Die Fertigstellung des Hochwasserrückhaltebeckens bei Wolterdingen benötigte sechs Jahre Planungs- und sechs Jahre Bauzeit. Um es betriebsfähig zu halten, werden Parameter jährlich und fünfjährlich überprüft. Foto: Limberger-Andris

Hochwasserrückhaltebecken Wolterdingen wird dauerhaft kontrolliert. Ortsvorsteher Müller: Segen für Ort.

Donaueschingen-Wolterdingen - Eine der wichtigsten Schutzmaßnahmen für Wolterdingen und die Breg- und Donau-Anlieger ist einsatzbereit (wir berichteten). Das Hochwasserrückhaltebecken sei ein Segen für Wolterdingen, so Ortsvorsteher Reinhard Müller.

Offiziell erfolgreich abgenommen wurde der Bau mit einem Probestau kurz vor den Feiertagen im vergangenen Dezember (wir berichteten). Nun würden die dort gemachten Messungen dokumentiert und in einem Bericht ausgewertet, erläutert Oliver Stenzel, stellvertretender Referatsleiter "Plan und Bau an Gewässern I. Ordnung" im Regierungspräsidium Freiburg. Als einsatzbereit dürfe die Anlage nach dem Besuch der Regierungspräsidentin Bärbel Schäfer und Landrat Sven Hinterseh gelten, zumal sich beim Probestau keine Mängel, eher nur marginale Korrekturen, gezeigt hätten.

Er werde bei der morgigen 1. Gmond ausführlich auf dieses wichtige, nun abgeschlossene Projekt eingehen, so Reinhard Müller. Nach dem Hochwasserereignis vor 22 Jahren herrsche nun endlich für Wolterdingen und die Unterlieger an Breg und Donau ein verbesserter Schutz vor einem Jahrhundert-Hochwasser. In Bräunlingen seien durch die Flutmulde und in Hüfingen durch Maßnahmen an der Breg weitere Schutzmaßnahmen bereits vor Jahren ergriffen worden, die das Wolterdinger Becken trefflich ergänze.

Das Rückhaltebecken war am 23. Dezember 2012, nach einem vorangegangenen Wasseranstau, über mehrere Tage hinweg wieder abgelassen worden. Die technischen Einrichtungen funktionierten nach Angaben des Regierungspräsidiums problemlos, die erforderlichen Messungen beim stufenweisen Ablauf zwischen vier und 75 Kubikmetern Wasser je Sekunde wurden erfasst.

Theoretisch wäre auch ein Ablauf über der Marke von 75 Kubikmetern je Sekunde möglich, erläutert Reinhard Müller – bis zu 100 oder 110 Kubikmeter. Diese Werte lägen allerdings über den, die im Planfeststellungsverfahren festgelegten 75 Kubikmetern, die einem 100-jährlichen Hochwasser entsprechen. Bei einem derart erhöhten Ablauf im dreistelligen Bereich müssten die Behörden eingebunden und die Unterlieger rechtzeitig informiert werden, damit dort Maßnahmen zum Hochwasserschutz ergriffen werden könnten, erläutert Reinhard Müller.

Künftig werde das Wolterdinger Becken in jährlichen und fünfjährlichen Abständen überprüft, so Oliver Stenzel. In kurzen Zeitabständen werden etwa die Grundwasserstände kontrolliert und Anlagenteile auf Beweglichkeit überprüft. Ein Ingenieurbüro übernehme längerfristig angelegte Tests der Steuerungstechnik, Programmierung und Hydraulik sowie Messungen der Geotechnik (Feinvermessungen des Dammes) und der Hydrologie.