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Donaueschingen Gastronomie kämpft mit der Krise

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Ein Fahrzeug von Lieferservice Donaueschingen vor dem "Twist hoch 2". Das Lokal erreicht rund 80 Prozent der üblichen Einnahmen. Foto: Schwarzwälder Bote

Die Herzen der Händler schlagen wieder höher. Seit Montag haben Geschäfte mit einer maximalen Ladenfläche von 800 Quadratmetern wieder für Kunden geöffnet. Es fließt wieder Geld in die Kassen. Anders sieht das jedoch bei der Gastronomie aus.

Donaueschingen/Bräunlingen (guy). Kneipen, Bars, Restaurants – sie haben geschlossen, bieten lediglich einen Abhol- oder Lieferservice ihrer Speisen und Getränke an. Die Lockerung mit der neuen Corona-Verordnung haben sie nicht getroffen. Mit Ausnahme von Eisdielen und Cafés, die dürfen in Donaueschingen ihre Produkte zur Abholung vor Ort anbieten.

Aber wie läuft das Geschäft mit Abholung und Lieferung? Ist es eine Lösung, mit der die Gastronomen noch längere Zeit auskommen? Dazu gebe es unterschiedliche Ansichten, aber es hänge auch davon ab, was genau angeboten werde, sagt Christian Köster, Betreiber der beiden Twist-Lokale und Initiator von Lieferservice Donaueschingen. "Wenn es in einer Stadt etwa mehrere Restaurants gibt, die deutsche Küche anbieten, dann ist das quasi geteiltes Brot", sagt Köster. Mit der amerikanischen Küche im Twist hoch zwei stehe man neben dem Double Six Diner im Industriegebiet allein da. Es seien zudem auch jeweils andere Gäste.

Unter den Umständen laufe es für Köster im Twist hoch zwei aktuell gut: "Mit dem Lieferangebot fangen wir bei uns etwa 80 Prozent auf", sagt er. Was dennoch fehle, das seien die Einnahmen über den Barbetrieb oder Veranstaltungen. "Das wird dadurch nicht kompensiert."

Wie lange die Situation so noch weitergehen kann? "Gute Restaurants, bei denen der Lieferservice funktioniert, können das noch etwa drei Monate machen. Bei jenen, die auf vor Ort trinkende Kundschaft angewiesen sind, geht es nicht so lange."

Auch wenn sich die Situation irgendwann wieder normalisiert habe, werde es nicht sofort wie zuvor weiterlaufen, sagt Köster. "Ich glaube nicht, dass die Gäste sofort wieder strömen, als wäre nichts gewesen. Es wird nicht sein wie davor." Sei man nicht gut aufgestellt, dann könne das Scheitern auch noch kommen, wenn die Verordnungen eventuell schon eine Weile aufgehoben seien. "Die Hoffnung stirbt zuletzt. Aber daran werden manche scheitern." Das Angebot über den Lieferservice Donaueschingen laufe weiter gut: "Gefühlt ist es mehr geworden", so Köster. Es funktioniere auch deshalb so gut, weil es auf viele Schultern verteilt sei.

In Bräunlingen bieten nahezu alle Gastronomen auch eine Abholmöglichkeit an. "Für uns ist das allerdings eher uninteressant. Das gibt es daher nur sonntags", erklärt Johannes Dury vom Hotel-Restaurant Lindenhof. Dafür laufe es an den Sonntagen sehr gut: "Am Ostersonntag hatten wir etwa rund 150 Essen. Ansonsten sind es auch sehr viele." Dazu gebe es kein Wegwerf-Geschirr, sondern richtiges: "Die Leute bringen das dann sogar meist gespült wieder zu uns zurück", so Dury.

Hotelbetrieb für Geschäftsreisende

Der Hotelbetrieb laufe unter Einschränkungen weiter für Geschäftsreisende: "Das Frühstück bekommen sie gerichtet und müssen dann eben im Zimmer essen. So ist es auch beim Abendessen." Dafür gebe es ein Gericht. Auch dem Umstand geschuldet, dass sich viele im Betrieb in Kurzarbeit befinden.

Was wegfalle, sei etwa der Getränke-Umsatz. "Dauerhaft ist das natürlich ein Problem", so Dury.

Belastend ist auch die Ungewissheit, wann es mit dem Betrieb regulär weiterlaufen kann: "Das kann leider niemand so genau sagen." Anfangs habe man sich an bestimmten Daten orientiert: "Jetzt schauen wir täglich, welche Neuigkeiten es gibt. Wir rechnen allerdings auch nicht damit, dass alles auf einen Schlag wieder normal sein wird", sagt Dury. Der Betrieb erhalte viele Absagen: Kommunionsfeiern, Gruppenreisende, Hochzeiten.

"Die Leute freuen sich, dass ich überhaupt noch offen habe", sagt Rita Limberger von Ritas Café. Sie müsse nur sehr wenig ausliefern, meistens kommen die Kunden und holen sich die Kuchen selbst ab. Da man nicht wisse, wie lange genau die Situation anhalten werde, habe sie sich dazu entschieden, das Liefern nur am Wochenende anzubieten. "Ab dieser Woche können die Leute wieder direkt an der Theke den Kuchen abholen, natürlich mit den notwendigen Vorkehrungen, wie etwa dem Sicherheitsabstand", sagt Limberger.

Was ihr wegfalle, sei der Kaffee, für den sich die Leute eigentlich am Nachmittag Zeit nehmen und auch mal sitzen bleiben: "Das ist halt jetzt nicht drin." Gerade bei schönem Wetter wäre viel los. Im Café etwas anzubieten, das wäre aufgrund der Raumsituation nicht möglich: "Durch die Abstandsregeln könnte ich nur zwei Tische aufstellen." Daher sei Limberger froh, dass über das Wochenende etwas reinkäme: "Wir warten ab und harren der Dinge."

Die Aktualisierung der Corona-Verordnung sieht zwar einige Lockerungen, vieles bleibt jedoch weiter geschlossen. Das sind etwa: Gastronomiebetriebe, abgesehen vom Außerhaus-Verkauf, Bars, Clubs, Diskotheken, Kneipen und ähnliche Einrichtungen. Theater, Opern, Konzerthäuser, zoologische und botanische Gärten und ähnliche Einrichtungen. Messen, Kinos, Freizeitparks und Anbieter von Freizeitaktivitäten (drinnen und draußen). Spielhallen, Spielbanken, Wettannahmestellen und ähnliche Einrichtungen. Der Sportbetrieb auf und in allen öffentlichen und privaten Sportanlagen, Schwimm- und Spaßbädern.

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Cornelia Spitz

Fax: 07721 9187-60

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