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Donaueschingen Funklöcher klaffen teilweise immer noch

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Wenn es um die Mobilfunkabdeckung geht, ist Hausen vor Wald das Sorgenkind im Städtedreieck. Max Neuhauser unterrichtet erst seit kurzem an der Schellenberg-Schule und kennt das Problem schon: kein Empfang direkt vor dem Schulgebäude. Foto: Wursthorn

Donaueschingen/Hüfingen/Bräunlingen - Auch wenn die Anbieter technisch ordentlich aufgerüstet haben: Das Thema Funklöcher hat sich nicht erledigt.

Die Reaktion in diesem Moment variiert zwischen gelassen, ärgerlich oder peinlich berührt: Man fährt mit dem Auto, telefoniert – natürlich über die Freisprechanlage – und plötzlich bricht das Gespräch ab. Ein Funkloch, natürlich! Zugegeben, die Problematik hat an Bedeutung verloren, die Anbieter haben technisch kräftig aufgerüstet. Gleichwohl: Das Thema hat sich nicht erledigt.

Der Stadt seien auf Donaueschinger Gemarkung keine bestehenden Funklöcher bekannt, sagt Rathaussprecherin Beatrix Grüninger. Beschwerden von Bürgern gebe es auch nicht. Man lade regelmäßig zu gemeinsamen Koordinationsgesprächen mit den Mobilfunkbetreibern ein. Ziel dieser Gespräche sei es, die Betreiber dazu zu bringen, dass sie ihre Standorte für Mobilfunkstationen bündeln und koordinieren.

Gespräch bricht ab

Was passiert aber, wenn man auf der Landesstraße im Bregtal zwischen "Schwarzem Buben" und Rückhaltebecken fährt? Das Gespräch bricht ab, der LTE-Empfangsbalken fährt hoch und runter. Und dennoch ist die offizielle Einschätzung nicht falsch. Der Mobilfunkanbieter Vodafone spricht von einem massiven Ausbau im Landkreis in den vergangenen Monaten. Von 18 LTE-Bauprojekten seien vier in Donaueschingen realisiert worden, so Konzernsprecher Volker Petendorf. Fünf Mobilfunkstationen versorgten nahezu die gesamten besiedelten Flächen. "Weiße Flecken" gebe es innerhalb von Gebäuden und an einzelnen Stellen. An bestehenden Vodafone-Stationen in Bräunlingen und Donaueschingen werde erstmals LTE-Technik installiert.

Der Telekom seien nur wenige Beschwerden für den Schwarzwald-Baar-Kreis bekannt, sagt Pressesprecherin Lena Raschke. Das Netz soll ausgebaut werden. Doch da gebe es Hindernisse: "Wir können nicht immer so realisieren, wie wir gerne würden." In Hausen vor Wald findet die Telekom keinen geeigneten Standort. Und der wäre wichtig. "Zwischen Auenberg, der Fläche Richtung Opferdingen und Behlaer Höhe liegen wir richtig im Loch", klagt Ortsvorsteher Hans-Peter Münzer im Namen vieler Bürger über die miserable Mobilfunkversorgung in Hausen vor Wald.

Die kennt auch sein Amtskollege Christoph Martin. Der Ortsvorsteher sieht sein Dorf Behla zufriedenstellend versorgt. Als Orthopädietechniker im Außendienst telefoniert er viel. Um Zeit zu sparen, auch im Auto. Da sei es gegenüber weit entfernten Kunden doch recht peinlich, wenn man auf der Anfahrt auf Hausen eine Gesprächspause ankündigen müsse. Die Problematik liegt offenkundig im dünner besiedelten Raum. Noch ein Ortsvorsteher kennt die Erfahrung. Wenn Winfried Klötzer von Bräunlingen nach Unterbränd fährt, dann wird die Verbindung im Wald schlecht. Erst am Ortseingang wächst der Empfangsbalken wieder. "Klar, es ist die Frage, ob die Leute noch einen Funkmasten wollen", sagt Klötzer. Umgekehrt stelle sich die Frage, was passiert, wenn in diesem "weißen Fleck" bei einem Unfall kein Hilferuf möglich wäre.

Hinlänglich bekannt ist, dass es in weiten Teilen der Wutachschlucht keinen Handyempfang gibt. Mit diesem Naturerlebnis zu werben, aber die Risiken nicht zu beheben, passe nicht zusammen, fügt Münzer an. Beim fehlenden Funkmasten in Hausen vor Wald sieht er Versäumnisse der Telekom. Die Stadt wolle durchaus einen Pachtvertrag für einen Standort am Auenberg. Man habe aber wissen wollen, was die Telekom genau installieren möchte und ob weitere Anbieter am Standort mieten. In den Dialog mit dem Anbieter wurde ein Gutachter eingebunden. Seither herrsche Funkstille, bedauert Münzer.

Keine Antworten vom Anbieter Telefónica

Stimmt nicht, sagt die Telekom-Sprecherin. Die relevanten Daten stünden dem Gutachter seit September 2019 zur Verfügung. Das möge so sein, aber eine konkrete Anfrage mit einer Übersicht zum technischen Vorhaben liege der Stadt nicht vor, sagt Hauptamtsleiter Horst Vetter. Er bringt die in Hausen vor Wald aktive Bürgerinitiative gegen weitere Mobilfunkmasten mit in den Dialog. Das könnte eine Einigung schwieriger machen. Der Telekom stehe es frei, sich bei der Standortsuche an Privatleute zu halten. Fördernd wirke die Stadt etwa beim Wasserturm, auf dem mehrere Antennen installiert sind. "Da sorgen wir für den sicheren Zugang und die Arbeitssicherheit", sagt Vetter. "Der Ausbau des Mobilfunknetzes stößt vor Ort auf Widerstände in Teilen der Bevölkerung", sagt Marius Ritter. Der Pressesprecher im Landes-Wirtschaftsministerium sieht nach Aussage der Mobilfunkbetreiber die oft langwierige Standortsuche als Hindernis für einen zügigen Netzausbau. Das Schließen von Mobilfunklöchern obliege den Betreibern, das Land stelle Liegenschaften als Standorte zur Verfügung und knüpfe mitunter Kontakte zwischen Kommunen und Betreibern.

Diese wurden 2019 in der bisher letzten Frequenzauktion dazu verpflichtet, bundesweit 500 weiße Flecken zu schließen: 50 liegen, mitunter durch die Topografie bedingt, in Baden-Württemberg, sechs im Schwarzwald-Baar-Kreis und einer davon zwischen Hüfingen und Blumberg. Der Mobilfunkausbau habe, auch mit Blick auf die Digitalisierungsaufgaben der Wirtschaft, eine hohe Bedeutung.

Keine Antworten kamen bis Redaktionsschluss vom Anbieter Telefónica. Er ist besser unter seiner Kernmarke O2 bekannt.

3G bedeutet ein Mobilfunknetz der dritten Generation. Die auch als Universal Mobile Telecommunication System (UMTS) bekannte Technik schaffte gegenüber den Vorgängern deutlich bessere Übertragungsraten. Erstmals wurde Videostreamen in zufriedenstellender Qualität möglich. Um mehr Platz für die schnelleren Standards G4, auch als LTE/Long Term, zu Deutsch langfristige Entwicklung bekannt, und G5 zu schaffen, räumen die Anbieter die Frequenzen des 3G-Netzwerkes nach und nach ab. Der LTE-Ausbau soll sich insbesondere in der Anfangsphase auf den ländlichen Raum konzentrieren. In den Kinderschuhen steckt der 5G-Ausbau. Die Frequenzen wurden erst im vergangenen Jahr versteigert. 5G gilt als Schlüsseltechnologie für die Industrie. Erzielt werden sollen eine bessere Abdeckung und schnellere Leitungen.

In einer von der Bundesnetzagentur entwickelten App können Bürger unter https://breitband-monitor.de/funkloch Funklöcher melden. Die Ergebnisse werden veröffentlicht und wöchentlich aktualisiert. 2020 ist eine Studie erschienen, auf die das Wirtschaftsministerium Baden-Württemberg verweist. Im Bereich LTE-Abdeckung berücksichtigt die Untersuchung den Ausbauzustand bis September 2019. Beim bundesweiten Ranking sortiert sich Baden-Württemberg auf Platz elf unter 16 Bundesländern ein. Weit hinten positioniert sich der Schwarzwald-Baar-Kreis unter 401 Stadt- und Landkreisen auf Position 315: gleichbedeutend mit Platz 34 im Land. Die Haushaltsabdeckung betrug bei der Telekom 96,4 Prozent, bei Vodafone 95 Prozent und bei Telefónica 82,2 Prozent. Der Kreis Tuttlingen landete auf Platz 379/Platz 40 im Land.

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