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Donaueschingen Purcells Musik als Steinbruch

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Die Sopranistin Susanne Barta (rechts) und der Gitarrist Adrian Pereyra tragen im Gewölbekeller der Musikschule ausgefallene Bearbeitungen von Vokalwerken des englischen Komponisten Henry Purcell vor. Foto: Faigle Foto: Schwarzwälder Bote

Donaueschingen. Henry Purcell ist der bedeutendste Komponist des englischen Hochbarock im ausgehenden 17. Jahrhundert. Die sensible Tonsprache und die beispielhafte Textbehandlung seiner Vokalkompositionen haben auch rund 330 Jahre nach ihrer Entstehung ihren besonderen ästhetischen Reiz bewahrt. Was widerfährt dieser Musik, wenn sie von heutigen Komponisten in gewisser Weise als Steinbruch für eigene Musikwelten verwendet wird?

Auf diese Spur haben sich die Sopranistin Susanne Barta und der Gitarrist Adrian Pereyra begeben und unter dem Titel "Beyond Purcell" – Über Purcell hinaus – im Rahmen der Neuen Reihe der Gesellschaft der Musikfreunde im Gewölbekeller der Musikschule einen Liederabend gegeben.

Auf dem Programm stehen drei Stücke von Henry Purcell, arrangiert für Sopran, E-Gitarre und Live-Elektronik, sowie acht dem Duo Barta-Pereyra gewidmete Kompositionen von acht lebenden Komponisten, unter ihnen Moritz Eggert, Karlheinz Essl, Bernhard Lang und Alexander Strauch.

Zum Auftakt zu hören ist die Arie "What power art thou" aus Purcells Semi-Oper "King Arthur". In deren Frost-Szene im dritten Akt geht es um die Liebe, die jedes noch so kalte Herz auftauen kann.

Adrian Pereyra hat das sich um eisige Gefühlskälte rankende Gesangsstück selbst arrangiert. Seinem Vorspiel und seiner direkt gegriffenen Liedbegleitung fügt er Zuspielungen der Live-Elektronik hinzu: Nachhalle, Geräuscheffekte, Rhythmusverschiebungen und anderes mehr, Susanne Barta trifft gut den fahlen Ton der emotionalen Starre.

Ein Beispiel, was unter einer Bearbeitung Purcells durch einen Komponisten unserer Zeit zu verstehen ist, liefert Karlheinz Essl mit einem "Puzzle of Purcell". Die E-Gitarre und die Live-Elektronik stützen sich im Großen und Ganzen auf Purcells harmonisches Gerüst oder orientieren sich zumindest an der originalen Basslinie, leiten diese Basis aber immer wieder in Klanggemische über, die entweder zu Irritationen führen oder anregend wirken. Barta erweist sich als höhensichere und unbeirrte Sopranistin mit klarer Stimme. Das spärlich erschienene Publikum spendet freundlichen Beifall.

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