Der Oldtimer-Liebhaber Claus Frey hat seinen Traum erfüllt: Seine Doku zeigt die Holzwirtschaft der 1950er Jahre – authentisch nachgestellt mit historischen Forstgeräten.
Claus Frey aus Schwarzenberg ist nicht nur bekennender Oldtimer-Bulldog-Fan und Organisator diverser Bulldog-Treffen, er ist nun auch dank seines Hobbys zu einem Art Filmstar geworden.
Rund 86 000-mal wurde sein Film „Die Holzwirtschaft im Nordschwarzwald in den 1950er Jahren“ bereits in den Sozialen Medien angeschaut und darauf ist er stolz. „Es war mir schon immer ein Anliegen, einmal zu zeigen, wie das alte Gerät damals benutzt wurde und wie die Menschen Holz gemacht haben“, sagt er.
Aufwendig und authentisch
Ein glücklicher Zufall brachte ihn auf einer Veranstaltung mit Georg Prieß von den Hechmecke Studios aus dem Sauerland zusammen, eine Produktionsfirma, die solche Filme drehen kann. „Als ich ihm von meiner Idee erzählte, war er gleich begeistert und so war es dann Ende Oktober soweit, dass wir den Film drehen konnten“, erzählt Oldtimer-Bulldog-Fan Frey.
Freunde helfen mit Wissen und Maschinen aus
Zuvor hatte sich der Sammler von alten Bulldogs, Motorsägen und Forstgeräten viele Gedanken gemacht und ein eigenes Drehbuch für den genauen Ablauf erstellt. Freunde mit dem gleichen Hobby waren sofort bereit zu kommen und mit ihren Maschinen und ihrem Wissen mitzuwirken.
Von der Baumfällung, über das Holzschleifen aus dem Wald bis hin zum Abladen der Langholzstämme von Hand wurde der Reihe nach jede Sequenz aufgenommen und gezeigt, wie es vor rund 75 Jahren bei der Holzernte zuging.
Holzernte war nicht alleine zu bewältigen
„Natürlich musste ich mir auch Kritik über die Gefahren von Sägen ohne Schnittschutzhose oder über das Abladen von riesigen Stämmen ohne Kran anhören, das ist verständlich, aber am Ende ging es mir doch darum, genau zu zeigen, wie aufwendig die Arbeiten damals waren“, erklärt Frey.
Eine Zwei-Mann Säge, die 36 Kilogramm wog, ersparte so manchem Waldarbeiter das Fitnessstudio. Die harte Arbeit im Wald war nicht alleine zu bewältigen. „Die Holzernte war sehr personalintensiv, es gab noch nicht die heutigen Maschinen und Hilfsmittel und es wurden viele Leute benötigt, um das Holz zu schlagen“.
Tief in den Wäldern gedreht
Sägen aus dem Jahr 1944, Zahnstangenkipper aus dem Jahr 1955 und der Langholzwagen aus dem Jahr 1957 bildeten die imposante Filmkulisse für den Dreh und lassen den Betrachter in längst vergangene Zeiten abtauchen und staunen.
Schwarzenberg und Besenfeld als Filmset
Zwei Tage drehten Claus Frey und seine Freunde rund um Schwarzenberg tief in den Wäldern. Auch der Abladeplatz nahe Besenfeld musste als Drehort herhalten. „Wir haben das Holz mit zwei großen Lanz GK Bulldogs im Tandemzug auf den Abladeplatz gezogen, das war schon eine Aktion, die anstrengend und gleichzeitig auch toll war“, schwärmt Frey.
Die Stimmung am Set sei von Anfang an super gewesen, alle seien mit Feuereifer bei der Sache gewesen und hätten viel Spaß gehabt. Selbst Freys 88-jähriger Vater Oskar Frey war dabei und konnte als Zeitzeuge Tipps geben.
Positive Resonanz auf den Dokumentarfilm
Herausgekommen ist ein etwa 30-minütiger Dokumentarfilm über die guten alten Zeiten, in denen das Holzmachen viel körperliche Arbeit bedeutete und die Maschinen nur mit viel Kraft zu bedienen waren.
„Ich finde, es ist wirklich ein guter Film geworden“, freut sich Frey über die gelungene Aktion. „Bisher habe ich viele positive Rückmeldungen bekommen, die moderne Technik heute lässt uns schnell vergessen, wie mühsam es früher war“, sagt er.