Warum sehe ich diesen Hinweis?

Sie sehen diesen Hinweis, weil Sie einen Adblocker eingeschaltet haben oder im privaten Modus surfen. Deaktivieren Sie diesen bitte für schwarzwaelder-bote.de, um unsere Artikel ohne diesen Hinweis lesen zu können.

Mehr zum Thema Adblocker / Privater Modus und wie Sie diesen deaktivieren, finden Sie, indem Sie auf deaktivieren klicken.

Deaktivieren

Donaueschingen Rauchmelder-Bande nur Schwindel

Von
Mit dieser Botschaft werden Menschen aus der Region alarmiert. Foto: SK

Donaueschingen/Hüfingen/Bräunlingen - Eine Nachricht über vermeintliche Betrüger, die aktuell auf der Baar tätig seien, sorgt seit einigen Tagen für Aufregung. Über Whatsapp und die sozialen Netzwerke wird sie verbreitet.

Dort heißt es: "Wir bekommen gerade Meldung intern von der Feuerwehr, es sind Leute unterwegs, die sich von Haus zu Haus durcharbeiten und kontrollieren wollen, ob die jetzt seit Januar gesetzlich vorgeschriebenen Rauchmelder vorhanden sind...nicht rein lassen und Polizei rufen. ...eine organisierte Verbrechen Bande!!!" (sic)

Dann folgt der Aufruf: "Weiter posten!! Bitte lasst keinen rein!!! BITTE ZAHLREICH TEILEN." Nur: Bei den vermeintlichen Warnungen vor Verbrechern, die sich als Rauchmelder-Kontrolleure ausgeben, handelt es sich um einen Kettenbrief, der seit mindestens 2016 kursiert. Besonders zu jener Zeit, als die Rauchmelder gesetzlich vorgeschrieben wurden. Entsprechend hat auch das Polizeirevier Donaueschingen keine Kenntnis solcher Vorfälle, die aktuell sind: "Das kann durchaus eine Fake-Meldung sein. Sie ging etwa auch über Facebook rum", sagt Dieter Popp, Pressesprecher des Polizeipräsidiums Tuttlingen. Er selbst habe die Meldung auch schon zugeschickt bekommen. "Das Thema ist auch über die Leitstelle aufgelaufen. Tatsächlich angerufen und solch einen Fall gemeldet hat jedoch niemand", so Popp. Davon betroffen seien auch andere Landkreise. Über solch ein Vorgehen gibt es also – zumindest aktuell – keine konkreten Anhaltspunkte.

Im Text wird die Feuerwehr erwähnt

Im Text wird die Feuerwehr erwähnt, die jedoch auch keine Kenntnis davon hat: "Ich kann keinen speziellen Fall nennen, mir ist da nichts bekannt", sagt Edgar Schiesel, Gesamtkommandant der Feuerwehr Donaueschingen. Auch Markus Ziganczuk, Kommandant der Hüfinger Feuerwehr, hat eine entsprechende Nachricht erhalten: "Ich habe eine Mail weitergeleitet bekommen, ob falsch oder echt kann ich nicht sagen", erklärt er. Allerdings gebe es Indiz dafür, dass es sich um eine Falschmeldung handle: "Im Text ist die Rede davon, dass die Rauchmelder-Pflicht seit Januar besteht. Entweder ist das falsch, oder der Text ist veraltet." In Baden-Württemberg gilt die Rauchmelderpflicht für Neu- und Umbauten bereits seit Juli 2013, für Bestandsbauten seit Ende 2014. Ziganczuk hat die Nachricht nicht weitergeleitet. Auch der Bräunlinger Feuerwehrkommandant Martin Frey hat von keinen aktuellen Ereignissen gehört. Dass Falschmeldungen umgehen, komme jedoch vor: "Das gibt es ab und zu, dass so etwas losgetreten wird."

Knackpunkt an der Sache ist jedoch, dass es eben tatsächlich Leute gibt, die mit dieser Masche unterwegs sind, nur eben nicht momentan auf der Baar: "Das ist kontraproduktiv. Wir haben vermehrt solche Phänomene, wie etwa den Enkeltrick oder falsche Polizisten. Wenn dann noch so etwas dazukommt, werden die Leute davon überflutet", sagt Popp. Dass also jemand tatsächlich klingele, könne nie zu 100 Prozent ausgeschlossen werden. "Diese Phänomene gibt es. In diesem Fall sollte man die Polizei benachrichtigen", so Popp. Er ergänzt: "Ziel ist es, keine Fremden ins Haus zu lassen. Die Personen sollen sich ausweisen, anschließend kann man ihre Personalie bei der Polizei abklären." Eine solche Überprüfung müsse eine wirkliche Amtsperson über sich ergehen lassen.

Das Polizeirevier Donaueschingen ist unter der Nummer 0771/837830 erreichbar.

Das Phänomen des sogenannten Hoax trat mit dem Beginn der massenhaften Nutzung des Internets auf, zunächst meist als harmloser Schwindel oder moderne Variante einer Sage. Anfangs wurden sie per E-Mail weitergegeben, inzwischen sind Whatsapp oder soziale Medien beliebtere Kanäle. Prominentes Beispiel ist eine Homepage, über die man angeblich Bonsai-Katzen kaufen konnte. Die Internetseite existierte wirklich, in den USA gingen Ermittler gegen den Betreiber vor. Bis herauskam, dass sich ein Student einen Scherz erlaubt hatte. Auch digitale Kettenbriefe wie im aktuellen Fall werden als Hoax bezeichnet.

Artikel bewerten
1
loading

Ihre Redaktion vor Ort Donaueschingen

Cornelia Spitz

Fax: 07721 9187-60

Top 5

0

Kommentare

Artikel kommentieren

Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.