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Donaueschingen Drachentage locken auf den Flugplatz

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Wenn bunte Drachen am Himmel tanzen und das Wetter so wie auf diesem Archivfoto mitspielt, dann sind die Donaueschinger Drachentage ein Publikumsmagnet. Foto: Sigwart

Donaueschingen - Wenn Elefanten, Tintenfische und Schildkröten am Himmel über der Baar ihre Kreise ziehen, dann ist die Botschaft eindeutig. Der Drachenclub Baar bittet zu den Drachentagen auf den Flugplatz.

In diesem Jahr ist es am Samstag, 25., und Sonntag, 26. Mai, wieder so weit.

Luftkämpfe nach japanischer Tradition (im sogenannten Rokkaku-Cup) gehören zu den Höhepunkten bei dem zweitägigen Drachenfestival. Die sechseckigen Drachen, mit denen Christof Deggelmann antritt, fertigt er selbst in seiner Drachenwerkstatt auf der Insel Reichenau an. "Das beste Material für den Rokkaku ist leichtes Spinnaker-Nylon", verrät er. Für das Gestell verwendet er drei bis vier Millimeter dickes Carbon-Rohr. Die Schnur des Drachens ist aus Hanf. Da es in der Region nur wenig Wind gebe, müsse der Drache besonders leicht sein, erklärt der erfahrene Rokkaku-Cup-Teilnehmer.

"Beim Wettkampf starten alle Drachen gleichzeitig", erzählt der Gemüsegärtner. Der Drache werde vom Piloten und einem Starthelfer in die Luft befördert. Sobald die Drachen oben sind, beginnt der Kampf. Die Piloten versuchten jetzt, den eigenen Drachen in Richtung der anderen zu steuern und diese "wegzuschubsen". Ziel ist es, die gegnerischen Drachen zum Absturz zu bringen. Eine weitere Angriffstaktik sei es, die Schnur des gegnerischen Drachens durch ein geschicktes Manöver einzudrehen, so Deggelmann. Allerdings sei das Risiko, bei einem eigenen Angriff selbst abzustürzen, sehr hoch. "Der letzte Drache, der noch fliegt, hat gewonnen", weiß er. Je nach Wind gebe es zwei bis vier Durchgänge, bei denen derjenige Drache gewinnt, der insgesamt am besten abschneidet. Und der Sieg? Ein Sieg beim Donau-Rokkaku-Cup sei ihm gar nicht so wichtig. "Die Hauptsache ist doch, dass die Piloten und die Zuschauer ihren Spaß haben. Dabei sein ist alles", sagt er.

Allerdings ist Fairplay – anders als in Donaueschingen – nicht überall angesagt. "Die Piloten dürfen nicht in die Schnüre der gegnerischen Drachen greifen", sagt Volker Pryzibilla. Er ist ebenfalls ein erprobter Rokkaku-Wettkämpfer und bringt seine Erfahrung diesmal als Schiedsrichter ein. Zudem seien Drachen mit scharfen Glassplittern an den Leinen, wie es etwa in Indien Brauch sei, auch verboten. "Diese scharfen Schnüre dienen dazu, die Leinen der anderen Drachen abzuschneiden", so Pryzibilla,

Auch ohne Glassplitter drohen den Drachenschnüren Gefahr. Denn Hanfschnüre könnten herkömmliche Kunststoffschnüre zerschneiden, sagt der 61-jährige Zahntechniker aus Wehr. "Deswegen benutzen alle Piloten, die Ahnung haben, Hanfschnüre." Pryzibilla, der wie Deggelmann in Donaueschingen noch nie gewinnen konnte, gehört dem Drachenclub der Baar seit mehr als 20 Jahren an. Es war die Faszination, die vom Drachenfest 1993 in Aasen ausging, die ihn in die Drachenszene führte.

Ihre Redaktion vor Ort Donaueschingen

Cornelia Spitz

Fax: 07721 9187-60

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