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Donaueschingen Alpakas und Lamas erobern Baar

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Matthias Holzapfel ist leitender Psychologe des Mediclin Zentrums für Psychische Gesundheit in Donaueschingen. Dort ist er im Außenbereich mit dem Lama Alois unterwegs. Die Tiere werden zu therapeutischen Zwecken eingesetzt. Foto: Archiv/Simon

Donaueschingen/Hüfingen/Bräunlingen - Auf der Baar zählt die Landwirtschaft noch zum gewohnten und gängigen Bild. Hier ein Hof, dort eine Weide mit Vieh, Hühner gackern. Immer mehr gesellen sich zu den gewohnten Tieren aber auch welche, die eigentlich aus einer ganz anderen Gegend der Welt stammen.

Sie kommen aus einer Region, wo sie sich üblicherweise mehrere tausend Meter über dem Meeresspiegel aufhalten. In den südamerikanischen Anden. Die Rede ist von Alpakas und Lamas.

Diese sogenannten Neuweltkameliden sind im Schwarzwald-Baar-Kreis bereits an verschiedenen Orten anzutreffen, von Triberg bis nach Sumpfohren. Exotisch wirken die Vierbeiner dabei schon längst nicht mehr. Man hat ihre Vorzüge erkannt, die sie auch hier in der Region nutzbringend einsetzen können. So, wie es etwa Mathias Friedrich vom Bruggener Breghof tut.

Zum Breghof gehören etwa weiter außerhalb des Ortskerns auch eine Heutrocknungsanlage sowie ein Stall mit Legehennen. Dort sind rund 9000 Hühner unterwegs, die sich auf einer Fläche von rund vier Hektar tummeln können. Im Freien sollen dabei Pappeln die Tiere davor schützen, sich vor größeren Raubvögeln fürchten zu müssen. Eine weitere Gefahr für Hühner ist der Fuchs. Und vor dem schützt man sich in Bruggen mit Hilfe weiterer tierischer Bewohner. Während andere hier etwa auf einen Hütehund zurückgreifen, sorgen hier Alpakas für Schutz.

Tiere schützen Hühner vor dem Fuchs

Vier der Tiere leben direkt beim Hühnerstall. Der fünf Jahre alte Hengst Manfred und die jeweils drei Jahre alten Stuten Wanda, Frieda und Lotte. Sie schützen die Hühner vor dem Fuchs. "Sie haben einen großen Schutzinstinkt und sind sehr interessiert", erklärt Friedrich. Er hat von anderen Landwirten von den Vorzügen der Alpakas erfahren. Wie er sagt, haben die Tiere sich sehr gut eingelebt und seien unkompliziert. Mit niedrigen Temperaturen haben sie kein Problem.

Nähern sich Besucher dem Zaun, kommt Manfred mit dem braunen Fell näher. Er schaut nach dem Rechten, die drei Stuten sind momentan trächtig. Einen Fuchs würde er im Ernstfall auch tottrampeln, ist sich Friedrich sicher. Der wird allein schon deshalb verscheucht, weil die Alpakas auf ihn zugehen, um zu schauen, wer sich ihrem Gehege nähert. Der Nachwuchs, den die drei Alpaka-Damen erwarten, soll dann beim großen Hühnerstall des Breghofs bei den Müttern bleiben.

Probleme mit dem Fuchs hatte auch Katharina Ander­sohn vom Demeter-Hof Bogenschütz in Sumpfohren. Dort hatte man trotz Schutzzaun rund 20 junge Hennen verloren. Aus Langenschiltach kommt schließlich die Rettung: zwei Alpakahengste kommen zu den Hühnern ins Gehege. Seit sie dort mit den Hühnern zusammen unterwegs sind, hat sich kein Fuchs mehr herangewagt.

Eine besondere Verwendung hat eine Gruppe Lamas aus Bräunlingen gefunden. Emil, Fridolin, Karl und Alois gehen mit den Geländespielern und interessierten Wanderern auf Lama-Tour in der Region. Daneben werden sie im Mediclin Zentrum für Psychische Gesundheit und der Mediclin-Klinik am Vogelsang in Donaueschingen zu therapeutischen Zwecken eingesetzt. Um einen Zugang zum Lama zu bekommen, fordere das Tier Aufmerksamkeit. Soziale Interaktion muss erlernt werden. "Es handelt sich dabei um eine ernst zu nehmende Therapie, die auch eine Vor- und Nachbereitung hat",erklärt Matthias Holzapfel, leitender Psychologe des Zentrums für Psychische Gesundheit. Sie sei teilweise sogar den Medikamenten überlegen.

Lamas haben ihren eigenen Kopf

Warum sind gerade Lamas für so etwas geeignet? Sie sind nicht so leicht zu dominieren wie andere Tiere. Erst muss ein Kontakt hergestellt, eine Beziehung aufgebaut werden. In Kombination mit dem entspannten Wesen der Tiere sei das für Patienten mit ihnen besonders gut zu erleben.

Lamas und ihre Verwandten, die Alpakas, gehören zu den sogenannten Neuweltkameliden aus Südamerika. Zu den Altweltkameliden gehören jene Tiere mit Höcker aus Asien oder Afrika. Für Lamas und Alpakas, die zu den landwirtschaftlichen Nutztieren zählen, gelten entsprechende tierschutzrechtliche Bedingungen. So wird etwa eine Weidefläche von mindestens 1000 Quadratmeter benötigt und die Tiere dürfen nicht einzeln gehalten werden.

Die Tiere spucken übrigens hauptsächlich, um die Hierarchie innerhalb der Herde zu regeln. Die gespuckte Flüssigkeit ist kein Speichel, sondern Magensekret. Es kann auch vorkommen, dass Menschen derart angespuckt werden.

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Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

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