Foto: Bartler

Stolze Bilanz für das 56. S.D. Fürst Joachim zu Fürstenberg-Gedächtnisturnier. 47.000 Besucher.

Donaueschingen - Zuschauermassen, die sich bei bestem Spätsommerwetter durch den fürstlich-fürstenbergischen Schlosspark drängeln, allein 16 000 Besucher am gestrigen Sonntag.
 

Am Abend nach dem Großen Preis und ausverkaufter Tribüne steht für Turnierleiter Kaspar Funke fest: Das 56. S.D. Fürst Joachim zu Fürstenberg-Gedächtnisturnier schließt mit 47 000 Besuchern über den Vorjahreszahlen (45 000) ab. Ein neuer Rekord. Ein Grund mag sein, dass für die Zuschauer nach den olympischen Spielen in London mit einem beeindruckenden Medaillenspiegel gerade junger deutscher Reittalente die Gelegenheit bestand, diese dort aus nächster Nähe zu bewundern: Olympiasieger Michael Jung – der Doppel-Gold-Michi aus Horb, oder in der Dressur Dorothee Schneider und Kristina Sprehe fanden sich auf den Starterlisten ebenso, wie Anabel Balkenhol.
 

Ein frischer Wind also im Gefüge der abgestammten Podestplätze und: Stars zum Anfassen. Das zeigte sich etwa in der Autogrammstunde für das Kinderdorf Pestalozzi von Michael Jung. So verwundert es auch nicht mehr, dass der sympathische 30-jährige Horber »Michi« prompt zum Publikumsliebling votierte.
 

Einen Preis, bei dem es sich der Schwarzwälder Bote-Verleger Richard Rebmann gestern zusammen mit seiner Tochter Amelie nicht nehmen ließ, ihm persönlich zu gratulieren.
Künftig auf zwei Wochenende angelegt
 

Für den Reitsport in Donaueschingen bedeutet dies zugleich eine Zäsur. Denn ungeachtet der Tatsache, dass mit Nadine Capellmann eine der erfolgreichsten deutschen Dressurreiterinnen hinter Anabel Balkenhol beim Grand Prix Special in Donaueschingen den zweiten Platz erreichen konnte, kracht es im Gebälk der Dressurreiter. Auch Martin Schaudt, zweifacher Olympiasieger und Weltrekordhalter im Grand Prix Special, sprach im Vorfeld in Donaueschingen von einer Sportart im Wandel. »Es ist eindeutig.

Die jüngeren Reiterinnen und Reiter scharren ganz deutlich mit den Hufen. Sie drängen nach vorne. Und man wird sehen müssen, wann die Wachablösung stattfindet. Helen Langenhanenberg und Kristina Sprehe gehören jetzt schon zu den Aushängeschildern im deutschen Dressurviereck. Das heißt im Umkehrschluss natürlich nicht, dass alle über 50 jetzt aufhören müssen. Im Gegenteil. In der Dressur kann man zwischen 20 und 70 Weltspitze sein. Der Druck, der jetzt von den jüngeren Reitern ausgeübt wird, kann der ganzen Sportart nur gut tun«.
 

Anabel Balkenhol und Nadine Capellmann können sich nach ihrem Abschneiden in Donaueschingen sehr gut vorstellen, beim Finale der Meggle Tour in Dortmund dabei zu sein. Das Finale dort ist mit 100 000 Euro dotiert, und das meiste Geld entfällt auf den Grand Prix Special.
 

Turnierleiter Funke möchte in Donaueschingen hingegen nur sanft an den Preisgeldern drehen und vielmehr Verbände stärker ins Boot holen. Auch hofft er auf eine positive Bewertung nach dem ersten Jahr als Hauptsponsor im Haus des Stuttgarter Daimlerkonzerns. Nach den positiven Zahlen jedenfalls steht für ihn bereits fest: 2014 wird es das Donaueschinger Reitturnier gleich an zwei Wochenenden geben.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: