In luftiger Höhe löst Zunftmeister Michael Lehmann die Sicherungsseile des Frohsinn-Maibaums auf dem Hengstlerplatz. Foto: Müller Foto: Schwarzwälder-Bote

Michael Lehmann verdient sich Knopf

Donaueschingen (rom). Es war eine nasse und kurze Angelegenheit, das Stellen des Maibaums auf dem Hengstlerplatz durch die Narrenzunft Frohsinn, bei der vor allem Muskelkraft gefragt ist.

Nichtsdestotrotz erlebten die rund 50 Zuschauer ein Spektakel sonders gleichen, denn nachdem der 25 Meter hohe Maibaum wie unter fachkundiger Hand der Zimmermannszunft aus Sumpfohren gestellt war, ging es darum, die Sicherungsseile in gut 15 Meter Höhe zu lösen.

Der städtische Bauhof stand mit einer Hebebühne parat, doch die wurde in diesem Jahr nicht benötigt. Es war Zunftmeister Michael Lehmann persönlich, der in Kletterstangen-Manier den Baum erklomm und die Sicherungsseile löste. Warum das Ganze? Michael Lehmann, seit Jahren erprobter Helfer beim Maibaumstellen, wollte schon immer mal einen Knopf, wie ihn die Zimmermänner an ihren Westen tragen, verliehen bekommen. Doch da diese Knöpfe für jeden Zimmermann eine besondere Bedeutung haben, muss man dafür auch etwas Besonderes leisten. Was lag da näher, als den Maibaum kurzerhand zu erklimmen, und die Sicherungsseile in luftiger Höhe zu lösen.

Der zweite Teil der Prüfung stand dann am 1. Mai in Hondingen an. Auch dort wurde ein Maibaum gestellt, und der Zunftmeister musste den Zimmermännern die Suppe ausgeben. Im Anschluss daran hatte er sich seinen "Knopf" dann wahrlich verdient.