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Donaueschingen IMS Gear muss bis zu 350 Stellen streichen

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Fotos: IMS Gear Foto: Schwarzwälder Bote

Die Corona-Pandemie und die konjunkturelle Abkühlung trifft das Unternehmen IMS Gear hart. Bei dem Zulieferer mit Schwerpunkt Automobilindustrie könnte der Umsatz um 90 Millionen Euro sinken, es werden Arbeitsplätze abgebaut.

Donaueschingen (jak). Die Corona-Pandemie wird große Auswirkungen auf die Wirtschaft haben. Das ist nun auch am Donaueschinger Unternehmen IMS Gear zu sehen. Nachdem der Zahnrad- und Getriebespezialist seit dem 30. März in vielen Bereichen in Kurzarbeit ist, müssen die drei Vorstände Bernd Schilling, Dieter Lebzelter und Wolfgang Weber einen noch schweren Schritt gehen: Bis zu 350 Arbeitsplätze müssen abgebaut werden.

Bereits die konjunkturelle Abkühlung, die seit mittlerweile gut zwei Jahren in der Automobilbranche herrscht, ist an IMS Gear nicht spurlos vorbeigegangen: "Dieser Negativtrend hat sich auch bei IMS Gear niedergeschlagen", blickt Bernd Schilling auf das vergangene Geschäftsjahr zurück. Geplant war ein Umsatz von rund 580 Millionen Euro. Doch es wurden dann letztendlich nur 500 Millionen Euro. "Diese Belastung konnten wir mit einem Kostenprogramm jedoch teilweise kompensieren", kommentiert Schilling.

Und dann kam das Coronavirus, das weite Teile der Wirtschaft phasenweise komplett lahmgelegt hat. Das habe hat auch IMS Gear schmerzhaft zu spüren bekommen: "Was die Umsatzentwicklung für das Jahr 2020 anbelangt, sind wir zunächst vorsichtig optimistisch von einer im Vergleich zum Vorjahr leichten Steigerung von 500 Millionen auf rund 520 Millionen Euro ausgegangen. Die Corona-Krise hat jedoch auch IMS Gear mit voller Wucht getroffen", sagt Dieter Lebzelter. Die Umsätze wären im ersten Quartal und insbesondere im April stark eingebrochen. Deshalb war am 30. März Kurzarbeit eingeführt worden, die auch fortgeführt werde.

"Eine Prognose darüber", so Lebzelter weiter, "ob und wie schnell sich die Märkte von diesem ›Corona-Schock‹ wieder erholen werden, gleicht dem sprichwörtlichen Blick in die Kristallkugel. Was sich aber bereits deutlich abzeichnet und wovon wir ausgehen müssen: Anders als bei der Finanz- und Wirtschaftskrise 2007/08 wird sich die konjunkturelle Erholung dieses Mal nur langsam einstellen. Fraglich ist zudem, ob und wann der Automobilmarkt wieder die Größenordnung erreicht, die er vor der Corona-Krise hatte."

Erneute Einbußen beim Umsatz liegen bei 90 Millionen Euro

Angesichts dieser geänderten Rahmenbedingungen werde sich der Umsatz von IMS Gear bis Jahresende zwangsläufig weit unter den ursprünglichen Planzahlen bewegen, insbesondere im zweiten Quartal. "Wir können für das laufende Jahr nicht mehr von einem leichten Wachstum ausgehen, sondern müssen einen erneuten Umsatzeinbruch mit einem Volumen von circa 90 Millionen Euro verkraften", erklärt Lebzelter. Damit werde sich der Jahresumsatz voraussichtlich in einer "Größenordnung von höchstens 430 Millionen Euro" bewegen und es sei mit einem hohen Jahresverlust zu rechnen.

Damit muss IMS Gear innerhalb von zwei Jahren einen Umsatzeinbruch von 170 Millionen Euro verkraften. "Einem Umsatz, der in diesem Jahr zum zweiten Mal in Folge deutlich eingebrochen ist, steht eine Unternehmensgröße – und damit Kostenstrukturen – gegenüber, die auf Wachstum auf einem viel höheren Niveau ausgerichtet war", so Lebzelter. Das Verhältnis zwischen Umsatz und Kosten sei aus dem Gleichgewicht geraten. "Dieses Gleichgewicht müssen wir wiederherstellen, um die Existenz unseres Unternehmens zu sichern", erklärt Lebzelter.

Doch welche Auswirkungen hat das nun genau? "Um IMS Gear auch weiterhin auf einer gesicherten finanziellen Basis und dauerhaft wettbewerbsfähig zu halten, müssen wir unser Unternehmen wieder in eine Struktur überführen, die dieser Umsatzentwicklung entspricht und Kosteneinsparungen in einer Größenordnung von mindestens 35 Millionen Euro erzielen", erklärt Wolfgang Weber. Rund 25 Millionen Euro sollen durch Personalkostenanpassungen in Deutschland eingespart werden. "Das entspricht einem Abbau von bis zu 350 Arbeitsplätzen. Hierzu werden wir mit den Arbeitnehmervertretern in Gespräche gehen, um eine für alle Beteiligten zukunftsfähige Lösung zu finden", so Weber.

Wolfgang Harter, Vorsitzender des IMS Gear-Betriebsrats, ordnet die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen als "zweifellos sehr schwierig" ein. "Dennoch wird es bei den anstehenden Gesprächen aus meiner Sicht vorrangig darum gehen, den Stellenabbau auf einem absolut erforderlichen Minimum zu halten und soziale Härten weitestgehend zu vermeiden beziehungsweise abzufedern."

Ab 2021 erwartet Vorstandsteam moderates Wachstum

Doch auch wenn jetzt harte Schritte nötig sind, Bernd Schilling sieht eine Perspektive: "Wir sind überzeugt, dass wir nach diesen schweren Einschnitten mit einer angepassten Struktur sowie bewährten und neuen Produkten in den Jahren ab 2021 wieder einen – wenn auch zunächst moderaten – Wachstumskurs einschlagen werden." Dieser werde auch zu einer Stärkung der deutschen Standorte führen. "Den Fokus richten wir dabei weiterhin auf Qualität und die Belange unserer Kunden", so Schilling.

Der Stellenabbau: Betroffen sind davon die Standorte in Donaueschingen, Eisenbach, Trossingen und Villingen-Schwenningen, wobei die Standorte selbst gesichert sein sollen, so die Auskunft. "Darüber hinaus können und wollen wir den jetzt anlaufenden Gesprächen zwischen Unternehmensleitung und Arbeitnehmervertretern keinesfalls vorgreifen", sagt IMS Gear-Vorstand Dieter Lebzelter.

Die Investitionen: In den vergangenen Jahren hat IMS Gear viel investiert unter anderem in ein Werk in Villingen. "Wir behalten die Kostenseite zwar fest im Blick, trotzdem gibt es keinen rigorosen Investitionsstopp", so Lebzelter. Notwendige und für die Weiterentwicklung des Unternehmens wichtige Investitionen würden weiter getätigt, das Volumen soll allerdings sehr viel geringer als in den vergangenen Jahren ausfallen.

Werk in VS: "An den Planungen für eine Erweiterung unseres Standortes in Villingen-Schwenningen halten wir grundsätzlich fest. Wir haben sie soweit konkretisiert, dass das Projekt ohne große Vorlaufzeit in die Umsetzung gehen könnte." Eine endgültige Entscheidung sei aber noch nicht gefallen.

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