Eine feine Sache, schwärmt Manfred Kemter von dem Lift in seinen VW-Bus. Anders könnte er das Fahrzeug auch gar nicht erreichen. Nun soll auf seine Initiative hin auch ein Linienbus in Donaueschingen einen Lift für den barrierefreien Zugang erhalten. Foto: Filipp

Busunternehmen erleichtert Behinderten Ein- und Ausstieg. Präsentation am 19. Juni.

Donaueschingen - Mobilität ist für den ehrenamtlichen Behindertenbeauftragten in Donaueschingen Manfred Kemter Voraussetzung dafür, dass Meschen mit Handicap am gesellschaftlichen Leben teilnehmen können. Auf seine Initiative hin wird ein Linienbus jetzt für Rollstuhlfahrer mit einem Lift ausgestattet.Das Engagement des Donaueschinger Busunternehmens Haiz wird von der Stadt Donaueschingen begrüßt, die Präsentation soll nun am 19. Juni um 11 Uhr am Busbahnhof in Donaueschingen erfolgen, wie der Pressesprecher der Stadt gestern auf Anfrage bestätigte.

Damit gelang Kemter, der seit Jahresbeginn auch das Amt des Kreisbehindertenbeauftragten des Landkreises von Christa Lörcher übernommen hatte, zumindest ein erster respektabler Vorstoß.

Gegenüber der Niederflurtechnik, mit dem seit 2008 auch die Busse der SBG in Villingen ausgestattet werden, um Rollstuhlfahrern wie Nutzern mit Kinderwagen den Ein- und Ausstieg zu erleichtern, bietet die Umrüstung bisheriger Fahrzeuge auf die neue Technik den Zustieg nun auch für "Gebrauchte" an. "Das geht heute in wenigen Sekunden, bis die Plattform ausgefahren ist", freut sich Kemter. Seit drei Jahren setzt er sich in Donaueschingen ehrenamtlich für Behinderte ein.

Die sollen vor allem auch mobil sein im Straßenverkehr. Nicht nur Ampeln mit akustischen Signalen an öffentlichen Straßen sind deshalb eines seiner großen Anliegen, die er immer wieder einfordert. Auch der barrierefreie Zugang zu Einrichtungen wie Krankenkassen sollte seiner Meinung nach deshalb auch eine Selbstverständlichkeit sein. Prompt reagiert habe etwa die AOK in der Mühlenstraße, die bereits im vergangenen Jahr mit dem Bau einer Rampe für Rollstuhlfahrer begonnen habe. Eine löbliche Ausnahme, wie der Behindertenbeauftragte anmerkt.

Denn noch sei das Bewusstsein für die Bedürfnisse Behinderter noch nicht allzu groß. Das habe sich zuletzt beim Europäischen Protesttag für Menschen mit Behinderungen am 5. Mai gezeigt, für den es von der Kreisbehörde nicht einmal eine Randnotiz hierzu gegeben hatte, wie Kemter nüchtern feststellt.

Dennoch sieht er in jedem kleinen Schritt einen Teilerfolg, dem Ziel näher zu kommen. Der 19. Juni wird wieder so ein Tag sein, an dem sich ein kleines Mosaik­steichen einfügt.