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Donaueschingen Ferien im Risikogebiet haben Konsequenzen

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Foto: NicoElNino - anyaberkut – adobe.stock.com

Donaueschingen - Die schönste Zeit des Jahres endet, und dann? Wie gehen Arbeitgeber mit Urlaubsrückkehrern um, welche speziellen Vorkehrungen gibt es über die gesetzlichen Regelungen hinaus?

Bei Sick Stegmann rechnet man mit der Vernunft der Mitarbeiter. "Wir zählen sehr auf die Eigenverantwortung und Mitwirkung unserer Mitarbeiter, um diese besondere Lage unter Kontrolle zu behalten", sagt Melanie Jendro aus der Sick-Pressestelle. Das Unternehmen beobachte die Entwicklung und Auswirkungen von Covid-19 weiterhin sehr aufmerksam und passt Schutzmaßnahmen entsprechend an.

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Schon seit April besteht im Unternehmen Maskenpflicht als kollektiver Fremdschutz. Frühzeitig habe man die Mitarbeiter mit Hinweisen für ihre Reiseplanung versorgt. Es gebe keine Vorgabe, dass sich Mitarbeiter vor Antritt ihrer privaten Urlaubsreise oder nach Rückkehr melden müssen. Es gelten die Regelungen, die der Bund und die Länder herausgeben. "Wir empfehlen weiterhin die konsequente Einhaltung der geltenden Abstands-, Masken- und Hygieneregeln – auch im jeweiligen Reiseland", so Jendro weiter. Auf die behördlichen Quarantäne- und Testvorgaben nach der Reiserückkehr seien die Mitarbeiter hingewiesen.

Auch IMS Gear könne und wolle den Mitarbeitern nicht vorschreiben, wo sie ihren Urlaub verbringen sollen und wo nicht, sagt Personalleiterin Kristin Schäkel auf Anfrage. "Wir informieren sie aber selbstverständlich auf jeweils aktuellstem Stand über die vom Robert-Koch-Institut ausgewiesenen Corona-Risikogebiete und raten dazu, diese Urlaubsdestinationen nach Möglichkeit zu meiden."

Unbezahlt freigestellt

Wer sich trotz Warnungen für eine Reise in ein Risikogebiet entscheidet, muss dies dem direkten Vorgesetzten der unternehmensinternen Covid-19-Hotline mitteilen. Unmittelbar an seinen Arbeitsplatz zurückkehren kann ein Risikogebiet-Rückkehrer, wenn er ein negatives Testergebnis vorlegen kann. Sollte nach dem Aufenthalt in einem Risikogebiet eine Quarantäne erforderlich sein, werden Mitarbeiter unbezahlt freigestellt, so die Personalleiterin.

Im Unternehmen kümmert sich ein Covid-19-Team, dem sechs Mitglieder aus verschiedenen Unternehmensbereichen angehören, in enger Abstimmung mit externen Experten, darunter das Robert-Koch-Institut und verschiedene Gesundheitsämter, über die aktuelle Sachlage zum Thema Corona-Pandemie und leitet aus den gesetzlichen Vorgaben entsprechende praktische Maßnahmen ab.

Bei der Fürstenberg-Brauerei wurden die Mitarbeiter gebeten, ihre Vorgesetzten vor Reiseantritt über die Reisepläne, insbesondere ins Ausland, zu informieren, sagt Ilona Zimmermann aus der Kommunikationsabteilung. Bei Rückkehr aus einem Staat, für den keine Quarantänepflicht gilt, nehme der Mitarbeiter regulär seine Arbeit auf, sofern er sich gesund fühlt. Als Vorsichtsmaßnahme werden, wo betrieblich möglich, dem Mitarbeiter für zwei Wochen nach Rückkehr Aufgaben zugewiesen, die möglichst wenig Kontakt zu Kollegen bedeuten.

Bei Urlaubsrückkehr aus Corona-Risikogebieten können die Mitarbeiter erst nach Vorlage eines negativen, deutschen Corona-Tests, der spätestens 72 Stunden nach der Rückkehr gemacht wurde, in die Firma zurückkehren. In der Firma gelten die üblichen Hygiene- und Abstandsregeln. Wo bei der Arbeit der vorgeschriebene Mindestabstand von 1,50 Meter nicht eingehalten werden kann, sind Mund-Nase-Masken zu tragen, die den Mitarbeitern zur Verfügung gestellt werden.

14 Tage in Quarantäne

Wer ins Risikogebiet fährt, bei dem gingen die Folgen "auf den eigenen Nacken", sagt Joachim Werner, Geschäftsführer von Bromberger Packungen. Vor der Urlaubszeit habe die Firma eine generelle Information herausgegen. Jetzt gilt: Risikorückkehrer weisen eine negative Testung vor oder gehen 14 Tage in Quarantäne. Ob als Urlaub oder unbezahlt, sei dabei freigestellt. In Anspruch genommen habe dies noch kein Mitarbeiter, ergänzt Werner.

Bei den Ricosta-Schuhfabriken wurden die Mitarbeiter im Vorfeld gefragt, wohin sie in Urlaub fahren, sagt Jörg Ertl, der der Geschäftsführung angehört. Nach Rückkehr melden die Mitarbeiter, wo sie waren. Konsequenzen folgen nach einem Aufenthalt in Risikogebieten.

Quarantäne ohne Lohnausgleich drohen dem, der mutwillig dort war. Wo das Urlaubsgebiet erst während des Aufenthalts zum Risikogebiet wurde, "da sind wir noch am Überlegen", so Ertl. Ein "Chaos" seien die sich häufig ändernden Reisebeschränkungen.

Sowohl vor als auch nach dem Urlaub haben Arbeitgeber kein Auskunftsrecht über die Urlaubspläne des Arbeitnehmers. Darauf weist der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) in einer Arbeitsrechts-Info im Internet hin. Ein Urlaub kann nur wegen betrieblicher Belange oder wegen Urlaubswünschen anderer Mitarbeiter abgelehnt werden. Die Quarantäneregeln wiederum werden von den Bundesländern bestimmt. Rechtlich umstritten ist laut DGB, ob ein Arbeitnehmer sein Recht auf Vergütung während der Quarantäne verliert, wenn die Quarantäne nach Rückkehr aus einem Risikogebiet absehbar war.

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