen zukunftsfähiges Ergebnis in dieser Sache zu erzielen." 

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