Einblick in den Dokumentarfilm „Die Treibende Kraft“, der in Kandern gezeigt wird Foto: Karger Film Kultur und Video

Das Kommunale Kino Kandern zeigt den Dokumentarfilm „Die Treibende Kraft“. Es ist ein Film über Leben und Werk der bei Offenburg lebenden Bildenden Künstlerin Angelika Nain.

Die Filmvorführung findet am Donnerstag, 12. März, ab 20.15 Uhr im Kanderner Kino statt.

 

Wenn Filme über Bildende Künstler ins Kino kommen, dann behandeln sie in der Regel namhafte Persönlichkeiten. Mit seinem Dokumentarfilm „Die Treibende Kraft“ widmet sich der Regisseur Klaus Peter Karger hingegen einer weitgehend unbekannten Künstlerin, die es aber gleichwohl zu entdecken lohnt, wie es in der Ankündigung heißt.

Es verbinden sich bei ihr künstlerisches Schaffen und politisches Engagement. Seit vielen Jahren kümmert sich Angelika Nain um Geflüchtete, hat sich mit Kolonialismus und Postkolonialismus beschäftigt und war mit ihrem Lebenspartner Teil der Crew auf einem Seenot-Rettungsschiff zwischen Libyen und Italien.

Von der Kunst leben

All diese Erfahrungen, aber auch die Reflexion über das Werden und Vergehen im eigenen Garten prägen ihre Werke. „Es war mir ein Anliegen, diesem Menschen, der von einem humanistischen Standpunkt aus handelt, einen Film zu widmen“, sagt der Regisseur, „gerade in dieser Zeit, in der Migration von Teilen unserer Gesellschaft als störend empfunden wird.“

Gleichzeitig stehe Nain, was ihre prekäre Erwerbssituation angeht, exemplarisch für die große Mehrheit der schätzungsweise 50 000 Bildenden Künstler in Deutschland. Vor 30 Jahren hat sie beschlossen, vom Kunstschaffen leben zu wollen. In mehr als 50 Einzel- und Gruppenausstellungen waren seitdem ihre Werke zu sehen – Malerei, Objekte und Druckgrafiken. Doch finanziell auskömmlich war das nie, ohne Nebenjobs kein Künstlerleben, heißt es weiter. Es geht auch um die Frage: Kann man trotzdem ein mit seinem Leben zufriedener Mensch sein?

Wo der Film bisher im Kino lief, habe er viele Zuschauer berührt: Eine Zuschauerin in Tettnang schrieb etwa nach dem Kinobesuch in einer E-Mail: „Ich war tief beeindruckt von ihren Porträts, ihrem künstlerischen Arbeiten und von ihren Einstellungen und der Art, wie sie leben (…) Ich ging bestärkt und beseelt von diesem Abend nach Hause.“

Der Regisseur Klaus Peter Karger ist in Lörrach aufgewachsen. Nach dem Abitur am dortigen Hans-Thoma-Gymnasium hat er eine Redakteursausbildung absolviert und kam auf diesem Weg nach Villingen-Schwenningen, wo er zuletzt als Hörfunkjournalist tätig war.

Mit Publikumsgespräch

Neben seiner Zeitungs- und Hörfunkarbeit hat er immer wieder Kurz- und Langfilme produziert, meist zu dokumentarischen Themen.

Sowohl die Künstlerin als auch der Regisseur werden zum Publikumsgespräch nach der Vorstellung im Kanderner Kino erwartet. Der Film dauert 78 Minuten und wird in der deutschsprachigen Originalfassung gezeigt.

Das Kino mit Bar öffnet um 19.15 Uhr. Tickets gibt es vor Ort, aber auch online unter www.kino-kandern.de. Weitere Infos gibt es unter www.kargerkultur.de.