In Deutschland sei zu viel reguliert, betonte Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) beim Dollenbergdialog in Bad Peterstal-Griesbach.
„Vom Kopf auf die Beine stellen“, so lautet die Empfehlung von Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) für eine unverkrampfte politische Zukunft: „Wir müssen damit aufhören, dass uns Ideologien diktieren, müssen weniger regulieren. Einen Steingarten muss der Staat nicht regeln.“
Wieder einmal war beim Dollenbergdialog im Spiegelsaal des Fünf-Sterne-Superior-Hotels in Bad Peterstal-Griesbach kein Platz an den weiß gedeckten, runden Tischen frei geblieben. Kretschmer, der in Sachsen mit einer schwarz-roten Minderheitsregierung regiert, war als Referent angekündigt worden.
Wichtige Rolle Baden-Württembergs
Von Dialogchef Willi Stächele (CDU) als „Vollblutpolitiker“ gepriesen, rief Kretschmer auf, in der Politik wieder zum gesunden Menschenverstand zurückzukehren: „Wir haben vergessen, dass wir etwas leisten. Wir müssen unsere Chancen nützen, den Blick nach vorne richten.“ Dies gelte auch für Europa. Wenn man aber etwas in Brüssel ändern wolle, müsse man damit in Deutschland anfangen. Dabei spiele Baden-Württemberg eine wichtige Rolle.
Kretschmer machte an aktuellen Beispielen klar, wie schwer sich die Politik und Gesellschaft tue, zu schnellen und einfachen Lösungen zu kommen. Dabei forderte er Reformen im sozialen Bereich und meldete Zweifel an der CO2-Bepreisung an.
Zuvor hatte sich Michael Kretschmer – mehrfach von Beifall unterbrochen – für die vielseitigen Hilfen bedankt, die Baden-Württemberg nach der Wende als Patenland für das Land Sachsen geleistet hatte. Er wünschte sich ein Wiederbeleben dieser Zusammenarbeit. „Die Südschiene kann durchaus auch über Sachsen gehen“, signalisierte Willi Stächele umgehend Bereitschaft.
Stiftungsprofessuren als Erfolgsgeschichte
Rektor Stephan Trahasch stellte anschließend die Hochschule für Technik, Wirtschaft und Medien in Offenburg vor. Unterstützt von Thomas Burger, Chef der Burger-Gruppe in Schonach, betonte Trahasch die Nähe seiner Hochschule zur Praxis und zu regionalen Unternehmen.
Gemeinsam mit namhaften Firmen – darunter viele Mittelständler – entwickle die Schule für angewandte Wissenschaften ganz unterschiedliche Projekte und betreibe Detail-Forschung. Eine Erfolgsgeschichte besonderer Art seien die Stiftungsprofessuren.
Schließlich gab Mitherausgeber Dirk Notheis einen Überblick über „Cicero“. Das „Magazin für politische Kultur“ werde, so Notheis, „von bürgerlichen Werten“ geleitet. Eindringlich warnte Notheis vor „tiefen Schneisen“, die sich wie in der Autoindustrie in hohem Tempo auch durch die Personalbestände von Verwaltungen und Büros ziehen würden.