Anita Weinber und Karl-Ludwig Reich bereiten im Bürgerstüble die Ausstellung "Erinnerungen" vor. Foto: Bombardi Foto: Schwarzwälder-Bote

Allmendshofer Bürgerstüble wird Dreh- und Angelpunkt einer einzigartigen Ausstellung und historischer Betrachtungen

Von Rainer Bombardi

 

Donaueschingen-Allmendshofen. "Erinnerungen" an Allmendshofen und Umgebung wecken Anita Weinber und Karl-Ludwig Reich mit einer Ausstellung im Bürgerstüble.

Zwischen dem 21. und 23. September laden sie in das ehemalige Traditionsgasthaus ein, um den Wandel der Zeit zu beleuchten. Nach dem Erfolg der Ausstellung von Aquarellen des Allmendshofener Heimatmalers Josef Reith vor zwei Jahren und dem Bücherflohmarkt zu Gunsten der örtlichen Grundschule im Vorjahr veranschaulicht die aktuelle Ausstellung gesellschaftliche und den Ortsbildcharakter prägende Veränderungen zwischen Vergangenheit und Gegenwart.

Der Veranstaltungsort ist das Elternhaus der beiden Organisatoren. In jedem Winkel ist dort das Charisma der 1970-er Jahre zu spüren. Erinnerungen an damals werden wach, als das noch heute sehr gepflegte Gasthaus eine seiner Glanzzeiten erlebte und letztmals eine umfassende Renovierung abgeschlossen war.

1912 kaufte Großvater Franz Schorpp das Bürgerstüble in dem eine Restauration beheimatet war. In den 1950-er Jahren übernahmen Karl und Theresia Reich, die Eltern von Anita Weinber und Karl-Ludwig Reich, das Gasthaus. Sie führten es bis Anfang der 1990-er Jahre. Danach übernahmen diverse Pächter die Geschäfte.

Seit 2002 wird das Bürgerstüble nicht mehr gewerblich genutzt. In den letzten Jahren erfreut es sich steigender Beliebtheit und wird angesichts seiner Größe mit 50 Sitzplätzen für Privatfeiern aller Art gemietet. Der Wandel des Bürgerstübles ist längst nicht die einzige "Erinnerung", welche die neue Ausstellung wieder ins Bewusstsein rückt.

Am 21. September um 19.30 Uhr beleuchtet der Eröffnungsabend die Bedeutung des Stammtisches im Laufe der Jahrzehnte. Seinen Weg vom gesellschaftlichen Treffpunkt und Dreh- und Angelpunkt des Ortsgeschehens bis zum Abrücken ins Schattendasein beleuchtet kritisch eine von Gunter Faigle moderierte Stammtischrunde. Die Allmendshofener Urgewächse Albert Preis, Konrad Limberger, Elisabeth Maier und Luis Schorpp nehmen dabei auch die Möglichkeiten einer Renaissance des einstigen Dorftreffpunks unter die Lupe. Franz Krickl rundet mit einem Diavortrag das Programm am Eröffnungsabend ab.

Passend zum Ambiente gibt es geräucherte Bratwurst oder selbstgemachtes Brot mit Bibbeliskäse. An allen anderen Tagen gibt es Kaffee und selbst gebackenen Apfel- und Zwetschgenkuchen.

Der Wandel der Zeit wird in der Ausstellung auf 100 Postkarten aus dem Archiv von Willi Hönle und rund 100 Fotos aus dem Archiv von Franz Krickl visualisiert. Zusätzlich beschäftigt sich die Veranstaltung mit ehemals angesehenen und heute in Vergessenheit geratenen Berufen sowie Sprache und Dialekt unserer Region.

Weitere Informationen: Ausstellung "Erinnerungen" im Bürgerstüble in Allmendshofen. 21. September ab 19.30 Uhr Eröffnung mit moderierter Stammtischrunde und Bildvortrag. 22. und 23. September ab 10 Uhr Ausstellung mit Bewirtung.