Mit vereinten Kräften in die Höhe: Mitglieder der Trachtengruppe Frohsinn und der Zimmerzunft Sumpfohren stellten am Samstagabend den ‘Eschinger Maibaum auf. Begleitet wurden sie dabei von der Kueseckel-Musik. Am Ende holte Zimmerer Stefan Meier in einer spektakulären Kletteraktion das Seil vom Maibaum. Fotos: Klitzsch Foto: Schwarzwälder-Bote

Trachtengruppe Frohsinn und Zimmerzunft Sumpfohren stemmen Kraftakt auf dem Hanselbrunnenplatz souverän

Von Michael Klitzsch Donaueschingen. Der Himmel war dunkel, das Holz nass und die Zuschauerzahl am Hanselbrunnenplatz überschaubar. Trotzdem ließ sich die tapfere Gemeinschaft aus Mitgliedern der Trachtengruppe Frohsinn und Holzexperten der Zimmerzunft Sumpfohren am Samstag, Schlag 18 Uhr, nicht davon abhalten, zu vollziehen, was traditionell vollzogen werden muss Ende April: das Maibaumstellen.

Und so zogen und stemmten gut 30 Mann mit Seilen und langen Stangenpaaren – sogenannten Schwalben – den massiven 22 Meter langen Holzpfahl den düsteren Regenwolken entgegen. Angefeuert wurden sie dabei von den Blasmusiktönen der Kueseckel-Musik.

Trotz der feuchten Bedingungen hatten die Maibaumsteller unter Regie des Ober-Zimmerers Helmut Mellert den wuchtigen Baum in starken 45 Minuten in die Senkrechte befördert – eine gute Zeit, wie Thomas Höfler von der Trachtengruppe am Mikrofon kommentierte.

Bevor mit einem Hubwagen die traditionellen Donaueschinger Szenen – gefertigt in der Jugendkunstschule – an den Baum geschraubt wurden, gab es noch einen finalen Höhepunkt zu bestaunen. Der 20-jährige Zimmerer Stefan Meier kraxelte forsch und ohne Sicherung den glitschigen Maibaum hoch und löste das Seil, das eben noch zum Aufstellen des Baums gedient hatte, vom Pfahl. Und er kam Gott sei Dank auch wieder heil hinunter. Am Ende fehlte nur der Tanz um den Baum, auf den wegen der nassen Bedingungen verzichtet wurde.