Kanzlerin bei CDU-Parteitag in Donauhallen. Groß-Veranstaltung verläuft reibungslos.
Donaueschingen - Wo Angela Merkel ist, da ist die Meute. Kaum trifft die Kanzlerin am Samstag um kurz nach 14 Uhr vor den Donauhallen ein, scharen sich die Menschen um sie herum, wollen guten Tag sagen, Fotos schießen, Hände schütteln. Aber die oberste Frau im Staat hat dafür praktisch keine Zeit: Sie kommt, winkt kurz zu den rund 150 Donaueschingern, die vor den Donauhallen eigens auf sie gewartet haben, hält ihre Rede und ist auch schon wieder weg.
Beim hinausgehen spricht Reinhard Müller, Chef der Donaueschinger CDU, seine oberste Vorsitzende an: Es hätte ihn gefreut, so Müller, wenn sie sich mehr Zeit für Donaueschingen genommen hätte, für Gespräche mit der Bevölkerung. Merkel antwortet kurz: "nächstes Mal". Sie sieht müde aus. Am Vortag war sie beim Weltwirtschaftsgipfel in Davos. Und gleich düst sie weiter, nach Stuttgart, zu Daimler.
Der Besuch der Kanzlerin in Donaueschingen war für die Außenwahrnehmung der Höhepunkt des Parteitags der baden-württembergischen CDU, bei dem mehr als 400 Delegierte das Programm für die Landtagswahlen absegneten und in dessen Verlauf sich der derzeitige Ministerpräsident Stefan Mappus wahlkampfeslustig gab – und vor dem neuen Hauptgegner, den Grünen, warnte: Diese seien gegen alles, das habe man ja auch in Donaueschingen gesehen. "Raten Sie", fragt er in den Saal, "welche Fraktion im Donaueschinger Gemeinderat als einzige dagegen war, dass die Donauhallen gebaut werden?"
Ganz genau: "Die Grünen!" Diese Beurteilung mag etwas vereinfachend sein, aber es ist schließlich Wahlkampf. Auch Thorsten Frei, Oberbürgermeister der Stadt und stellvertretender CDU-Landesvorsitzender, hatte die Hallen in seiner Rede angesprochen: "Wir haben die Donauhallen saniert, ohne einen Cent Schulden zu machen – das ist gute CDU-Politik!"
Zwei Mini-Demonstrationen
Insgesamt verlief der CDU-Parteitag in den Donauhallen reibungslos. Rund 30 Polizei- und Sicherheitskräfte hatten seit morgens um 6 Uhr Einsatz, begleiteten auch zwei Mini-Demonstrationen: Die IG Metall machte auf die schlechte Situation der Leiharbeiter aufmerksam, die Umweltgruppe Robin Wood enthüllte ein Transparent an den Stahlträgern der Hallen-Loggia gegen die ihrer Meinung nach unerträgliche Basta-Politik der CDU im Land.
In den Hallen waren zahlreiche Helfer im Einsatz, darunter Mitglieder der Donaueschinger und der Kreis-CDU. Die Catering-Mannschaft von Günter Kummerländer, rund 30 Köpfe stark, gab binnen Minuten 900 Schnitzel aus.
Nach Hause nehmen die Delegierten aus dem ganzen Land einen guten Eindruck von Donaueschingen, von den Donauhallen – und nicht zuletzt eigens gravierte Gläser der Fürstenberg-Brauerei.