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Donaueschingen Beginn einer neuen Ära in der fürstlichen Hofbibliothek

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Lukas Gäbele hatte beim Tag des offenen Denkmals viele Zuhörer und brachte ihnen die Architektur näher. Foto: Spitz Foto: Schwarzwälder-Bote

Donaueschingen. Es war einmal die fürstlich fürstenbergische Hofbibliothek – und obgleich das historische Gebäude in der Donaueschinger Haldenstraße in der Neuzeit eine vollkommen neue Nutzung erfährt, sind Geschichte und Geschichten von früher hier noch immer spürbar und Teil des Ganzen. Das kommt nicht von ungefähr: Mit unendlicher Liebe zur Geschichte und historischen Bausubstanz und wohl wissend um die hohe Bedeutung der Gebäude aus der Blütezeit der Residenzstadt Donaueschingen hat die Eigentümerfamilie Banthien dem geschichtsträchtigen Bau eine neue Zukunft beschert.

Beim Tag der offenen Tür am 12. November dürfen sich die Besucher ein Bild machen von der neuen alten Hofbibliothek: einem atmosphärischen Restaurant, unvergleichlichen Veranstaltungsräumen für jede Gelegenheit und dem Entstehen eines Kinder- und Jugendmuseums als Wissenspool für die Region. In den letzten Monaten wurde gehämmert, gesägt, gegipst und gemalt. Trotz umfangreicher Maßnahmen aber ist die ehemalige fürstliche Hofbibliothek immer noch irgendwie die alte. Zu verdanken ist das dem Fingerspitzengefühl und historischen Verständnis, mit dem die Banthiens ihr Projekt umsetzen – und dass sie für dieses Ansinnen mit Tanja Raufer und Lukas Gäbele die richtigen Architekten gefunden haben. Ihr Architekturbüro ist in der Region kein unbekanntes, und auch an historischen Gebäuden, die einst zum Immobilienbestand der Fürstlichen Familie zu Fürstenberg gehörten, haben die beiden schon Hand angelegt; allen anderen voran an das ehemalige Museumskino im Park, das mit viel Liebe zum Detail und Historie zum Museum Biedermann umgebaut worden ist und als architektonisch herausragende Maßnahme jüngst sogar die Hugo-Häring-Auszeichnung des Bundes Deutscher Architekten einheimste.

Die gleiche Sorgfalt und Liebe zu historischer Bausubstanz legte das Architekten-Duo nun der Sanierung der ehemaligen fürstlich fürstenbergischen Hofbibliothek zugrunde. In den Jahren 1732 bis 1735 wurde sie von Baudirektor Ott aus Schaffhausen einst als Fürstliches Kanzleigebäude errichtet. Für diese Zwecke umgebaut, beherbergte sie von 1860 bis 1999 die fürstliche Hofbibliothek – Wissen in unzähligen Büchern, das in schweren, massiven Holzregalen ganze Räume und Stockwerke füllte und in den 90er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts zum Teil verkauft wurde. Dann fiel die Hofbibliothek in einen Dornröschenschlaf. Seinen Charme hat sich das mächtige Gebäude mit dem markanten Treppenaufgang, eingebettet zwischen Stadtkirche, Karl­straße und Dianabrunnen und nur einen Steinwurf vom Residenzviertel um das fürstliche Schloss entfernt, trotzdem bewahrt.

Und dem ist schließlich auch Felix Banthien, der heutige Besitzer der Hofbibliothek, erlegen. Er erinnert sich noch gut an einen Spaziergang in einer Mittagspause vor gut 20 Jahren. Von seiner Arztpraxis in der Irmastraße aus spazierte der Mediziner auf dem Weg zwischen Brauerei und Bräustüble, als er sich plötzlich vor der großen Bibliothek wiederfand: "Ich fand dieses Gebäude vom Grundcharakter her ungeheuer schön." Es sollte 20 Jahre dauern, bis sich Felix und Eveline Banthien die Gelegenheit bot, einige Gebäude von der Familie zu Fürstenberg zu erwerben. "Wir haben dann gefragt, ob wir die Hofbibliothek nicht miterwerben können."

Sie konnten – und nach reiflicher Überlegung, unzähligen Gesprächen und dem Abwägen mehrerer Möglichkeiten war drei Jahre später eine würdige neue Nutzung für die markante Immobilie gefunden: eine Eventgastronomie, Veranstaltungsräume für jede Gelegenheit und im Obergeschoss das Kinder- und Jugendmuseum, das von einer ganzen Reihe engagierter Helfer derzeit aus der Taufe gehoben wird.

Mit dem Öschberghof war schnell ein kompetenter Partner begeistert worden – dazu gehören nämlich wandelbare Räumlichkeiten, die vom atmosphärischen Kellergewölbe bis hin zu dem stilvoll ausgebauten zweiten Stockwerk reichen. Da ist Raum für jede Gelegenheit – von der Hochzeit über Tagungen bis hin zum Konzert – und mit der Catering-Küche des Hotels auf der Ostbaar finden auch alle kulinarischen Wünsche Erfüllung.

Unter Regie des ambitionierten Donaueschinger Gastronoms Ariosto Mazzei wird das Restaurant im Erdgeschoss betrieben werden. Die feine badische Küche soll mit ihm in der Hofbibliothek Einzug halten.

Eine Herzensangelegenheit ist den Banthiens auch das Kinder- und Jugendmuseum. Helfer und Unterstützer dieses Projekts, das mit viel Information und Experimenten zum Anfassen Lust auf Wissen machen will, haben sich im Verein „Mach mit“ zusammengefunden und rühren seither die Werbetrommel für das sympathische Anliegen.

Alle gemeinsam stellen sich am Samstag, 12. November, von 10 bis 16 Uhr, bei der Eröffnung der ehemaligen fürstlich fürstenbergischen Hofbibliothek vor – der Öschberghof und der Gastronom Ariosto Mazzei in ihren bereits fertiggestellten, historisch bewahrten Räumlichkeiten und das Kinder- und Jugendmuseum am Info-Stand mit ganz vielen Ideen, die, so hoffen die Banthiens, noch ganz viele zum Mitmachen animieren sollen. So lebt die Geschichte der fürstlich fürstenbergischen Hofbibliothek schließlich auf die denkbar charmanteste Art und Weise mit der nächsten Generation weiter.

Weitere Informationen: Tag der offenen Tür in der fürstlich fürstenbergischen Hofbibliothek, Haldenstraße 5, am Samstag, 12. November, von 10 bis 16 Uhr.

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