Heribert Suppanz an dem Brief- und Paketkasten von DHL, der ihm so viel Ärger gemacht hat. Foto: Niederberger

Ärger mit Hightech-Paketbehälter. Ehepaar kommt wochenlang nicht an Post. Jetzt kommt normale Paketbox.

Donaueschingen-Wolterdingen - Mit der Zeit gehen, offen sein für Neues und technischen Innovationen eine Chance geben – das sind gute Wesenszüge. Denn wer nicht mit der Zeit geht, der geht mit der Zeit, wie ein schlauer Mensch einmal formuliert hat. Schließlich will niemand in die Geschichte wie Wilhelm II. eingehen, der einst prognostizierte, dass sich das Automobil nie und nimmer gegen das Pferd durchsetzen werde.

Das Ehepaar Suppanz aus Wolterdingen setzt anders als der letzte deutsche Kaiser auf den technischen Fortschritt. Wenn der Glaube daran auch ein wenig nachgelassen hat. Schuld daran ist der Paketdienstleister DHL. Auf dessen Homepage fanden Heribert und Christina Suppanz einen Brief- und Paketkasten mit Chiptechnik. Den bestellten sie. Vor allem aus diesen Gründen: Er ist abschließbar, Briefe und Pakete bis zu einer bestimmten Größe passen rein und werden somit nicht nass. Außerdem können mit dem Kasten auch Brief und Pakete verschickt werden, die Fahrt zum nächsten Postamt beziehungsweise Post-Dienstleister entfällt. Ganz schön praktisch. Vor allem dann, wenn man wie das Ehepaar Suppanz selbstständig ist.

Also wurde der Paket- und Briefkasten bestellt und montiert. Ein paar Tage funktioniert er auch klaglos, doch dann ging das Theater los, genauer die Tragödie. Mal ließ sich das Wunderwerk der Technik nicht mehr aufsperren, dann ließ er sich nicht mehr schließen.

Der Wechsel der Batterien brachte nur kurzzeitig Besserung. Es folgten unzählige Anrufe und unzählige E-Mails mit DHL als Empfänger – doch nichts passiert. Und der Brief- und Paketkasten streikte immer noch.

In der vergangenen Woche schickte DHL dann endlich einen Außendienstmitarbeiter vorbei. Der knackte den Kasten und das Ehepaar Suppanz bekam endlich die Briefe, die darin wochenlang lagerten. Der Mann nahm der Kasten auch mit, und der Kaufpreis des Corpus Delicti ist auch wieder zurücküberwiesen worden. Was bleibt, ist ein Ehepaar, das wegen unausgereifter Technik viel Rennerei hatte und das jetzt wieder einen ganz normalen Briefkasten am Haus angebracht hat.

DHL selbst spricht auf seiner Homepage immer noch davon, dass der Brief- und Paketkasten weiterentwickelt werde und deshalb momentan nicht bestellt werden könne. Weiterentwickelt hört sich so an, als ob das Ding schon gut funktionierte und jetzt mit neuen technischen Features ausgestattet wird, die ihn noch besser machen. Was sich mit Worten nicht alles schönschreiben lässt...