Die alten Bahnen weichen ab Ende Januar einer neuen Anlage. Links im Bild entstehen zwei Bahnen mit je 250 Metern Länge. Der kleine Schießstand für Pistole wird um 90 Grad nach rechts ausgerichtet und mit drei Bahnen gebaut. Foto: Archiv

Modernste Anforderungen an Sicherheit und Lärmschutz. Für Neubau im Pfaffental 24,75 Millionen Euro an Kosten veranschlagt.

Donaueschingen - In etwa drei Jahren soll es soweit sein: Dann wird in Donaueschingen eine Standortschießanlage der Bundeswehr stehen, die derzeit den modernsten Anforderungen an Sicherheit und Lärmschutz entspricht.

Doch ob dieser Schallschutz wirklich ausreicht, um den Geräuschpegel in den angrenzenden Wohnsiedlungen zu ertragen? Es war vor allem diese Frage, die die Bürger am Montagabend im Sitzungssaal des Donaueschinger Rathauses beschäftigte.


Bürgermeister Bernhard Kaiser, Oberst Herfried Martens vom Bundesamt für Infrastruktur, Umweltschutz und Dienstleistungen der Bundeswehr (BAIUDBw) und Joachim Vogel (Staatliches Hochbauamt Freiburg) informierten über die Pläne zum Neubau der Standortschießanlage im Pfaffental. Die Schießanlage soll 24,75 Millionen Euro kosten, wovon der größte Teil für den Lärmschutz ausgegeben wird. Dies bleibt allerdings nicht die einzige Investition. Insgesamt wird die Bundeswehr 30 Millionen Euro in den Standort Donaueschingen investieren, unter anderem in die Wache der Kaserne, die derzeit umgebaut wird. Aber auch ein neues Sanitätszentrum soll entstehen. »Diese Summe ist für die Stadt wichtig, denn sie gibt uns die Sicherheit, dass die Bundeswehr Donaueschingen erhalten bleibt«, ist Bürgermeister Bernhard Kaiser zufrieden.

Für Zufriedenheit bei der Bevölkerung will auch Oberst Herfried Martens sorgen und betont, dass im Wesentlichen zwei Lärmschutzmaßnahmen in die Planung aufgenommen wurden. »Die Schießbahnen sind mit einer Rasterkassettendecke überdacht und die Kurzstände an denen mit der Pistole geschossen wird, sind in Ost-West-Richtung ausgerichtet.« Die so genannte Einhausung des Zielgeländes durch eine Stahlbetondecke dient der Sicherheit und ergänzt somit die »modernste Standortschießanlage der Bundeswehr«, die es ab Ende 2018 geben soll. Die anwesenden Bürger, meist Anwohner aus Aufen und Grüningen, die in unmittelbarer Nähe zum Areal Pfaffental wohnen, sorgen sich natürlich vor allem um die Lärmbelastung. Joachim Vogel erklärte die Technik der genannten Rasterkassettendecke, die im Gegensatz zur Meinung der Zuhörer nicht geschlossen ist. »Die Decke ist nach oben offen. Nur das Zielgelände ist komplett überdacht.«

Steht der Soldat direkt unter dem Loch, dringt der Schall nach oben.

Tatsächlich handelt es sich um Würfel der Länge, Breite und Höhe von je einem Meter. »Steht der Soldat direkt unter dem Loch, dringt der Schall senkrecht nach oben.« Die Schallwellen, die schräg nach oben gehen, würden größtenteils absorbiert. Mit dem Vertrauen, oder zumindest mit der Hoffnung in die Schallschutztechnik, hatten die Bürger allerdings noch eine andere Befürchtung. Wecke die »modernste Anlage Deutschlands« nicht Begehrlichkeiten anderer Truppen, am Standort Donaueschingen das Schießen zu trainieren? Kasernenkommandant Oberstleutnant Alexander Stühmer versicherte, dass es keinen Schießtourismus geben wird.

»Die Truppen werden nicht vier Stunden des Tages opfern, um zum Schießtraining zu fahren. Und da wir hier keine Übernachtungsmöglichkeiten haben, müssten sie täglich an- und abreisen. Das wird keine Truppe in Kauf nehmen.« Oberst Martens stimmte dem Kasernenkommandanten zu: »Es kann sein, dass im Falle einer Anlagensanierung an einem anderen Standort eine Truppe temporär ausweichen muss, so wie es die Donaueschinger nach der Schließung der Immendinger Kaserne tun müssen.« Aber das werde nicht die Regel sein.

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Baubeginn soll Ende Januar 2016 sein. Die Kosten wurden mit 24,75 Millionen Euro kalkuliert. Der Neubau der Schießanlage wird drei Kurzstände für Pistole, zwei Langstände für Gewehr und Maschinengewehr und ein Lager-, Werkstatt- und Aufenthaltsgebäude umfassen. Die Fertigstellung ist für Ende 2018 geplant.  
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