Gutachten zur Tunnelelektrifizierung liegt im Sommer vor. Arbeiten an Haltepunkten Hüfingen und Döggingen.
Donaueschingen - Der Zweckverband Regio-Nahverkehr und der Schwarzwald-Baar-Kreis hatten im November 2011 die Vereinbarung zur Elektrifizierung der Höllentalbahn auf den 38 Kilometern zwischen Neustadt und Donaueschingen auf den Weg gebracht (wir berichteten).
Der Abschnitt von Freiburg bis Neustadt ist seit 1934 angeschlossen, der rund 38 Kilometer lange Abschnitt bis Donaueschingen hingegen kann bislang nur mit Diesellokomotiven befahren werden. Im Bahnhof Neustadt ist deshalb für Reisende Umsteigen angesagt. Doch das vor eineinhalb Jahren von den beiden Landkreisen aufs Gleis gehobene Projekt "Breisgau-S-Bahn 2020" mit der Modernisierung der Strecken für S-Bahnen an den Kaiserstuhl, ins Höllental, Elztal oder ins Münstertal hat bislang noch nicht viel an Fahrt gewonnen.
Zum einen hat die Bahn AG ihre Kostenschätzungen mehr als verdoppelt, was zu Nachverhandlungen führt für das bislang auf 212 Millionen Euro veranschlagte Gesamtpaket. Knackpunkte sind vor allem Kostenexplosionen bei der Elztalbahn oder der Breisacher Bahn.
Zum anderen bergen die rund 25 Kilometer der Bahnstrecke auf dem Gebiet des Landkreises Breisgau-Hochschwarzwald und weitere 13 Kilometer im Schwarzwald-Baar-Kreis auch technische Tücken, bevor wie geplant ab 2018 durchgängige Zugverbindungen von Breisach nach Villingen fahren können.
So müssen die Haltepunkte Hüfingen und Döggingen auf die erforderliche Länge von 140 Metern angepasst werden. Die Arbeiten befinden sich in der Vorplanung. In Hüfingen ist eine Verlängerung um 30 Meter erforderlich.
In Bräunlingen wurden im Januar zwei Planungsvarianten erörtert, da die Dögginger Bahnsteige nicht mehr den heutigen Standards entsprechen.
Hoffnungen, dass die Züge nach Abschluss der Baumaßnahmen schneller fahren werden, konnte der Geschäftsführer des Zweckverbands Regio-Nahverkehr Uwe Schade im Gespräch mit unserer Zeitung nicht bestätigen. Dies sei nicht ohne weitere Gleisarbeiten und damit zusätzlichen Kosten möglich. Veranschlagt wurden bisher für das 17-Millionen-Euro-Projekt seitens des Schwarzwald-Baar-Kreises acht Millionen Euro. Die Maßnahme wird nach dem Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz (GVFG) zu 80 Prozent durch den Bund gefördert. Offen sind die Kosten für die Tieferlegung der Gleise zur Tunnelelektrifizierung, da in einigen Abschnitten die Gleise stärker abgesenkt werden müssen, als bisher geplant. Genaue Aussagen hierzu seien erst nach Abschluss der Gutachten im Mai oder Juni möglich, so Schade.