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Donaueschingen McDonald's-Betreiber kämpft gegen Vorurteile

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Der Drive-Thru beim Donaueschinger McDonald's. Hier gab es ein Problem mit Ratten. Das ist allerdings bereits seit Februar beseitigt. Ein kursierendes Video stammt aus dieser Zeit. Foto: Simon

Donaueschingen - Wenn Andreas Wutzmann in den vergangenen Tagen auf seine Tätigkeit als Restaurantleiter der Donau­eschinger McDonald’s-Filiale angesprochen wird, dann lautet die Frage meist: "Wie, ihr habt geöffnet?"

Dann muss Wutzmann erklären, dass die Filiale sehr wohl offen hat, die Sache mit den Ratten bereits im Februar erledigt war, die Tiere nie im Inneren des Restaurants, geschweige denn in der Nähe von Lebensmitteln waren und das alles jetzt nur wieder hochgekocht ist, weil ein Kontrollbericht des Veterinäramts von Anfang 2019 online veröffentlicht wurde.

"Der Hygienebericht wurde zu einem Zeitpunkt angefordert, als die Mängel schon beseitigt, aber noch in keinem neuen Bericht aufgeführt wurden", erklärt Wutzmann. Gemeinsam mit Jörg Deitlaff, der die drei McDonald's-Filialen im Schwarzwald-Baar-Kreis als Franchise-Nehmer betreibt, zeigt er die Stelle, an der alles seinen Anfang nahm.

Ratten direkt neben den Mülltonnen

Direkt hinter dem Schnellrestaurant beginnt das Land. Sprichwörtlich. Acker, Wiesen, ein Reiher ist auf der Suche nach einem Imbiss. "Mehr am Land geht nicht. Es ist auch landschaftsbedingt, dass hier Ungeziefer vorherrscht", sagt Deitlaff.

Dort, auf einer kargen Fläche schaufelte Anfang des Jahres ein Bagger Platz für die Verlegung von Breitband. Dabei legte er einen Rattenbau frei. Die Tiere verkrochen sich im nahen Gestrüpp, direkt neben den Mülltonnen von McDonald’s. Dort stehen auch die Organik-Behälter, die Nager werden davon angezogen.

"Zu keinem Zeitpunkt Gefahr für Mitarbeiter oder Gäste"

Etliche Meter weiter befinden sich zwei Garagen, in einer davon lagert der Hausmeister seine Geräte. Werkzeug, Schaufeln, die Schneefräse für den Winter. Das Garagentor schließt damals mit dem Boden nicht ganz ab, dazwischen befinden sich Borsten. Durch die gelangen Ratten zu den Geräten des Hausmeisters, bei der Kontrolle des Veterinäramtes wird hier Nagerkot festgestellt. Jetzt befinden sich Bleche davor. "Dieser Bereich hat nichts mit dem Restaurant zu tun", erklärt Deitlaff. "Wir sprechen hier von einer Garage." Zu keinem Zeitpunkt habe eine Gefahr für Lebensmittel, Mitarbeiter oder Gäste bestanden.

Er zeigt die Wege, die überhaupt bis in den Restaurant-Bereich führen. Dazwischen etliche Brandschutztüren, durch die kein Tier kommt. Die Kühlräume, in denen die Lebensmittel lagern, sind mit separaten Türen eigens verschlossen. In den Räumen herrschen Minus 22 Grad.

Etliche Gastronomen haben dasselbe Problem

Im Februar ist ein Video entstanden, das Ratten im Bereich des Drive-Thru-Bereichs zeigt. Dort, wo Gäste an einer Gegensprechanlage aus dem Auto heraus ihre Bestellung aufgeben können. In der Dunkelheit wuseln sie um eine Laterne.

"Als das damals passierte, haben wir einen Kammerjäger kommen lassen. Innerhalb von acht Tagen waren die Ratten verschwunden", erklärt Deitlaff. Im Restaurant waren sie nie. Über 20 Jahre sei Deitlaff nun in der Branche. So etwas habe er allerdings noch nicht erlebt: "Die Tiere waren in einem Bereich außerhalb des Gebäudes und sind schon lange weg. Dennoch wird jetzt eine riesige Welle gemacht." Rattenprobleme im Außenbereich seien zudem ein Thema, mit dem sich etliche Gastronomen herumschlagen.

Hochgekocht sei alles, nachdem jemand die Herausgabe des Hygieneberichtes beim Landratsamt verlangte und diesen dann online stellte. Unter anderem auf dem Portal Topf Secret von der Organisation Foodwatch. Er wurde dann über eine lokale Facebook-Seite geteilt und die Angelegenheit schlug wieder bei McDonald’s auf. Beim Landratsamt sei der Bericht indes nie online erschienen.

Verdorbene Speisen waren nie ein Thema

"Wir sind hier gläsern, ich kann an jedem Tag das Lager aufmachen, um es zu zeigen", sagt Deitlaff. Ungeziefer oder gar verdorbene Speisen seien noch nie Thema gewesen: "Es gab nicht ein einziges Mal etwas Negatives." Das hänge auch damit zusammen, dass die Kontrollen bei McDonald’s äußerst streng seien: "Unser System selbst kontrolliert uns so stark. Allein von dort gibt es vier unangekündigte Besuche. Was meinen sie, was die mir erzählen?"

Neben McDonald’s selbst gibt es Kontrollen durch das Veterinäramt, aber auch durch andere Unternehmen. So gebe es Kontrollen des Getränkeherstellers Coca-Cola, die Softeis-Maschine werde separat überprüft, ebenso kommen die Fleisch-Lieferanten selbst vorbei. "Es gibt Tage, da werden wir an einem Tag vier Mal kontrolliert", sagt Wutzmann.

Und Deitlaff ergänzt: "Sicherer als bei McDonald’s kann man fast nicht essen."

Was Deitlaff und Wutzmann von Plattformen wie Topf Secret halten, die Kontrollberichte veröffentlichen? "Ob es nötig ist, so etwas zu machen, weiß ich nicht. Sicher wird das ein- oder andere Mal etwas Negatives aufgedeckt", so Deitlaff. Wutzmann findet die lange Dauer grenzwertig: "Wenn jemand ein Lokal übernimmt, der mit einer alten negativen Kontrolle online ist, dann muss der sich ja umbenennen, um überhaupt Erfolg haben zu können."

Und außerdem könne das noch andere Folgen haben: "Wir haben hier 50 Mitarbeiter. So etwas ist hochgradig existenzgefährdend", so Deitlaff. Und das wegen einer Angelegenheit, die bereits vor Monaten erledigt wurde.

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Cornelia Spitz

Fax: 07721 9187-60

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