Endstation: Am Ende des Shakespeare-Spaziergangs vor dem Fischhaus im Schlosspark arrangiert sich die widerspenstige Katharina (ganz rechts, Carolin Hauger) mit den Umständen und hält eine bemerkenswerte Ansprache. Fotos: Klitzsch Foto: Schwarzwälder-Bote

Jugendtheater SOVA spielt "Der Widerspenstigen Zähmung" vor wunderschönen Kulissen im Schlosspark

Von Michael Klitzsch Donaueschingen. Einen Spaziergang durch den grünenden Donaueschinger Schlosspark und feines Shakespeare-Theater – es war eine feine Verbindung, die das Jugendtheater SOVA da am Samstag erstmals strickte. Und das Wetter spielte auch mit.Schöner hätte es kein Kulissenbauer hinbekommen: Die Idee der SOVA-Crew ("Spot On – Vorhang auf"), Shakespeare-Theater als Schlosspark-Spaziergang zu inszenieren, entpuppte sich als genialer Einfall. Ob vor der Musiktage-Installation, der prächtigen Hochzeitsstatue, dem Denkmal für Emilia Galotti oder dem Kalliwoda-Gedenkstein, an den der Jüngling Petruchio (Martin Schaller) wie an eine schwere Tür klopfte – Kostüme, Dialoge und der grünende Schlosspark harmonierten hervorragend. Um so mehr, da das Wetter zur Premiere am Samstag sonniger wohl nicht hätte sein können. Da war es fast schon schade, dass der zweite Teil vor dem Fischhaus wie "herkömmliches" Open-Air-Theater daherkam.

 

Doch nicht nur die einmalige Kulisse überzeugte: Die rund 70 Zuschauer konnten sehen, dass das junge Ensemble die nicht immer einfachen Shakespeare-Zeilen eifrig gepaukt hatte: Die Texte saßen, die großen Gesten auch – von der widerspenstigen Katharina (Carolin Hauger) über ihre umschwärmte jüngere Schwester Bianka (Natalie Hermann) bis hin zu den konkurrierenden Jünglingen Lucentio und Hortensio (Martin Scheffel und Julius Schlumberger). Besonders gelungen war auch der Auftritt der beiden Theaterdirektoren (Sarah Fritschi und Johanna Löffler), die nicht nur durch den Park führten, sondern auch mit feiner Zynik die Szenen einordneten.

Stimmungsvoll begleitet wurde das Bühnenspiel am Fischhaus vom BlockflötenEnsemble der Musikschule.

Die tolle Premiere wurde belohnt: Am Sonntag strömten nochmals deutlich mehr Zuschauer zum Shakespeare-Theater. Weitere Aufführungen gibt es am nächsten und übernächsten Wochenende, 14./15. und 21./22. Mai. Treffpunkt ist jeweils um 14.30 vor dem Museum Biedermann.