Alexander Fischer sitzt an seinem Schreibtisch im Bürgeramt. In der Hand hält er links den offiziellen Reisepass in rot und rechts den vorläufigen Reisepass in grün. Foto: Elena Baur

Mit dem Beginn der Sommerferien heißt es für viele Menschen raus aus den eigenen vier Wänden, Koffer packen und weg. Doch der beantragte Reisepass kommt nicht. Was Bürger jetzt tun können? Unsere Redaktion erkundete sich bei der Stadt Villingen-Schwenningen.

Die Reisezeit beginnt mit den Sommerferien erst so richtig. Viele freuen sich auf diese Zeit und das Reisen in ferne Länder. Ärgerlich nur, wenn es an einem Stück Papier hapert. Doch genau das kann derzeit der Fall sein.

 

Der Reisepass ist schon seit Wochen beantragt, doch ankommen will dieser nicht. Grund ist im Moment das erhöhte Aufkommen an Anträgen bei der Bundesdruckerei in Berlin. Hierbei kommt es derzeit zu Verzögerungen. Doch was können Reisende tun, wenn das Papier nicht kommt? Unsere Redaktion fragte bei der Stadt Villingen-Schwenningen nach.

Mehr als doppelt so lange Wartezeiten

Mit bis zu acht Wochen Wartezeit müssen Betroffene vorerst rechnen. Das ist mehr als doppelt so lang wie die sonst üblichen drei Wochen. Mit einem Expressverfahren geht das auch schneller, aber dafür gibt es auch einen preislichen Aufschlag. Dieser kann drei bis vier Werktage auf sich warten lassen. Derzeit eher auch mal fünf bis sechs Tage, wie Alexander Fischer aus dem Bürgerbüro erklärt.

Für Antragsteller ab 24 Jahren kostet ein Reisepass 70 Euro, bei einem Expressantrag sogar 32 Euro mehr, nämlich 102 Euro. Für Reisende unter 24 Jahren ist es günstiger. Hier liegen die Kosten bei 37,50 Euro bei einem Antrag ohne Express, und mit Express bei 69,50 Euro. Allerdings gilt der Ausweis für unter 24-Jährige auch statt zehn Jahren nur sechs.

Doch gibt es auch eine Möglichkeit, wenn der bereits beantragte Pass nicht mehr rechtzeitig vor Reisebeginn im Bürgeramt Villingen-Schwenningen vorliegt?

Alternativen gibt es sofort im Bürgerbüro

Alternativ bietet das Bürgerbüro vorläufige Reisepässe an, die sofort ausgestellt werden können und 26 Euro kosten. Daher könnte dies eine Option für die anstehende Reise sein, bei der es absehbar ist, dass der Pass nicht mehr rechtzeitig ankommt.

Allerdings sei die Anzahl von Reisepässen so gering, dass die Gültigkeit lediglich ein Jahr betrage, so Fischer. Zur Einreise in einzelnen Ländern werde dieser nicht oder nicht ohne Visum anerkannt. Reisende können sich auf der Internetseite des Auswärtigen Amts unter https://www.auswaertiges-amt.de/de/ReiseUndSicherheit/reise-und-sicherheitshinweise informieren.

2567 Reisepässe seit Januar beantragt

Seit dem 1. Januar wurden bei den Bürgerservicezentren und Ortsverwaltungen der Stadt Villingen-Schwenningen 2567 Reisepässe, darunter 480 Express-Reisepässe, beantragt. Zusätzlich kamen noch 46 vorläufige Reisepässe hinzu.

Derzeit gibt es in Villingen-Schwenningen 752 laufende Reisepass-Anträge und 382 bereits fertiggestellte Reisepässe, die in den Bürgerservicezentren und Ortsverwaltungen noch auf ihre Abholung warten, informiert Fischer.

Längere Wartezeiten auch beim Personalausweis

Das gleiche gilt auch für Personalausweise. Auch hier kommt es zu einer Verzögerung der Ausstellung, da auch diese in der Bundesdruckerei in Berlin gedruckt und anschließend über das Bürgeramt ausgehändigt werden. Hier kann es derzeit zu einer Wartezeit von drei bis vier Wochen kommen.

Die Stadt Villingen-Schwenningen appelliert daher an alle Bürger, dass rechtzeitig geschaut werde, wann die Dokumente ablaufen und sich frühzeitig einen neuen Reisepass oder Personalausweis zuzulegen.

So stellen Bürger einen Antrag

Dies geht ganz unkompliziert persönlich in der zuständigen Passbehörde oder wie im Fall Villingen-Schwenningens über das Bürgeramt in Villingen, Schwenningen und den Ortsteilen. Der Antrag wird vor Ort aufgenommen und einige Personalien geklärt. Mit einem Fingerabdruck und einer Unterschrift wird der Antrag fertig gemacht. In der Bundesdruckerei werden die Dokumente dann gedruckt und über die zuständige Behörde an den Antragsteller ausgehändigt.

Der alte Reisepass oder Personalausweis muss bei der Abholung des neuen Dokumentes abgegeben werden. Wer seinen Reisepass oder Personalausweis behalten möchte, kann diesen vor Ort entwerten lassen und ihn dann als Andenken mit nach Hause nehmen.