Ein enger Schulterschluss auch nach 50 Jahren noch: Der stellvertretende Kommandeur des Jägerbataillons Major Frank Dickert, der Kommandeur der Deutsch-Französischen Brigade Colonel Olivier Waché, OB Thorsten Frei, Nicole Nivoley und Präsident Franz Mayer von der Deutsch-Französischen Gesellschaft sowie der Standortälteste Oberst Franck Catany präsentieren gestern nicht nur Schülerarbeiten zum Thema 50 Jahre Élysée-Vertrag. Foto: Filipp

Deutsch-Französische Brigade in Donaueschingen steht als Symbol für 50 Jahre Völkerverständigung.

Donaueschingen - Den Schulterschluss demonstrierten gestern die Obristen von Jägerbataillon und Deutsch-Französischer Brigade im Donaueschinger Rathaus gemeinsam mit OB Thorsten Frei anlässlich der Feierlichkeiten am 19. Januar zu 50 Jahren Élysée-Vertrag.

Colonel Olivier Waché, OB Thorsten Frei, der Präsident der Deutsch-Französischen Gesellschaft Franz Mayer sowie der Standortälteste Oberst Franck Catany und der stellvertretende Kommandeur des Jägerbataillons Major Frank Dickert unterstrichen, dass der Élysée-Vertrag aus der Ära des Staatspräsidenten Charles de Gaulle und Bundeskanzler Konrad Adenauer die Keimzelle des heutigen Europas sei. Eine gemeinsame Ausrichtung, die ohne die deutsch-französische Freundschaft wohl nicht denkbar gewesen wäre, womit Altkanzler Helmut Schmidt (ohne Frankreich ist alles nichts) zitiert wurde.

Wie Olivier Waché, der im Juni das Kommando übernommen hatte, erklärte, sei die Deutsch-Französische Brigade zwar 1989 ins Leben gerufen worden, die militärische Partnerschaft reiche aber bereits ins Jahr 1966 zurück.

OB Thorsten Frei betonte, dass man gerne mit kleinen Mitteln dazu beitrage, den großen Moment des Jubiläums einer 50 Jahre währenden Freundschaft zu dokumentieren und somit auch ein wenig stolz wäre. Zumal neben Mühlheim und Illkirch-Graffenstaden (Frankreich) Donaueschingen einer der drei Standorte der Deutsch-Französischen Brigade sei. In Donaueschingen leben heute 2000 Franzosen. Die Standortsicherung zum Erhalt der Brigade werde deshalb in Donaueschingen eine Zukunftsaufgabe bleiben.

Fahrzeug- und Waffenschau

Bereits am 18. Januar findet auf militärischer Ebene ein Austausch unter den Soldaten mit abendlichem Empfang in der Offiziersmesse statt. Die Donaueschinger selbst haben die Möglichkeit, am Samstag bei der Parade durch die Stadt und im Bereich der Donauhallen bei der Fahrzeug- und Waffenschau der Deutsch-Französischen Brigade mitzufeiern.

Als Gäste werden neben hochrangigen Militärvertretern wie Brigadegeneral Hagemann auch politische Gäste erwartet, darunter der Europaabgeordnete Andreas Schwab und von der deutsch-Französische Parlamentariergruppe Ernst Burgbacher oder der Bürgermeister der Partnerstadt Saverne Emil Blessing und weitere zehn Bürgermeister aus der Region.

Insgesamt 300 deutsche und weitere 300 französische Soldaten nehmen an der Parade teil, wie Frank Dickert erläuterte. Musikalisch werden das Heeresmusikkorps 10 aus Ulm und das französische Musikkorps aus Metz das Programm umrahmen. Um 15 Uhr beginnt danach ein Empfang im Bartók-Saal der Donauhallen. Dort werden Schüler der Realschule und des College Robert Schumann Lieder zum Besten geben.

In der Aula des Fürstenberg- Gymnasiums wird um 18 Uhr eine Ausstellung mit dem Titel "lamitée franco-allemand" (deutsch-französische Freundschaft) eröffnet. Die Bilder wurden gemalt von Schülern des Fürstenberg-Gymnasiums und einer französischen Partnerschule. Anschließend wird um 19 Uhr das Theaterstück der kleine Prinz (original le petit prince) von Schülern des Fürstenberg-Gymnasiums in deutscher Sprache aufgeführt.

Noch in diesem Jahr kündigte der Präsident der Deutsch-Französischen Gesellschaft Franz Mayer einen Malwettbewerb zum Thema deutsch-französische Freundschaft in Donaueschinger Schulen an. Die besten Bilder werden von einer Jury unter Vorsitz von Oberbürgermeister Thorsten Frei für eine Ausstellung ausgewählt.

Ein gemeinsamer Auftritt von Schülern in der Erich-Kästner-Halle und der École du Danube soll am 22. Januar – dem Tag der Vertragsunterzeichnung – den Gedanken der Völkerverständigung auch für die nächste Generation unterstreichen.

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