Die neuen Pflastersteine sind Stein des Anstoßes. Sie sind für ältere und behinderte Menschen zu rau, um gut darauf gehen zu können. Vielleicht gibt es Abhilfe, so wie es in beispielsweise in Konstanz und Basel gemacht wurde. Foto: Hahnel

FDP/FW-Fraktion will Gehwegschneise von Schützenbrücke bis zur Stadtkirche schaffen.

Donaueschingen - Das neue Kopfsteinpflaster macht dem Gemeinderat seit Monaten Sorgen. Der Grund: zu rau. Ältere und behinderte Menschen können schlecht darauf gehen. Die FDP/FW-Fraktion stellte gestern Abend den Antrag, der das Problem vielleicht bessert.

Ausführlich berichteten Architekt Alexander Schmidt, Dirk Meiser vom Stadt- und Landschaftsarchitektenbüro Lohrberg sowie die Verwaltung über den Stand der Dinge. Dabei standen Baufortschritte und die Kosten im Mittelpunkt.

Eine Messung habe ergeben, dass 85 Prozent aller Fahrzeuge 30 Stundenkilometer und weniger durch das Residenzviertel fahren, führte Stadtbaumeister Heinz Bunse aus. Er sieht somit eine Aussage bestätigt, dass die Rauheit des Belages die Autofahrer bremsen würde. Doch genau diese Rauheit steht seit dem Zeitpunkt in der Kritik, als das Pflaster erstmals begehbar war. Senioren und Menschen mit Rolatoren wie auch Rollstühlen hatten Probleme, sich gut darauf fortzubewegen. Abhilfe könnte nun ein Antrag der FDP/FW-Fraktion schaffen, der gestern von Markus Kuttruff im Rat eingebracht wurde. Die Fraktion recherchierte, ob auch andere Städte mit solchen Belägen ihre Schwierigkeiten hatten und wurden unweit fündig: in Basel, Kenzingen am Kaiserstuhl und Konstanz.

Beantragt wurde nun die Überprüfung der baulichen Korrektur. Die nach dem so genannten Basler-Modell ablaufen würde. Dort schliff man Gehspuren in das Pflaster ein. Die Fraktion könnte sich einen solchen "Gehweg" zwischen der Schützenbrücke und der Stadtkirche vorstellten. In den Wortmeldungen zeigten sich Grüne, GUB wie auch SPD dem Vorschlag gegenüber aufgeschlossen. Michael Blaurock: "Man darf ja g’scheiter werden."

Stadtbaumeister Heinz Bunse machte darauf aufmerksam, dass somit die ursprüngliche Idee, von Haus zu Haus eine homogene Fläche zu bekommen, aufgebrochen werde. Die Kosten zu dieser Lösung werden nun jedoch ermittelt und für den Haushalt 2015 diskutiert. Würde man sich im Gemeinderat auf diese Lösung einigen, hätte man einen Kompromiss gefunden. Bei den Wortmeldungen war man sich durch die Fraktionen einig: Die Probleme der Senioren und Gehbehinderten müsse man ernst nehmen, da sie auch Touristen seien.

Ernst genommen wurde auch ein Vorschlag der Verwaltung, die Bauzeit an der Donauquelle durch den Einsatz von rund 20 000 Euro zusätzlich zu verkürzen. Die Steine der Quellfassung trockneten langsamer als gedacht, nun will man die Konservierung und Versiegelung der Steine verkürzen. Möglich wäre dies durch die Anmietung einer Halle, die konstant über der Frostgrenze gehalten wird und auf rund 65 Prozent Luftfeuchtigkeit. Somit könnte man bereits im Winter mit der Versiegelung der einzelnen Steine beginnen und nicht erst im April 2015 im Freien. In Aussicht gestellt wurde, dass die Donauquelle somit sechs bis acht Wochen früher fertig würde, voraussichtlich Anfang September 2015. Somit hätten die Gartenbauer noch genügend Zeit, die Außenanlagen fertigzustellen. Beispielsweise kann die Pflasterung am Lammtor erst gemacht werden, wenn die schweren Baugeräte von der Baustelle weg sind. Es wäre auch eher gesichert, dass zur Frühjahr/Sommer-Saison 2016 die Donauquelle fertig ist. Der Rat sah im ersten Moment nicht ganz die Notwendigkeit, bewilligte das Geld jedoch nach Überzeugungsarbeit aus der Verwaltung mit sieben Nein-Stimmen und zwei Enthaltungen. Voraussichtlich werden die Arbeiten im Reitturnierlager unter der Tribüne stattfinden.

Dirk Meiser erklärte dem Rat noch einige Mehrkosten, beispielsweise bei den Schlosserarbeiten, verursacht durch einen anderen Zaun zwischen Donauquelle und Schloss. Statt einem einfachen Zaun wie er vorgesehen war, wie beispielsweise am Schwimmbad, wird nun nach Verhandlung mit der Fürstin ein historisch anmutender Zaun installiert. Ähnlich dem, wie er entlang der Fürstenbergstraße steht. Durch weitere Arbeiten bei Handläufen beim Zugang zur Musikschule steigert sich der Posten so von 1100 auf rund 40 000 Euro. Was bei manchem Rat ein Stirnrunzeln hervorrief. Stadbau­meister Heinz Bunse beeilte sich jedoch auch zu erklären, dass das Fürstenhaus immer wieder offen war, wenn es um Bepflanzungen rund um die Donauquelle ging, dort einen Teil der Kosten mitzutragen.

Insgesamt ist es erklärte Absicht der Verwaltung, das Projekt Donauquelle zur Touristen-Saison 2016 den Besuchern zu präsentieren. Im Vorfeld wird es bereits eine so genannte "gläserne Baustelle" geben. Diese besteht jetzt schon teilweise, vom ­Kirchplatz ist die Baustelle einsehbar.