Der Ortskern von Neubulach hat seinen besonderen Charme. Er soll seinen Charakter behalten, aber auch weiterentwickelt werden. Mit diesen Maßnahmen will die Stadt das gewährleisten.
Die Vorstellungen über die Entwicklung von Neubulach haben sich in den vergangenen Jahren verändert. Jetzt steht fest: Der Ortskern an der Julius-Heuss-Straße (Ortsdurchfahrt) soll seinen dörflichen Charakter behalten. Fehlentwicklungen soll es nicht geben. In den 1980er-Jahren gab es noch andere Ideen, wie sich dieser Ortskern entwickeln soll.
Nach Angaben der Verwaltung will die Stadt die baukulturellen Gegebenheiten in der Julius-Heuss-Straße berücksichtigen. Der dörfliche Charakter solle erhalten bleiben, sagte Stadtplaner Sebastian Stürzel vom Karlsruher Büro Schöffler in der jüngsten Sitzung des Gemeinderates.
Für einst als öffentliche Verkehrsflächen vorgesehene Areale gebe es mittlerweile andere Vorstellungen oder sie seien inzwischen in Privatbesitz, heißt es in der Vorlage zur Ratssitzung.
Fehlentwicklungen verhindern
Außerdem soll nach Stürzels Worten das Aufstellen von Werbeanlagen gesteuert werden. So habe es in den vergangenen Jahren vermehrt Anträge auf das Errichten großformatiger, beleuchteter oder gestalterisch unpassender Werbeanlagen gegeben, „die das Ortsbild nachhaltig beeinträchtigen können“, heißt es in der Sitzungsvorlage: „Solche Werbeanlagen widersprechen dem städtebaulichen Charakter sowie den baukulturellen Gegebenheiten der Stadt Neubulach und führen zu einer städtebaulich unerwünschten Überformung der Ortsdurchfahrt.“ Fehlentwicklungen sollen vermieden werden, so Stürzel.
Stadtrat Andreas Kubesch gab jedoch zu bedenken, dass bei den neuen Planungen auch Dinge ermöglicht werden sollten. Da beruhigte Stürzel. Rein restriktive Bebauungspläne seien nicht zulässig.
Weitere Abstimmungen
Dieter Heselschwerdt fragte, warum das Planungsgebiet nicht bis zur Tankstelle gehe. Heike Stock, Sachbearbeiterin im Bauamt, antwortete darauf, dass Änderungen möglich seien. Stadtplaner Stürzel ergänzte, dass es weitere Abstimmungen gebe und der Bebauungsplanentwurf öffentlich ausgelegt werde.
Letztlich beschloss der Gemeinderat bei einer Enthaltung, den Bebauungsplan „Ortsdurchfahrt Julius-Heuss-Straße“ aufzustellen. Damit sollen die baukulturellen Gegebenheiten dort berücksichtigt und der dörfliche Charakter gewahrt bleiben.
Das Aufstellen eines solchen Bebauungsplanes braucht aber seine Zeit. Deshalb beschloss das Gremium einstimmig eine Veränderungssperre. Nach den Worten von Stadtplaner Stürzel soll sie „unerwünschte Entwicklungen“ verhindern.
Verlängerung möglich
Damit darf die Stadt Bauanträge ablehnen, die den städtebaulichen Zielen dort widersprechen. Die Veränderungssperre gelte für maximal zwei Jahre. Sie sei aber automatisch nicht mehr gültig, wenn ein neuer Bebauungsplan in Kraft trete, so Stürzel. Die Gemeinde dürfe die Frist jedoch um ein weiteres Jahr verlängern. Dazu sei aber ein eigener Beschluss des Gemeinderates nötig, so Stürzel.
Wegen dieser Veränderungssperre lehnte der Gemeinderat in der gleichen Sitzung den Antrag für eine unbeleuchtete 3,80 mal 2,80 Meter große Werbetafel einstimmig ab.