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Donaueschingen Das Geschäft mit Rädern läuft rund

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Bei Renz Radsport brummt das Geschäft. Benny Wehrmann (links) ist froh, dass ihn Jonas Günzer (unten) und Lars Fischer den Sommer über als Vollzeitkräfte unterstützen. Foto: Wursthorn

Donaueschingen/Hüfingen/Bräunlingen - Es ist eine Mischlage, was die Gründe anlangt. Tatsache ist aber: Immer mehr Menschen steigen aufs Rad.

Eine Bewegung, die Fahrradhändler freut. "Wir müssen zum ersten Mal Reparaturtermine nach hinten schieben", sagt Christian Vogt vom Geschäft Bikenride an der Käferstraße. Zwei Wochen muss man sich momentan gedulden, bis das Rad zur nächsten Ausfahrt zur Verfügung steht. Mehr sei bei der Struktur des Ladens mit zwei Festangestellten nicht zu machen.

Aber auch der Verkauf habe zugenommen. An E-Bikes und Mountainbikes besteht großes Interesse: Der Beratungsbedarf sei hoch. Teils kämen die Kunden mit breitem Vorwissen, andere ließen sich technische Zusammenhänge und verbaute Komponenten als komplette Laien erklären.

"Helm ist natürlich immer ein Thema"

Weniger Verschiebungen gibt es bei der Ausstattung. "Der Helm ist natürlich immer ein Thema. Aber auch Gepäckträger und ein hochwertiges Schloss gehören, gerade beim E-Bike, zur Anschaffung."

Den Hochbetrieb in Verkaufsraum und Werkstatt erklärt Vogt mit zwei Gründen: "Die Leute fahren nicht in Urlaub. Also gleichen sie das mit einer anderen Freizeitbeschäftigung aus." Zum anderen gebe es ein neues Naturbedürfnis, und da passe das Radfahren prima mit rein.

Viel Geschäft auch bei Josef Rothweiler vom gleichnamigen Radcenter an der Max-Egon-Straße. Ärgerliches Beiwerk: Schon ab April konnten die Importeure keine neuen Modelle liefern. Was half, war der Verkauf von Rädern aus der Vorsaison. Natürlich gegebenenfalls mit Preisnachlass. "Aber was ist schon alt?", fragt der Radhändler und zeigt auf eine Reihe nagelneuer E-Bikes. Auf etwa 90 Prozent schätzt Rothweiler den Marktanteil der Elektro-Vehikel. Das Verhältnis zu den normalen Rädern habe sich in wenigen Jahren komplett gedreht. Der Wunsch, aufs Auto zu verzichten, die Vermeidung von CO2 und ein gesunder Arbeitsweg seien vielen Käufern zündende Argumente. Zugenommen habe das Interesse an verlässlichen Sicherheitskomponenten.

Radhändler ist für Fahrrad-TÜV

Darum wünscht sich Rothweiler einen Fahrrad-TÜV. Es sei erschreckend, in welchem Zustand ihm Räder zur Reparatur gebracht werden. Ob Bremsen bei Kinderrädern oder den Reifen beim Trekkingrad – die Reifen haben Profil, aber der Gummi hat kein Grip mehr und kann in einer Kurve einen Sturz verursachen – oftmals gebe es haarsträubende Mängel. Dies müsse dann der Mechaniker beheben und danach eine Gewährleistung geben. Deshalb habe eine Reparatur ihren Preis und lohne sich für ein Billig-Rad gar nicht.

E-Bikes werden von allen Altersgruppen gekauft, stellt Benny Wehrmann fest. "Echt von 18 bis 80", hat der Leiter von Renz Radsport in Bräunlingen festgestellt. Das habe sich, weg vom Senioren-Rad, enorm gewandelt. Gekauft würden Räder aller Art. "Die Leute haben Zeit, außerdem bleiben sie in den Ferien zuhause", sieht er als Kaufanreiz. Seit der Verkauf im Laden wieder uneingeschränkt laufe, werde das Geschäft regelrecht bestürmt: auch bei Reparaturen. Da müsse man sich gegenwärtig mehrere Wochen gedulden. Aus diesem Grund seien über den Sommer zwei Vollzeitkräfte eingestellt worden. Die Hersteller säßen in Fernost, die Produktion sei erst wieder angelaufen. "Deshalb hoffe ich, dass es im Herbst neue Bikes gibt", so Wehrmann. Ein erneuter Stillstand wäre fatal.

"Verkauf und Reparatur laufen sehr gut"

Kein anderes Bild bei Zweirad Hug an der Hauptstraße in Hüfingen. "Verkauf und Reparatur laufen sehr gut", sagen Gisela und Herbert Hug. Mountainbikes, E-Bikes und normale Räder verkauften sich gleichermaßen gut. Schade sei gegenwärtig der fehlende Nachschub an neuen Modellen. Im Juli gebe es neue Bikes, kündigt Herbert Hug an. An Zubehörteilen, die nicht geliefert wurden, stockte mitunter auch das Ausliefern. Manchmal fehlte am E-Bike noch ein Schutzblech. Da bedurfte es für den Rad-Freund noch ein wenig Geduld.

Der Handelsverband Zweirad (VDZ) rät momentan zu äußerster Vorsicht und Fingerspitzengefühl bei Sonderaktionen. Frequenzerhöhenden Maßnahmen seien derzeit wegen aktueller Pandemie-Verfügungen der Kommunen zu unterlassen.

Unter dem Hashtag #abseitsradeln macht sich der Fahrradlobbyist Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club (ADFC) stark für Radreisen als entspannende Form. Er empfiehlt insbesondere Rad-Kurzreisen in der Heimatregion und gibt auf adfc.de Tipps für geeignete Touren, die Vorbereitung und das Packen. Empfehlenswert sei, nicht Feiertage und Wochenenden zu nutzen und weniger bekannte Strecken auszusuchen. Wenn man auf die beliebten Flusswanderwege oder häufig befahrene Stadteinfahrten verzichte, ließen sich Abstandsregeln leichter einhalten. Unterkünfte buche man besser vorab.

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