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Donaueschingen Hier kann die Seele langsam heilen

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Kirstin Deter (links) und Marion Hirt vom Verein Grauzone reichen den Opfern sexueller Gewalt ihre helfende Hand. Foto: Alt Foto: Schwarzwälder-Bote

Von Alexandra Alt Donaueschingen. Sexuelle Gewalt kommt in den besten Familien vor – leider. Allein in Donaueschingen registrierte der Verein Grauzone – Hilfe bei sexueller Gewalt seit Jahresbeginn 24 Fälle. Die Sozialpädagoginnen Kirstin Deter und Marion Hirt nehmen die Opfer an die Hand."Es ist egal, ob man in der Stadt oder auf dem Land lebt oder in welchem Milieu man aufwächst. Sexueller Missbrauch gibt es in Arzt- und Polizistenfamilien genauso, wie bei Maurern", erklärt Marion Hirt, die neu zum Grauzone-Team gestoßen ist. Die sozialpädagogische Beraterin hat sich auf Traumaberatung und -begleitung spezialisiert und leitet bei der Grauzone eine angeleitete Gesprächsgruppe für Frauen. Eine Mädchengruppe soll noch hinzukommen.

"Bei sexueller Gewalt geht es weniger um Sex als um die Ausübung von Macht", erklärt die 51-Jährige. Gerade das mache es für die Umgebung schwer, den Missbrauch zu erkennen. "Ein Kind kann plötzlich gut oder schlecht in der Schule sein, sich zurückziehen oder aggressiv reagieren", zählt Kirstin Deter auf. Dagegen könne Bettnässen auch eine banalere Ursache wie den Wegzug der besten Freundin haben.

Grundsätzlich aber gelte: Wenn sich ein Kind schon dahingehend äußert, dass sexuelle Gewalt im Spiel sein können, sollte dem Kind geglaubt werden. "Das Kind sollte Anerkennung dafür erfahren, dass es den Mut hatte, das zu äußern. Vor allem kleinere Kinder haben nicht die Möglichkeit sexuellen Missbrauch auszudrücken", sagt Hirt. Da müsse man schon ganz genau hinhören, Lehrer und Kindergärtner sensibilisieren. Deshalb geht der Verein auch in Schulen und Kindergärten, bietet Schulungen und Kurse an.

Natürlich richtet sich der Fokus der beiden Pädagoginnen auf die Beratung und Betreuung von Betroffenen. Wer den ersten Schritt wagt und Hilfe bei der Grauzone sucht, wird zum Gespräch eingeladen. "Der Klient bestimmt dann wie es weitergeht – ob der Täter angezeigt wird oder nicht", sagt Deter. Sie und ihre Kollegin unterliegen der Schweigepflicht, könnten aber auch davon entbunden werden, wenn das Kindeswohl gefährdet ist. Seit dem Skandal um die Missbrauchsfälle in Heimen der katholischen Kirche sei die Hemmschwelle der Opfer wahrnehmbar gesunken. Betroffene würden nun viel eher als früher Hilfe suchen, anstatt ganz allein mit dem Erlebten fertig zu werden.

Genauso wichtig wie die Opferbegleitung seien die angebotenen Präventionskurse wie "Weil ich ein Mädchen bin", der am 1. August startet. Sein Inhalt: Stärken stärken, Schwächen schwächen. "Mädchen werden dazu erzogen, lieb zu sein. Aber es gibt Situationen, wo sie noch lieb sein brauchen, wo sie zickig sein dürfen", erklärt Deter. Und zwar dann, wenn nach ihrem Empfinden Grenzen überschritten werden. Dabei stehen auch Rollenspiele auf dem Programm. Am Ende sollen die Mädchen gestärkt und selbstbewusst aus dem viertägigen Kurs herausgehen.

Weitere Informationen: "Weil ich ein Mädchen bin", Selbstsicherheitskurs für Mädchen im Alter von 12 bis 15 Jahren, vom 1. bis 4. August, jeweils von 10 bis 13 Uhr. Anmeldungen und weitere Informationen unter Telefon 0771/41 11. Anmeldeschluss ist der Freitag nächste Woche, 15. Juli.

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