Bitte Platz nehmen, und das zu fairen Preisen, heißt es für Bedürftige beim Team des Donaueschinger Secondo Gebrauchtwaren-Kaufhauses. Foto: Klebitz

Secondo Gebrauchtwaren-Kaufhaus läuft gut. Start des Onlineshop noch in diesem Jahr geplant.

Donaueschingen - Im Gebrauchtwaren-Kaufhaus "Secondo" finden finanziell Schwache Möbel, Kleider und Haushaltswaren zum kleinen Preis. Gleichzeitig ebnet der Träger-Verein "Inova" mit dem Haus manchen den Weg zurück auf den ersten Arbeitsmarkt.

 

Das Dach ist bis auf den Boden heruntergezogen, die Räume sind lichtdurchflutet, und auch eine Galerie gibt es. "Das hier ist unsere Schlafzimmerecke", sagt Inova-Vorsitzender Joachim Walz. Gleich nebenan stehen die Wohnzimmer. Auch Räume für Textilien, Bekleidung, Gläser und Porzellan gibt es. Mit dem Anbau der Anfang des Jahres dazu kam sind es insgesamt 600 Quadratmeter Verkaufsfläche.

Das "Secondo" ist kein Ramschladen, bei dem die Kunden wie auf dem Flohmarkt in Wühlkisten nach Brauchbarem suchen müssen. Sicher die Möbel, Hosen, Blusen und Bücher sind gebraucht, stammen zu einem großen Teil aus Haushaltsauflösungen, doch das Haus unterscheide sich nicht großartig von anderen Kaufhäusern, sagt Walz. "Das Warenwirtschaftssystem funktioniert bei uns wie in anderen Läden". Das muss es auch, denn das "Secondo" soll nicht nur finanziell schlechter Gestellten, Schnäppchenjägern und Sammlern einen preiswerten Einkauf ermöglichen. Es soll auch Langzeitarbeitslosen, schwer vermittelbaren Jugendlichen und Immigranten die Möglichkeit geben, sich langfristig in den Arbeitsmarkt einzugliedern.

In Kooperation mit dem Jobcenter der Arbeitsagentur beschäftigt "Inova" im Donaueschinger Second-Hand-Kaufhaus derzeit fünf Mitarbeiter. "Seit diesem Jahr haben wir zudem eine Auszubildende zur Verkäuferin", sagt Petra Höfler, Kaufhausleiterin in Donaueschingen. Walz ist überzeugt: "Wenn unsere Leute sich aus einem Projekt heraus auf eine Stelle bewerben, haben sie bessere Chancen auf eine Anstellung, als wenn sie sich aus der Arbeitslosigkeit heraus bewerben". Außerdem gebe die Arbeit bei "Secondo" Langzeitarbeitslosen wieder einen geregelten Tagesablauf.

Höfler ist mit ihren Mitarbeitern zufrieden. Aber auch mit den Kunden und Unterstützern. Rund 60 Kunden kämen an guten Tagen ins Kaufhaus. Immer mehr spenden Möbel, Kleidungsstücke und andere Waren. "Viele wollen das Projekt unterstützen", sagt sie und ist froh darüber, denn das Projekt, die Idee lebe vom Mitmachen aller. Um es einem größeren Kundenkreis zugänglich zu machen, plant der Verein derzeit sogar an einem "Secondo" Online-Shop. "Wenn alles klappt, soll er noch dieses Jahr online gehen", so Walz.