Die Elfenbande auf der Treppe vor ihrem Domizil (von oben): Alicia, Angelina, Amelie und Rosalie ackern in ihrem Garten für Kinder, denen es nicht so gut geht. Für ihre Arbeit wurden sie jetzt zu Unicef-Kinderbitschaftern ernannt. Fotos: Alt Foto: Schwarzwälder-Bote

Alicia, Amelie, Angelina und Rosalie aus Donaueschingen denken gerne an andere

Von Alexandra Alt Donaueschingen. "Die Schuhe dürfen aber nicht mit aufs Bild", sagt Rosalie. Sie harkt mit einer umfunktionierten Schaufel gemeinsam mit Cousine Amelie den Boden zwischen den Erdbeerpflanzen und lächelt außerordentlich entzückend in die Kamera. Ja, die Mädels aus dem urigen Bauernhaus in der Sennhofstraße, direkt neben dem fürstlich-fürstenbergischen Marstall wissen eben, wie man sich richtig in Szenen setzt. Seit sie mit "Marco und der Elfenbande" eine CD mit Liedern zu den Themen Kinderrechte und Umweltschutz aufgenommen haben, haben sie zahlreiche Preise abgeräumt, waren per Video-Einspieler in der ZDF-Talkshow von Maybrit Illner und sind seit neuestem als Kinderbotschafter für Unicef unterwegs (wir berichteten).

 

Die Elfenbande – das sind Alicia (12) und Amelie (7) Ackermann, Angelina (10) und Rosalie (7) Limberger – hat hinter dem elterlichen Haus einen Mini-Obst-Gemüse- und Kräutergarten angelegt, den sie mit besonderer Sorgfalt pflegen. Da wird eben der Boden bei den Erdbeerpflanzen gelockert, die frisch gepflanzte Stachelbeere gegossen und die selbstgezogene Bohne behutsam aus dem Anzuchttopf genommen und eingepflanzt. Seit die vier Mädels im vergangenen Jahr die Ernte zu Marmelade, Brot oder Sirup verarbeitet, an einem Marktstand verkauft und den Erlös an Kinder in Pakistan gespendet haben, ist die Anbaufläche neben dem Elfen-Clubhaus ein schönes Stück gewachsen.

Viele der nun bestens gedeihenden Pflänzchen haben die vier im Frühjahr selbst gezogen, andere, wie der Knoblauch, sind Überreste aus dem vergangenen Jahr. "Der kommt erst jetzt so richtig", sagt Alicia und streift mit der Hand fachmännisch über das Knoblauchgrün.

Der Enthusiasmus für das Gärtnern geht sogar so weit, dass sich Alicia, vor kurzem zwölf Jahre alt geworden, zu ihrem Geburtstag Kartoffeln gewünscht hat. "Keine besondere Sorte", sagt die Älteste und zuckt mit den Schultern, "nur eine, die gut wächst". Neben dem neuen Gewächshaus und den beiden Hochbeeten wurde ein guter Platz für die Kartoffeln ausfindig gemacht. Und das sei gar nicht so einfach, erklärt Angelina. So fiel eine kleine Zucchinipflanze den Schnecken zum Opfer und eine selbstgezogene Sonnenblume wuchs im Schatten eines großen Baumes eher kümmerlich.

Die vier Gärtnerinnen lernen eben jeden Tag dazu. Alicia holt einen Ordner aus dem knallroten Elfen-Clubhaus. Darin schreiben die vier ihre Erfahrungen auf, die sie beim Pflanzen und Ernten gemacht haben. Welche Hilfsmittel sie benötigt haben und wo die jeweilige Pflanz ihren eigentlichen Ursprung hat. "Daraus machen wir ein Buch", sagt Amelie stolz. "Für Kinder, die auch einen so schönen Garten haben wollen." Alicia, Angelina, Amelie und Rosalie denken eben immer ein Stückchen weiter. Und so haben sie auch schon den nächsten Markt im Blick, bei dem ihre Ernte verkauft werden soll – "für Kinder, denen es nicht so gut geht", sagt Angelina. Das hatte beim letzten Mal so gut geklappt, dass für die Kinder in Pakistan 130 Euro zusammenkamen.

Selbst im Winter, als im Garten für die Pflanzen erst einmal Winterschlaf angesagt war, haben die Mädels auf ihr Hilfsprojekt hingearbeitet, Topflappen gehäkelt und Kissen genäht. "Die verkaufen wir", sagt Alicia und präsentiert stolz ein grünes paillettenbesetztes Glitzerkissen.

Verschenkt wird nichts, da ist die Elfenbande rigoros – auch bei den eigenen Eltern. Der kürzlich geerntete Salat mussten Mama Limberger und Mama Ackermann den Vieren abkaufen. Und so landen die vor kurzem gepflückten Zitronen-Melisse-Blätter eher als Limonade oder in getrockneter Form als Tee auf dem Markt als auf dem heimischen Esstisch.

Ende Mai geht es für die Vier nach Frankfurt, wo sie mit den anderen 28 Unicef-Kinderbotschaftern ausgezeichnet werden. Und sogar ein Medienpreis könnte noch drin sein – wenn genügend unter www.yonucef.de ihre Stimme für Alicia, Amelie, Angelina und Rosalie abgeben. "Ganz viele müssen für uns voten", sagt Rosalie und lächelt in die Kamera.

Weitere Informationen: www.fideldidu.de;www.elfenbande.de