„Kannsch des grad bidde nomol saga?“ – Dominik „Dodokay“ Kuhn synchronisiert Darth Vader und andere mit schwäbischem Mutterwitz Foto: Theaterhaus

Mit schwäbischem Mutterwitz hat Dominik „Dodokay“ Kuhn Darth ­Vader („Kannsch des grad bidde nomol saga?“) oder Barack Obama („Dangge!“) nachsynchronisiert und damit im Internet Millionen Klicks generiert hat. Im ausverkauften großen Saal des Theaterhauses hat er für große Erheiterung gesorgt.

Stuttgart - Er kalkuliert ein, dass manche bei platten Witzen stöhnen – „Ich liebe Kalauer“ sagt ­Dominik „Dodokay“ Kuhn am Dienstag im Theaterhaus. Einer handelt von Elektroherden, die in der amerikanischen Wüste stehen. „Sagt ein Cowboy zum anderen: Wir müssen die Herde nach Wyoming bringen.“

Die Besucher im ausverkauften großen Saal lachen herzhaft. Sie sind dem Reutlinger Sympathikus gewogen, der mit schwäbischem Mutterwitz Darth ­Vader („Kannsch des grad bidde nomol saga?“) oder Barack Obama („Dangge!“) nachsynchronisiert und damit im Internet Millionen Klicks generiert hat. Quasi aus dem Stand füllt er Hallen, von denen andere nur träumen. Diese feilen jahrelang an ihrem Auftritt, ehe sie Erfolg ­haben; bei Dodokay ist es umgekehrt.

Er macht eine Schubkarren-Gang aus dem Jemen zum schwäbischen ­Tuning-Club ­Hasenweiler, in einer Szene aus dem Film „2001“ wird aus dem Bordcomputer HAL der schwäbelnde Harald, der den Entsperrcode fürs Handy nicht herausrückt. Bundestagsdebatten sind bei Dodokay zu Vereinssitzungen des SV 49 Leimerstetten, bei denen umständlich über den Jahresausflug diskutiert wird und wie die Titelmelodie von „Raumschiff Orion“ geht – ­wobei Merkel, Trittin und Westerwelle natürlich Schwäbisch sprechen. Manches macht Dodokay live, etwa eine „Star Wars“-Szene, in der Begriffe aus dem Publikum vorkommen – zum Beispiel „Stäffele“.

„Der Schwabe kommentiert alles, was er sieht“

Im eigentlichen ­Co- medy-Programm witzelt er über die geliebte Doppelkennzeichen-Provinz, aus der er selbst stammt: „Subber hier in Stuttgart, oder? Die bunten Farben, fließend Wasser?“ Die Zuschauer biegen sich vor Lachen.Dodokay schaut dem schwäbischen Volk aufs Maul und in die Seele. Er erzählt, wie er als Kind unter seiner selbstgebastelten Darth-Vader-Maske aus Epoxidharz schwer atmete und die Nachbarin sagte: „Tusch du Staubsauger spielen?“ „Der Schwabe kommentiert alles, was er sieht“, konstatiert er, etwa am Leergutautomaten: „So demers Leergut weg?“ Er mokiert sich über den Ausspruch einer Bauersfrau: „Er hot n’ scheena Tod ghet“ („Woher weiß sie das?), zumal wenn nachgeschoben kommt: „Er isch halt arg ogschickt in’d Ernte nei gstorba.“

Dodokay analysiert Unterschiede in ­Gesprächen über Frisuren bei Frauen (sehr ausführlich) und Männern (sehr kurz), er ­erzählt, wie er sich Radio-Hochdeutsch ­antrainierte und Radio-Jingles einsprach, etwa für die Firma „Sanitär Maier“ – die dann als erste Schwäbisches von ihm wollte.

Anders als vollendete Bühnenkünstler wie Uli Keuler, Ernst Mantel oder Rolf Miller testet Dodokay seinen Live-Auftritt noch, fällt mitunter aus der Rolle, kommentiert sich selbst. Was Dramaturgie und Running Gags angeht, ist er indes schon fast auf Augenhöhe: Der „scheene Tod“ kommt später bei James Bond wieder, und wenn Dodokay am Leergutautomaten Gott trifft, fragt er aus Verlegenheit: „So, demers Leergut weg?“