Pattonville liegt nicht im Wilden Westen, sondern entstand durch Konversion von Militärgelände als neuer Stadtteil der Gemeinde Remseck. Foto: Gemeinde Remseck

FDP, SPD und Grüne sehen sechs Millionen Euro Rückstellung als viel zu hoch an. Als erstes das Ziel definieren.

Donaueschingen - Ein Tag, vier Konversionsprojekte. Der Gemeinderat war in Villingen, Tübingen, Ludwigsburg sowie Remseck unterwegs und informierten sich über das dortige Vorgehen. Die Diskussionen beim gemeinsamen Abendessen zeigten in Teilen Einigkeit, in Teilen unterschiedliche Auffassungen.

Gottfried Vetter (SPD) und Michael Blaurock (Grüne) waren sich darin einig, dass man es nochmals überdenken sollte, ob man inklusive dem Haushalt 2016 sechs Millionen Euro für die Konversion zurücklegen muss. Denn: Remseck hat sein 150–Millionen–Euro–Projekt mit null Euro Rücklagen begonnen und es entstand dort ein komplett neuer Stadtteil auf der grünen Wiese.

Zunächst, so war man sich einig, muss Donaueschingen entscheiden was es will. Dann muss eine Entscheidung getroffen werden in welcher Organisationsform. Ob es ein Zweckverband, eine Tochtergesellschaft der Stadt als GmbH oder eine Genossenschaft sein wird, ist im Moment zweitrangig, es muss die beste Lösung gefunden werden. Dieser Ansicht ist auch Reinhard Müller (CDU) bei. Er sieht in dem Bezug die Stadtverwaltung in der Pflicht, die verschiedenen Möglichkeiten detailliert vorzustellen und danach muss der Gemeinderat entscheiden. Er ist zudem für die Bildung von Rücklagen. Bedenklich stimmte ihn er schnelle Zerfall von denkmalgeschützten Gebäuden in Villingen und der Vandalismus an den Häusern. Karl-Heinz Balzer, Bürgermeister von Remseck erklärte, dass der größte Ausgabenposten zwischen 1994 und 1996 auf eine Security entfiel, die nichts anderes zu tun hatte, als die Gebäude von Pattonville zu überwachen. Balzer: "Der Vandalismus war unglaublich." Müller sieht hier ein große Notwendigkeit, den Gebäudebestand zu schützen.

Michael Blaurock plädiert in den Gesprächen mit seinen Kollegen zudem dafür, mit den Baugebieten in den Teilorten restriktiv umzugehen, dem widersprach Achim Durler Ortschafts- und Gemeinderat aus Wolterdingen.

Die FDP kann der Konzentration der Mittel auf Konversion und auf die Kernstadt nicht viel abgewinnen. Schon bei der Mitgliederversammlung in der vergangenen Woche erklärte man, dass sich die Fraktion für eine bessere Berücksichtigung der Teilorte stark machen will. Landtagsabgeordneter und Gemeinderat Nico Reith, wie auch Fraktionssprecher Markus Kuttruff sehen die Stadt mit einer Rücklage von sechs Millionen Euro für die Konversion am Rand der Handlungsfähigkeit. Sie möchten mehr Kreativität in der Finanzplanung und haben sich entsprechendes überlegt, das am kommenden Dienstag in der Gemeinderatssitzung eingebracht werden soll. Claudia Jarsumbek (GUB) war nicht begeistert von der Projektauswahl am Dienstag, das habe sie der Verwaltung auch schon mitgeteilt. Für sie seien die Studentenstadt Tübingen sowie die Projekte Ludwigsburg und Remseck, die den Großraum Stuttgart im Hintergrund haben, in keinster Weise mit Donaueschingen vergleichbar.

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