In Städten ein bekanntes Bild: Ein Bettler bittet um Kleingeld. In Pfohren versuchte jetzt ein Bettler-Pärchen auf die Mitleidstour Geld zu ergaunern. Foto: Gerten

Rumänen wollen in Pfohren am Gartenzaun Geld für Essen schnorren. Geschenktes Brot landet einfach auf der Straße.

Donaueschingen-Pfohren - "Wollten die vielleicht nur ausspionieren, ob sich bei uns ein Einbruch lohnt? Der Rentner aus Pfohren, der dem Schwarzwälder Boten die Geschichte von einem hartnäckigen Bettler-Pärchen erzählt, ist kein ängstlicher oder zutiefst misstrauischer Mensch. Aber er ist vorsichtig und macht sich seine Gedanken.

"Zwei ausgezeichnete Schauspieler", so der betroffene Pfohrener

Am Montagnachmittag tauchten ein Mann im Trainingsanzug und eine ein Kleid tragende Frau an seinem Gartenzaun auf. Die beiden baten in schlechtem Deutsch um ein paar Euro, um sich etwas zu essen kaufen zu können – weil sie doch so großen Hunger hätten. Die Bettler, die ein rumänisches Dokument präsentierten, unterstrichen ihren Wunsch mit vielen Gesten. Denn die deutsche Sprache beherrschten sie nicht. "Zwei ausgezeichnete Schauspieler", sagt der Pfohrener.

Denn als dessen Ehefrau auf die Bitte nach fünf Euro erwiderte, dass das doch immerhin zehn Mark seien, da habe man an den Gesichtern der beiden genau ablesen können, dass sie jedes Wort verstanden. Da der Pfohrener keinem hungrigen Menschen die Tür weist, ging er ins Haus, holte ein Stück Brot und überreichte es den Bettlern, die dann abzogen. Wenig später sah der Rentner seine Gabe wieder: Das Brot lag auf der Straße.

Grundsätzlich sollte man Bettlern gegenüber ein gesundes Misstrauen an den Tag legen, sagt Renate Diesch von der Pressestelle des Polizeipräsidiums Tuttlingen. Sie erreichten immer wieder ähnliche Meldungen. Die Öffentlichkeitsarbeiterin rät, grundsätzlich keine Fremden ins Haus zu lassen und im Zweifel Nachbarn dazu zu rufen. Erst vor wenigen Wochen wurde eine Frau in einem St. Georgener Ortsteil von einem Bettler bestohlen. Der Mann hatte geklingelt und um zwei Euro und ein Glas Wasser gebeten. Während die Frau die Tür offen stehen ließ und ins Obergeschoss ging, um Geld zu holen, stahl der 31-Jährige ein Mobiltelefon.

Info: Die Polizei rät

Sind Bettler unterwegs, die sich verdächtig benehmen, zum Beispiel, wenn der Eindruck entsteht, dass sie Häuser ausspähen, sollen Bürger sofort die Polizei verständigen. Wichtig für eine Identifizierung ist eine möglichst genaue Personenbeschreibung, die Richtung, in die die Bettler gehen, und gegebenenfalls das Autokennzeichen. Wichtig ist auch, dass die Bürger nicht auf eigene Faust tätig werden. Um jede Gefährdung auszuschließen, sollte man nicht hinterhergehen und die Feststellung der Personalien der Polizei überlassen. Sie kann einen Platzverweis erteilen – eine Möglichkeit, die auch der Grundstückseigentümer hat, wenn unerwünschte Personen vor der Haustür stehen. Erfahrungsgemäß gehen Bettler der Polizei aus dem Weg.

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