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Donaueschingen Die Trockenheit macht zu schaffen

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Voller Einsatz bei der Weizenernte am Donaueschinger Flugplatz: Wenn die Qualität für den Backweizen stimmt, zählt jeder Tag. Gleich zwei Mähdrescher nutzen das gute Wetter, um das Erntegut in der geforderten Qualität vom Halm zu nehmen. Foto: Bolkart Foto: Schwarzwälder Bote

Mit wenigen beruhigenden Worten fasst Ralf Broscholl vom Landwirtschaftsamt Donaueschingen die Ernte 2019 zusammen: "Auf der Baar ist die Lage sehr entspannt."

Donaueschingen. Die bereits abgeschlossene Futterernte sei sehr gut verlaufen. "Auch die Erträge der Getreideernte sind überdurchschnittlich", erzählt er. Vor allem die Wintergetreidearten hätten besonders gut abgeschnitten.

Leider sei die Rapsernte nicht zufriedenstellend gewesen. "Anfang Juli, in der Zeit in der sich die Rapskörner bilden, war es leider sehr heiß. Also konnten sich die Körner nicht richtig ausbilden." Auch die Erträge des Mais blieben unterdurchschnittlich. Beim Mais liege das mitunter daran, dass dessen Körner schon kurz nach Ostern ausgesät würden. "Auf der Baar muss man allerdings bis Mai mit Frost rechnen, der natürlich schlecht für die Maiskörner ist."

Die lange Trockenphase vom vergangenen Jahr hätten die Felder im Städtedreieck überwunden. Denn im Vergleich zu 2018 habe es 2019 zum selben Zeitpunkt 50 Prozent mehr Niederschläge gegeben. Jedoch können zu lange andauernde Niederschlagsphasen auch Gefahren bergen. "Bei lang anhaltenden Regenfällen kann es zu verstärktem Pilzbefall auf den Feldern kommen", so Brodscholl. Das sei dieses Jahr allerdings nicht der Fall gewesen.

Zum Glück habe man ein gemäßigtes Klima auf der Baar. "Da ist es auf der Rheinebene deutlich heißer als bei uns." Hinzu kämen gute, relativ lehm- und tonhaltige Böden, die im Städtedreick für eine hohe Wasserspeicherkapazität der Äcker sorgen, meint Brodscholl. Dadurch habe das Getreide auch bei Hitze oft noch genügend Wasser zu Verfügung. "Die Baar gilt nicht umsonst als die Kornkammer Badens."

Der positiven Erntebilanz kann sich Karl-Heinz Bäurer, der beim Badischen Landwirtschaftlichen Hauptverband BLHV im Kreisverband Donaueschingen tätig ist, nicht hundertprozentig anschließen: "Im Frühjahr hatten wir genug Niederschläge." Deshalb seien der erste und der zweite Schnitt auch sehr gut gewesen. Die nachfolgenden Schnitte seien jedoch bescheidener ausgefallen. Zumindest habe die Futtergrundlage gesichert werden können, so Bäurer. Bis auf Raps, Mais und Weizen sei die Getreideernte bisher durchschnittlich verlaufen. "Dem Raps hat die Trockenheit leider sehr zu schaffen gemacht." So auch dem Weizen, der in diesem rund 20 Prozent an Ertragseinbußen gehabt habe. Vom Mais gebe es ungefähr ein Drittel weniger Erträge.

"Ich würde das Erntejahr 2019 eher ein wenig schlechter als 2018 einschätzen", meint der Landwirt. Dazu komme der schlechte Weizenpreis, der durch die gute Ernte in den USA noch deutlicher als im letzten Jahr nach unten getrieben wurde. Es gebe einfach immer mehr Wetterextreme auf der Baar. Früher habe es keine 40 Grad im Sommer gegeben. "Die Extreme nehmen in den letzten Jahren immer mehr zu." Das habe zur Folge, dass die Pflanzenzüchter auf die Hitze und Trockenheit reagieren müssten, erzählt Bäurer. Man müsse dann Pflanzen sähen, die mit dem Hitzestress besser umgehen könnten. "Vor allem die Monate Juni und Juli waren zu heiß." Da seien die Niederschläge dieses Jahr im Sommer fast zu spät gekommen. Ein Gewitter, wie das von vorheriger Woche, komme den Feldern dann natürlich zu Gute. "Allerdings sind starke Gewitter nicht ungefährlich für die Ernte", so Bäurer. Vor allem Hagel könne empfindliche Pflanzen wie den Raps im schlimmsten Fall komplett unbrauchbar machen.

Die Erträge seien trotz allem noch nicht all zu besorgniserregend. "Auf der Baar gibt es nach wie vor eine bedeutende Getreideproduktion der Region." Da sei die Lage anderswo, wie im Rheintal, bedeutend schlechter.

Der Kreisverband Donaueschingen des Badischen Landwirtschaftlichen Hauptverbands (BLHV) deckt ein großes Gebiet ab. Es reicht von Tuttlingen-Esslingen über Immendingen und Blumberg bis nach Furtwangen, Wolterdingen, Donaueschingen und die Ostbaar. Mit 974 Mitgliedern ist der Kreisverband Donaueschingen einer der Kreisverbände mit der geringsten Mitgliederzahl im Hauptverband. Das liegt mitunter an den größeren Betrieben auf der Baar.

Den BLHV gibt es gemeinsam mit dem Kreisverband Donaueschingen schon seit mehr als 70 Jahren. Im BLHV gliedern sich 17 Kreisverbände, sieben Bezirksstellen kümmern sich um die Anliegen der Mitglieder. Auf Ortsebene sind etwa 16 500 Mitglieder in 500 Ortsvereinen organisiert.

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