Holzbauunternehmen Michael Brüner und Ernst Zwick verhelfen Münchner Norden zu mehr Lebensqualität
Von Rainer Bombardi Donaueschingen-Wolterdingen. Ab nächster Woche sorgt Handwerkskunst aus dem Bregtal für ein Stück mehr Wohnqualität im Münchner Norden. Auf 150 Metern Länge schützt eine Lärmschutzwand von 3,80 Metern Höhe die Kinder in einem Kindergarten vor dem Verkehrslärm der angrenzenden Straßen.Die beiden Holzbauunternehmen Michael Brüner aus Bräunlingen und Ernst Zwick aus Wolterdingen haben in Zusammenarbeit mit dem Frauenhofer-Institut in Stuttgart und der Bergischen Universität Wuppertal eine Lärmschutzwand entwickelt, von der es bislang nur wenige ihrer Art gibt.
Seit Wochen arbeiten die beiden Holzbauunternehmen auf Hochtouren. Tag und Nacht wird gezimmert, gesägt und gehämmert, was das Zeug hält. Die Weiterentwicklung der aus Lärchenholz hergestellten Lärmschutzwand setzt auf Lavagestein und Stroh zur Schalldämmung. In Sachen Schallabsorbtion ist sie in der höchsten Kategorie eingeordnet. Zudem ist sie feuerfest und steinwurf-resistent.
Die beiden Geschäftsführer aus dem Bregtal freuten sich vor allem darüber, dass ihre Wand allen Vorschriften des Bundesimmissionsgesetzes entspricht. Ihre Feuertaufe bestand die Lärmschutzwand in Konstanz. Dort schützt sie seit 2010 ein Naturschutzgebiet vor Lärm. Zudem gibt die aus reinen Naturmaterialien hergestellte Wand keine Giftstoffe ins angrenzende Gebiet ab.
Zwick spricht von einem Durchbruch in Sachen Lärmschutz. Die Möglichkeit zur Begrünung der Wand auf der Rückseite erhöht die Lebensqualität der vom Lärm geplagten Menschen. Das Abenteuer in Richtung München begann mit einem Schwertransport in der Nacht zum Donnerstag. Der Nachttransport war notwendig, um die insgesamt 30 Elemente mit ihrer Breite von fünf Metern möglichst sicher nach Unterföhring zu verfrachten. Dort montieren Mitarbeiter der beiden Holzbauunternehmen die Lärmschutzwand vor Ort.