Alles Kämpfer: Donaueschingens Bürgermeister Bernhard Kaiser (Zweiter von links) setzt sich mit Vertretern anderer Städte für die Wiedereinführung der alten Autokennzeichen ein. Foto: Schütte

Schild-Bürgerbewegung: Rathauschefs vieler kleinerer Städte wollen alte Kennzeichen zurück.

Donaueschingen/Schwäbisch Gmünd - Die Schild-Bürgerbewegung lässt nicht locker: Die Rathauschefs vieler kleinerer Städte im Land wollen statt einheitlicher Landkreis-Kürzel die alten Kennzeichen zurück. Für das Kennzeichen "DS" kämpft Donaueschingens Bürgermeister Bernhard Kaiser.

Zusammen mit Vertretern weiterer Städte aus ganz Baden-Württemberg hat Kaiser jetzt die sogenannte "Gmünder-Erklärung" im Rathaus von Schwäbisch Gmünd unterzeichnet. "Viele Bürger wollen das, daher machen wir bei diesem Zeichen von Bürgernähe gerne mit", erklärte Bernhard Kaiser.

Die Macher der Initiative versprechen sich von den neuen-alten Kennzeichen jede Menge Vorteile für die Identität ihrer Städte sowie für ein modernes Touristik- und Stadtmarketing. An den Landkreisen werde nicht gerüttelt, vielmehr wolle man die bestehenden Kreisgefüge im Land durch Vielfalt und Bürgerzufriedenheit stärken. Es geht schlicht um Identitätsstiftung und Marketingrelevanz. Nach 38 Jahren gebe es immer noch einen starken emotionalen Bezug zu den alten Kennzeichen.

Zwölf Städte sind der Kennzeichen-Initiative für eine Rückkehr zu den alten Nummernschildern zwischenzeitlich beigetreten, 15 weitere überlegen noch. Sie berufen sich auf ein Forschungsprojekt der Hochschule Heilbronn, wonach besonders junge Leute für ihr Auto eine Sehnsucht nach den alten Orts- und Kreiskennzeichen entwickelt haben, die vor 40 Jahren im Zuge der Kreisreform auf die Auslaufliste gesetzt worden waren.

Bei dem Treffen im Rathaus von Schwäbisch Gmünd verständigten sich die Bürgermeister der infrage kommenden baden-württembergischen Städte nun auf ein sogenanntes Bürgerwahlmodell, das Landräten, dem Verkehrsministerium in Stuttgart und dem Bundesrat (letzte Instanz) als Entscheidungsgrundlage vorgelegt werden soll. Inhalt ist die grundsätzliche Reaktivierung der abgeschafften Kennzeichen.

Jeder Auto-Besitzer soll künftig die freie Auswahl zwischen seinem bisherigen oder dem alten Kennzeichen haben. Aus dem Landkreistag und den Verkehrsministerien in Stuttgart und Berlin gibt es bereits positive Äußerungen.