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Donaueschingen Gelebte Integration nach Noten

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Der für 40jährige Mitgliedschaft geehrte Narciso Moreno mit seiner geliebten Klarinette. Foto: Fischer Foto: Schwarzwälder-Bote

Beim letzten Jahreskonzert der Musikkapelle Neudingen wurden drei Musiker für ihre 40-jährige Mitgliedschaft geehrt, darunter Narciso Moreno.

Donaueschingen. Der Vorsitzende Werner Giray bezeichnete ihn als den temperamentvollen Spanier und den disziplinierten und verantwortungsbewussten Deutschen in einer Person. Und er fügte voller Stolz hinzu: "Wir praktizieren seit über 40 Jahren erfolgreich die Integration."

Im Gespräch kann sich Narciso Moreno voll und ganz mit der Aussage seines Vorsitzenden identifizieren. Seine Eltern kamen 1964 nach Neudingen und fanden in den Gummiwerken Arbeit, sie wollten allerdings nur etwa ein bis zwei Jahre bleiben, doch daraus wurde ein Aufenthalt bis zu ihrem Tod vor wenigen Jahren. Neudingen wurde ihre zweite Heimat, obwohl sie zunächst nur wenige Brocken Deutsch konnten. Damals herrschte anfangs noch die Franco-Diktatur in Spanien. Den 1963 im andalusischen Heimatdorf San Bartolome de la Torre geborenen Narciso, der seine frühe Kindheit bei den Großeltern verbrachte, holten 1969 seine Eltern dann nach Neudingen, wo er sofort in die Neudinger, bald in die Pfohrener Grundschule und später in die Hauptschule ging. Freimütig, aber ohne Klage gibt Narciso zu, dass es in der ersten Jahren einerseits eine schwierige Zeit war, vor allem was das Erlernen der deutschen Sprache betrifft; dennoch kann er von einer glücklichen Kindheit und Jugendzeit sprechen. Er war rasch in die verschworene Dorfgemeinschaft der Kinder und Jugendlichen einbezogen, wobei seine spanische Herkunft überhaupt kein Hindernis bildete.

Er war ein Neudinger, war zu allen Streichen aufgelegt, spielte rund 30 Jahre Fußball beim FC Pfohren. Und es zog ihn bald auch zur Musik, zur Dorfkapelle. Da er aber unbedingt Klarinette spielen wollte, musste er warten, bis sein Vater ihm für 1000 Mark eine Klarinette kaufte, die er heute noch stolz sein eigen nennt, und von da an, seit 1977, spielt er bis auf den heutigen Tag mit Begeisterung in der Neudinger Kapelle. Während der aktiven Fußballerzeit war es mit den beiden Hobbys nicht immer einfach, die Termine mit Training, Probe und Auftritten zu koordinieren.

Auch wenn Narciso Moreno seit 2000 in Donaueschingen wohnt, so ist er immer noch Teil der Neudinger Dorfgemeinschaft, denn von der großen Familie der Morenos mit den vielen nachgezogenen Onkeln, Tanten, Geschwistern, Cousins und Cousinen leben alle auf der Baar; die Verbindung zur spanischen Heimat und den dort lebenden Verwandten ist jedoch nie abgerissen. Zusammen mit der Stadtkapelle Neudingen will Narciso Moreno noch viele Jahre Musik machen.

So kann Narciso Moreno als ein ideales Beispiel für gelungene Integration gelten, gerade angesichts der aktuellen Berichte, wie immer mehr junge Flüchtlinge durch eine Berufsausbildung erfolgreich integriert werden können – und durch Vereine.

Ihre Redaktion vor Ort Donaueschingen

Cornelia Spitz

Fax: 07721 9187-60

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