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Donaueschingen Auch Frauen sind häufig Täterinnen

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Anja Teubert, Vorsitzende des Vereins Grauzone. Foto: Hanauer Foto: Schwarzwälder-Bote

Von Julia Christiane Hanauer

Donaueschingen. Es ist ein Tabuthema: Sexueller Missbrauch von Kindern durch Frauen. Beim Verein Grauzone gab es im vergangenen Jahr drei solcher Fälle. Der Nachweis dieser Taten ist äußerst schwierig.

Es ist eine schockierende Zahl, die Grauzone-Vorsitzende Anja Teubert nennt: Rund 20 Prozent der Taten von sexuellem Missbrauch werden von Frauen begangen – die Angabe bezieht sich auf ganz Deutschland. "Ich schätze, dass es mehr sind", meint Teubert. "Es ist ein sehr großes Tabuthema."

Wie allgemein bei solchen Fällen, kommen die Frauen so gut wie immer aus dem näheren Umfeld des Kindes – sind Menschen, die die Kinder kennen und denen sie vertrauen. Motivation für diese Taten sei immer sexuelle Stimulation. Die Vereinsvorsitzende weiß auch von Fällen, in denen Eltern ihr Kind gemeinsam missbraucht haben.

Grauzone kümmert sich um Opfer sexueller Gewalt aus dem ganzen Schwarzwald-Baar-Kreis, aber es kommen auch Betroffene aus den Nachbar-Landkreisen zu dem Team. 80 Fälle von sexuellem Missbrauch verzeichnete der Verein im vergangenen Jahr, in drei davon waren Frauen die Täterinnen.

"Körperliche Anzeichen gibt es bei sexuellem Missbrauch durch Frauen kaum", erläutert Teubert. So wird der Nachweis, der bereits bei männlichen Tätern schwierig ist, bei Frauen noch komplizierter bis unmöglich. Viele Opfer verschweigen die Taten auch, da die Täter oft aus dem Bekannten- oder Familienkreis des Opfers stammen, sagt Teubert und fügt hinzu, dass ein Opfer sexuellen Missbrauchs im Schnitt erst mit sieben Menschen reden muss, bevor ihm geglaubt wird.

Kinder verfügen über einen Mechanismus, der sie schlimme Geschehen vergessen lässt, erläutert Teubert. In manchen Fällen könnten Opfer später oft schlecht Bindungen eingehen. So berichtet sie, dass es Schwangere gebe, die erzählen, dass sie nicht die Beziehung zu ihrem ungeborenen Kind haben, von denen andere werdende Mütter berichten. Bei entsprechender psychologischer Beratung sei herausgekommen, dass diese Frauen die oben genannten Mechanismen entwickelt hatten. Durch psychologische Behandlung konnten diese Erinnerungen wieder hervorgeholt werden – und sie erinnerten sich, dass sie als Kind sexuell missbraucht wurden. "Die Aufarbeitung ist eine Chance", sagt Anja Teubert.

In manchen Fällen geben Frauen und Männer ihre Erlebnisse auch an ihre Kinder weiter: "Es ist eine Ohnmacht, wenn man Opfer wird. Diese kann sich in Macht wandeln, indem man zum Täter wird."

Grauzone begleitet Kinder, Jugendliche, aber auch Erwachsene, die Opfer sexueller Gewalt sind oder waren. Der Verein ist eine erste Anlaufstelle, im Team ist unter anderem eine Traumaberaterin. Der Verein bietet auch Präventionsprojekte an, geht an Schulen und hat ein Fortbildungskonzept für Pädagogen entwickelt. Eindeutige Symptome für Missbrauch gibt es nicht. "Wer das Gefühl hat, dass etwas nicht stimmt, sollte sich an uns oder eine andere Fachstelle wenden", sagt Teubert. Und "erzählen Kinder, dass beispielsweise die Mutter etwas gemacht hat, sollte man das ernst nehmen."

 
 

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