Seit fünf Jahren hat das DRK seine Zelte im Lus aufgeschlagen. Der nun geplante Kauf und Umbau des Domizils ist ein Kraftakt. Foto: Anja Bertsch

Nur 50 000 statt der erhofften 120 000 Euro macht die Stadt als Zuschuss für Kauf und Umbau des DRK-Heims im Schopfheimer Lus locker. Nun sucht der Ortsverein nach Lösungen.

„Unverzichtbar“, „an allen Ecken und Enden gebraucht“, „ein echter Vorzeigeverein und wichtiger Partner“: Es war ein wahrer Regen warmer Worte, der in der jüngsten Gemeinderatssitzung auf das Schopfheimer DRK niederging. Ein echter Geldsegen indes war damit nicht verbunden: Mit 50 000 Euro gewährte das Ratsgremium nicht einmal die Hälfte der für Kauf und Umbau des Domizils beantragten 120 000 Euro, und folgte damit einstimmig dem Vorschlag aus dem Rathaus.

 

Reduzierung wegen klammer Kassen

Begründet wurde die Reduzierung mit der angespannten Haushaltslage. Dabei hatte das DRK diese bei der beantragten Zuschusshöhe schon eingepreist, wie aus dem Antrag hervorgeht: „Es ist bekannt, dass für Sportstätten ein Zuschuss durch die Stadt von 30 Prozent der Bausummen möglich ist. Es ist jedoch auch bekannt, dass sich die Städte und Kommunen derzeit in einer sehr schwierigen Lage befinden, weshalb der erhoffte Zuschuss niedriger angesetzt wurde“, hatte Vorsitzender Simon Redling dort geschrieben. Für den konkreten Betrag wurde der städtische Mietzuschuss von jährlich 12 000 Euro zugrundegelegt und hochgerechnet, der durch den Kauf des DRK-Domizils ab kommenden Jahr wegfällt.

Man sei sich bewusst, dass der Wunschbetrag des DRK deutlich höher liege – „aber auch 50 000 Euro sind ein deutliches Zeichen der Wertschätzung“, hatte Thomas Gsell (SPD) im Rahmen der Gemeinderat-Diskussion hinterlegt.

„Dankbar für Unterstützung durch die Stadt“

„Wir sind grundsätzlich sehr dankbar, dass die Stadt uns unterstützt“, betont denn auch Simon Redling als Vorsitzender des Schopfheimer DRK-Ortsvereins gegenüber unserer Zeitung – macht aber zugleich keinen Hehl daraus, dass die 70 000-Euro-Lücke zwischen Antrag und bewilligter Summe die Herausforderungen für seine Truppe nochmals deutlich verschärfen. Zumal die Kosten für das „Projekt eigene Unterkunft“ insgesamt ohnehin in ganz anderen Dimensionen liegen.

930 000 Euro für „Projekt eigene Unterkunft“

930 000 Euro veranschlagt das DRK Schopfheim für Kauf und Umbau des Domizils im Lusring, das es seit 2020 zur Miete nutzt. 530 000 Euro muss das DRK für Kauf von Grundstück und Gebäude berappen. Weitere 400 000 sind für den Umbau veranschlagt: Das Gebäude soll erweitert werden, um die Fahrzeughalle auf das nötige Maß zu verlängern, und um den Schulungsraum zu vergrößern und barrierefrei auszubauen – auf dass neben Erste-Hilfe-Kursen und Lehrgängen künftig auch die Seniorennachmittage hier Einzug halten können, die derzeit noch in der Fahrzeughalle stattfinden.

Stellschrauben für Kosten und Einnahmen gesucht

Seit klar ist, dass der Beitrag der Stadt deutlich geringer ausfallen wird als erhofft, laufen die Überlegungen beim DRK auf Hochtouren: An welchen Stellen auf der Einnahmen- und Ausgabenseite kann geschraubt werden?

Am Kaufpreis selbst ist nach Auskunft der Ortsvorsitzenden nicht zu rütteln. Dieser sei bereits vertraglich geregelt, und ohnehin sei der Besitzer dem DRK schon entgegengekommen. Aktuell sei man mit dem Architekten im Gespräch, um zu überlegen, an welcher Stelle beim Umbau vielleicht doch noch Abstriche und Einsparungen möglich sind. Das freilich sei schwierig: „Es war ja ohnehin kein Prunkausbau geplant“. An kostensparenden Eigenleistungen der Mitglieder wiederum sei auch jetzt schon einiges eingeplant.

Spenden und Kredite für die Finanzierung nötig

Um die Kosten zu decken, will das DRK den größten Teil seiner Rücklagen und Spenden – insgesamt 300 000 Euro – in das Projekt stecken. Dass daneben ein großer Teil des Projekte über Kredite finanziert werden muss, war ohnehin klar. In Gesprächen mit Banken werde aktuell abgeklärt, welcher Kreditrahmen und welche Konditionen möglich sind, erläutert Redling.

Außerdem hofft das DRK auf Spenden. Eine solche Initiative sei vor zwei Jahren bereits erfolgreich gewesen, berichtet der Vorsitzende, und adressiert dabei neben ansässigen Firmen ausdrücklich auch die Bürgerschaft: „Auch über kleinere Beträge kann einiges zusammenkommen.“

Keine weiteren öffentlichen Zuschüsse möglich

Öffentliche Geld von jenseits der kommunalen Ebene übrigens kann das DRK nicht beantragen: „Als unabhängige Hilfsorganisation stehen leider keine Förderungs- oder Zuschussmöglichkeiten zum Kauf und Umbau eines Gebäudes von Bund und Land zur Verfügung“, erläutert Redling.

Trotz der Herausforderungen zeigt sich der Vorsitzende im Namen seines Team guter Hoffnung, dass der Ortsverein im ersten Halbjahr 2026 beginnen kann.

Kontakt zum DRK Ortsverein Schopfheim: Simon.Redling@DRK-Schopfheim.de