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Donaueschingen Kindergärten und Schulen schließen

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An der Realschule Donaueschingen packen Alina Wohriska (von links), Jan Wiehl, Jan Wohriska und Fenja Greitmann aus der Bläserklasse 5b alle Schulbücher, die Sportsachen und die Musikinstrumente ein. Schulleiterin Katja Fox und Konrektor Stefan Zeilfelder kümmern sich um die unverhoffte Situation. Foto: Wursthorn Foto: Schwarzwälder Bote

Nach den ersten beiden Fällen am Donnerstag gibt es in Donaueschingen nun drei weitere Fälle von Patienten, die mit dem Coronavirus infiziert sind. – und erstmals konnte eine Übertragung innerhalb des Schwarzwald-Baar-Kreises nachgewiesen werden.

Donaueschingen (jak/wur). Eine enge Kontaktperson ist laut Landratsamt erkrankt, die zu der beiden bereits infizierten Person in Donaueschingen in Verbindung steht. Die beiden anderen Fälle waren im Skigebiet Ischgl. Um die Ansteckungsmöglichkeiten zu minimieren, hat das Land entschieden, dass Kindergärten und Schulen bis zu den Osterferien geschlossen werden sollen. Die Entscheidung sorgte in der Region für einen Besprechungsmarathon. Erst mussten alle Stadtoberhäupter ins Landratsamt und dann wurde in den Rathäusern eilig mit den Verantwortlichen aus Schulen und Kindergärten alles koordiniert.

Donaueschingen: "Wir haben eine neue Lage dadurch, dass das Land nun deutlich sagt, was es will", sagt Oberbürgermeister Erik Pauly. Mit der klaren Regelung schaffe das Land auch eine Verlässlichkeit, dass die Schul- und Kindergartenschließungen überall gleich gehandhabt würden. "Was in der Bevölkerung wahr genommen werden sollte, ist, dass es nicht darum geht, langfristig eine Infektion zu verhindern, sondern nur zu verzögern." Es gelte zu verhindern, dass die Zahl der schwer Erkrankten so zunimmt, dass diese nur noch schwer oder nicht mehr versorgt werden könnten.

"Alle Statistiken des Robert-Koch-Institutes gehen davon aus, dass 60 bis 70 Prozent der Bevölkerung erkranken. Es sei nicht die Frage ob, sondern wann. Es gebe aber keinen Grund, sich Sorgen zu machen, einzig die Älteren oder die mit Vorerkrankung sollte es nicht treffen.

Am Dienstag haben dann auch in Donaueschingen die Krippen, Kindergärten und Schulen geschlossen. Es wird laut Stadt aber an allen städtischen Schulen und Kindertageseinrichtungen eine Notbetreuung für Kinder von Beschäftigten in kritischen Infrastrukturen gewährleisten. Um den Bedarf für die Betreuung ermitteln zu können, werden die Eltern aufgefordert, ihren Betreuungsbedarf möglichst am Montag, 16. März, bei der Schule beziehungsweise der Kindertageseinrichtung anzumelden, die ihr Kind besucht.

Die Entscheidung des Landes erstreckt sich formal zwar nicht auf Kunst- und Musikschulen. Dort sei die Verbreitung des Coronavirus allerdings ebenso zu vermeiden. Deshalb wendet die Stadt Donaueschingen die Regelung hinsichtlich der allgemeinen Schulschließung analog auch für die stätische Kunst- und Musikschule an und stellt auch dort von Dienstag, 17. März bis zum Ende der Osterferien den Unterrichtsbetrieb ein. Gleiches gilt für das Kinder- und Jugendbüro. Regulär geöffnet bleiben die Rathäuser, Ortsverwaltungen sowie die Stadtbibliothek.

Bräunlingen: "Am Montag herrscht in den Kindergärten und der Schule ganz normaler Betrieb", sagt Hauptamtsleiter Jürgen Bertsche, nachdem der Bräunlinger Krisenstab, der bereits Ende Februar gegründet worden war, getagt hatte. Die Stadtverwaltung hatte sich zudem bereits Anfang der Woche mit allen Einrichtungen ausgetauscht. Ab Dienstag sind aber alle Betreuungseinrichtungen geschlossen – nur eine Notfallbetreuung im Bereich Krippe, Kindergarten und Schulkindbetreuung stehen für die entsprechenden Personenkreise zur Verfügung.

"Die Kindergarten-Eltern werden wir jetzt noch alle anschreiben", sagt Bertsche. Diese seien – ebenso wie die Schulkindbetreuung – gut über Whatsapp-Gruppen vernetzt. Dass der Betrieb am Montag noch normal laufen kann, biete auch die Chance, dass keine Entscheidungen übers Knie gebrochen werden müssten. "Die genauen Kriterien und das Vorgehen für die Notgruppen sollen am Montag kommuniziert werden", sagt Bürgermeister Micha Bächle. Ab Dienstag soll es dann eine Notfallbetreuung sowohl im Bereich Krippe, Kindergarten, als auch der Schulkindbetreuung geben. "Die Lage ist sehr dynamisch. Es ist wichtig, ruhig zu bleiben und die Vorsichtsmaßnahmen ernst zu nehmen", so Bächle. Auch in der Verwaltung wird es im Bürgerservice Einschränkungen geben, um den Kundenkontakt zu minimieren. Viele Erledigungen könnten auch online oder telefonisch mit dem Rathaus geklärt werden.

