Keine Selbstverständlichkeit: harmonische Mitgliederversammlung / Vorfreude auf das Spektakulum
Donaueschingen (me). Jahreshauptversammlungen von Vereinen sind von ihrem Selbstverständnis her zwar notwendige, aber meist recht nüchtern ablaufende Veranstaltungen. Ganz anders ist das bei den Hans-Heinis aus Allmendshofen.
Dort herrschte bei der diesjährigen Mitgliederversammlung des historischen Narrenvereins im Gasthaus Adler am Samstag eine lockere, heitere Stimmung. Zwar wurde auch die eine oder andere sachlich vorgetragene Kritik geäußert, dennoch herrschte von Anfang bis zum Schluss eine gute Stimmung, wie es sich für einen Fastnachtsverein gehört.
So war es auch nicht verwunderlich, dass Vereins-Chef Robert Widowitsch einstimmig als erster und oberster Ritter wiedergewählt wurde, ebenso Schriftführer Richard Ketterer. Zuvor hatte Kassier Florian Andree in seinem Bericht von einer soliden Finanzbasis berichtet. Die 16-köpfige männliche Ritterschar wird zukünftig durch drei Damen ergänzt. Burgfräulein Bettina Widowitsch erhält weibliche Unterstützung durch die Neumitgliederinnen Manuela Willmann und Christine Schorpp.
Gemeinderat Franz Wild, der die Narros als echte Botschafter Allmendshofens bezeichnete, freute sich über die in der Tendenz steigende Mitgliederzahl, aktuell insgesamt 51, so dass alles in allem die Welt des 19-jährigen Traditionsvereins in Ordnung wäre, wenn nicht die Sorge um ihr Vereinslokal bestände.
Zusammen mit anderen Vereinen nutzen die Knappen das ehemalige Allmendshofer Rathaus als Treffpunkt für ihre regelmäßigen Zusammenkünfte, kleinere Veranstaltungen und als Aufbewahrungsort für ihre historischen Gewänder. Leider sei der Zustand des Hauses mittlerweile in einem dermaßen heruntergekommenen Zustand, dass man dringend etwas machen müsse.
Diese Einsicht sei inzwischen auch beim Gemeinderat angekommen, berichtete Franz Wild. Im Oktober 2013 habe eine Delegation desselben das städtische Gebäude besichtigt. Die Gemeinderäte seien bestürzt und betroffen gewesen, als sie den Zustand der Räume gesehen hätten. Die Toilettenanlagen seien schlichtweg unzumutbar. Deshalb sei eine Sanierung unumgänglich.
Bei so viel Fastnachts-Esprit, wie ihn die Hans-Heinis spüren, darf man auf das große Spektakulum am Vorabend des Schmutzigen gespannt sein, das der Tradition entsprechend wieder als (närrische) Gerichtsverhandlung an der Juniperusquelle abgehalten wird.