Kirchengemeinderat der Christuskirche will der Entwicklung entgegenwirken

Donaueschingen (bo). Mund- zu-Mund- Propaganda, Tradition, erlebtes Familienfest und die Neugier auf das Ereignis machen die Konfirmation zu einem besonderen Tag im Jahresablauf der evangelischen Kirchengemeinden.

Der Kirchengemeinderat der Christuskirche legte aus diesem Grund in seiner jüngsten Sitzung den Schwerpunkt auf dieses Fest. Gemeinde­diakon Joachim Grössel berichtete von einer tendenziell sinkenden Zahl an Konfirmanden. Diese gehe mit dem demografischen Wandel einher und unterliege starken Schwankungen.

Das sei auch auf die zahlreichen Jugendlichen zurückzuführen, die nicht Gemeindeglieder der Christuskirche sind. Durch ihre Bekanntschaften, die sie in den weiterführenden Schulen schließen, sei ihr Bekanntenkreis in Donaueschingen stärker verwurzelt als in ihrem Wohnort.

Grundsätzlich wird jeder, der am 31. August des Folgejahres 14 Jahre alt wird oder die siebte Klasse besucht, rechtzeitig vor der Konfirmation angeschrieben. 80 bis 90 Prozent eines Jahrgangs lassen sich konfirmieren. Für viele Kinder ist es für Jahre der letzte intensive Kontakt in der Gemeinde und mit dem Glauben.

Doch wer den Zauber der Konfirmation erfahren hat, werde sich auch als Erwachsener gerne an die Gemeinschaft, die Freundschaften, die Projektarbeiten erinnern, so Diakon Grössel. Auch werde sich der Konfirmand er gerne auf die Synergien besinnen, welche die Konfirmation als bewegendes und besonderes Ereignis freisetze.

Grössel bezeichnete die Vorbereitung als eine Herausforderung und die Möglichkeiten, sich dort einzubringen, als vielfältig. Spezialprojekte werden in der Regel am Mittwochnachmittag erledigt. Sollten die Schulen in Zukunft den Nachmittag für sich beanspruchen, bleibe als Ausweichmöglichkeit wohl nur noch der Samstag übrig.

Den Zuwachs an Mitgliedern aus der jungen Generation in der freien evangelischen Kirchengemeinde ist für Kirchengemeinderätin Susan Hoyer das Ergebnis eines attraktiv gestalteten und dem Zeitgeist entsprechend geformten Gemeindelebens. Dabei regte sie an, vor allem die Gottesdienstgestaltung in ihrer heutigen Form neu zu überdenken. Ende Mai dreht sich das Kirchengemeinderatswochenende in Fischbach um die Schwerpunktthemen der liturgischen Ausgestaltung des Abendmahls und die Entwicklung neuer Strategien in Zeiten knapper werdender Finanzen.

Weitere Themen sind erwünscht. Pfarrerin Dagmar Kreider sieht die Kirche an einem Wendepunkt, da die Berufsgruppe der Pfarrer bis in 15 Jahren derart drastisch abgenommen haben werde, dass viele freie Stellen nicht mehr besetzt werden können.