Einige Leerstände gibt es momentan in der Karlstraße, sowohl bei Kneipen wie die Viaggi Bar und Ladenflächen. Foto: Strohmeier

Schärfere Konturen für Innenstadt. Weiterentwickeltes Konzept als Ergebnis der Zukunftswerkstatt 2013.

Donaueschingen - Der Gemeinderat hat das Einzelhandelskonzept, das ursprünglich aus dem Jahr 1988 stammt und 2003 erstmals überarbeitet wurde, erneut ergänzt. Notwendig wurde dies wegen neuer Entwicklungen in der Stadt, der Zukunftswerkstatt im vergangenen Jahr und neuer Gesetze.

Bei der Zukunftswerkstatt im Jahr 2013 kristallisierten sich verschiedene Maßgaben heraus. Dies waren: eine klarere Definition des Stadtzentrums, eine bessere Vernetzung Brigach und Innenstadt, bessere Anbindung des Posthofs an die Innenstadt, Branchenmix-Förderung, die Innenstadt als Lebensraum gestalten, bessere Vernetzung von Handel und Gastronomie, Barrierefreiheit sowie Aufbau eines Ladenflächen-Managements.

Antje Schnacke-Fürst vom Büro Acocella erläuterte die neue Innenstadtabgrenzung im Gemeinderat. Wesentliche Veränderungen gibt es in der Villinger Straße, hier wird die handelsrelevante Grenze nach dem Geschäft Foto-Fischer neue gezogen. Die Josefstraße gehört aufgrund des Bestands weiterhin zur Innenstadt, man nahm aber den Posthof heraus. Er wird jedoch in der Nahversorgung als wichtig erachtet.

Unterschieden wird die so genannte Sortimentsliste in zentralrelevante Sortimente und nicht zentralrelevante Sortimente. Die erste Gruppe hat wiederum zwei Unterkategorien: sonstige und Nahversorgungsrelevante Sortimente. Dazu gehört von den Bastel- und Geschenkartikeln über Bücher, Kommunikationselektronik bis hin zu Kosmetika, Schuhe, Spielwaren, Schmuck, Drogerie, Zeitungen und Zooartikeln.

Bei dem nicht zentral­relevanten Sortiment sind beispielsweise genannt: Bad- und Sanitäreinrichtung, Beleuchtung, Bodenbeläge, Boote und Zubehör, Farben, Holz, Küchen, Pflanzen und Werkzeuge. Jede Stadt stellt hier eine individuelle Sortimentsliste zusammen. Es gibt noch die Ausnahme, bei Großflächenmärkten dürfen bis zu zehn Prozent beziehungsweise 800 Quadratmeter diese Sortimente aufweisen.

Einige Bestandteile des Einzelhandelskonzepts haben reinen rechtlichen Ursprung. Sollte es zu einem Gerichtsprozess kommen, müssen einige Eckpunkte definiert sein, wie beispielsweise wie viel Quadratmeter für welches Sortiment zulässig ist.

War es früher auch der reine Einzelhandel, so definiert der Gesetzgeber die Innenstadt heute über die Parameter Einzelhandel, Kultur, Gastronomie und Dienstleistung. Insgesamt will man so ein lebendige und attraktive Innenstadt gewährleisten. Aus diesem Grund wurden beispielsweise die Donauhallen neu in den Innenstadtbereich aufgenommen – sie vertreten den Aspekt Kultur.

Insgesamt will die Verwaltung die Innenstadt in der neuen Abgrenzung kompakter entwickeln, man will ein weiteres "ausfransen" verhindern. Stattdessen soll sich alles mehr auf die Karlstraße und angrenzende Straßen konzentrieren.