Hinzu kommen die Veranstaltungen: "Es sollten nur noch wirklich notwendige Veranstaltungen durchgeführt werden", so Bächle. Hauptversammlungen sollten abgesagt werden. "Wir bitten um Verständnis. Es geht um den Schutz aller Bürgerinnen und Bürger, und jeder kann einen Beitrag leisten". Die Ortspolizeibehörde werde im Einzelfall Veranstaltungen absagen. Am Wochenende wurden von den Vereinen in Bräunlingen und Stadtteilen sämtliche Hauptversammlungen abgesagt, Bürgermeister und Ortsvorsteher hatten hierzu Kontakt mit den Vereinen aufgenommen.

Hüfingen: Die Verwaltung ist dabei, Notgruppen zu organisieren. "Am Montag steht das Ergebnis fest", sagt Michael Kollmeier. Prioritäten sind gesetzt. Man versuche ebenfalls die Ausbreitung des Virus zu strecken. "Da tun wir alles, was in unserer Hand liegt", so der Bürgermeister. Der zweite Ansatz zielt darauf ab, eine Zielgruppe zu schützen, deren Arbeit wichtig für das öffentliche Arbeit ist. Kollmeier nannte Ärzte, Krankenschwestern, Pflegepersonal und Polizisten. Für diese Personengruppe wird ab Dienstag die Betreuung sicher sein. Doch wer gehört überhaupt in diesen Personenkreis? Am Montag werde der Bedarf abgebildet. Dann werden eventuell über eine in St. Verena geplante Notgruppe hinaus mehr Betreuungsangebote gestellt. Mit den kirchlichen Trägern sei man im Gespräch. "Allerdings werden wir den Kindergartenbetrieb nicht vollständig aufrechterhalten", warnte Kollmeier, auch vor dem Hintergrund dass sich möglichst wenig Kinder in der Öffentlichkeit bewegen sollen. Auch an der Lucian-Reich-Schule werde es dank des eingebundenen Dienstleisters für den genannten Personkreis ein Betreuungsangebot in Kraft setzen. Am Montag werde es auch bei der Schellenberger Schule Klarheit geben.

Die Nachrichten um die Schließungen seien in der Bevölkerung viel zustimmender aufgenommen worden, als man das erwartet hätte, sagte Kollmeier. Jetzt müssten Familien den Alltag ganz anders angehen. In Hüfingen sei das machbar. "Man kennt sich und unterstützt sich", ist seine Hoffnung. Außerdem sollten das Rathaus ab nächster Woche nur in dringenden Fällen und nach telefonischer Klärung vorab aufzusuchen.

Viele Termine wurden abgesagt, doch die Klausurtagung des Donaueschinger Stadtrates findet heute, Samstag, und morgen, Sonntag, statt. Mit dabei sind Amtsleiter, Oberbürgermeister, Bürgermeister und die Fraktionen. Alle Fraktionen? Nein: "Die FDP/FW-Fraktion wird aufgrund der sich weiter rasant steigernden Infektionsfälle nicht an der Klausurtagung teilnehmen. Die FDP/FW-Fraktion unterstützt nachdrücklich die Forderung von Bundeskanzlerin Angela Merkel, auf alle vermeidbaren Sozialkontakte zu verzichten. Diese Aufforderung ist an alle Bürger gerichtet, um den weiter ungebrochenen Anstieg der Infektionen einzudämmen und damit das Gesundheitssystem vor einer drohenden Überlastung zu schützen. Die FDP/FW-Fraktion hält es für dringend geboten, dieser Aufforderung Folge zu leisten."

Auch am Freitag wurden wegen des Corona-Virus Veranstaltungen abgesagt.

Donaueschingen: Kinder- und Jugendmuseum Donaueschingen: ab sofort bis einschließlich 19. April geschlossen; Tourist-Information: Erlebnisführungen bis 30. April; Feuerwehr Aasen: Hauptversammlung am 14. März; Feuerwehrkapelle Pfohren: Hauptversammlung am 14. März; Fachschule für Landwirtschaft: Kreativtag Hauswirtschaft am 17. März; Dienstagswanderer: Keine Touren bis Ende April; CDU-Stadtverband Donaueschingen: Hauptversammlung am 18. März; VHS: Vortrag Fluchtursachen in Afrika am 18. März; Bürgerstiftung und Stadtbibliothek: Theaterstück "Oh wie schön ist Panama" am 19. März; FC Wolterdingen: Festbankett vom 21. März auf 3. Juli verschoben; Baarverein: Festakt "150 Jahre Schriften der Baar" am 27. März; Mehrgenerationenhaus: Senioren-Internet, Singkreis und Stricken erst ab 20. April.

Hüfingen: Hallenbad Aquari: von Dienstag, 17. März, bis Ende der Osterferien, 19. April geschlossen; Suppensonntag der Katholischen jungen Gemeinde (KjG) am 15. März; Landfrauen Fürstenberg: Hauptversammlung am 21. März; Interkulturelles Frauenfrühstück am 26. März; TuS Hauptversammlung am 29. März.

Bräunlingen: Hauptversammlung Männergesangverein Döggingen am 14. März; Vortragsreihe "Glauben Heute" am 17. und 23. März (neuer Termin im Herbst); Ehrungsabend in Bräunlingen am 17. März; Hauptversammlung der Feuerwehr, Abteilung Waldhausen am 21. März; Personalversammlung der Stadtverwaltung am 26. März; Vortrag "Martin Müller – Bürgermeister in schweren Zeiten" am 5. April; städtische Bücherei und Jugendtreff: bis auf Weiteres geschlossen. Icons: © Svitlana – stock.adobe.com/www.flaticon.com

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