Markus Treiber, Vorsitzender des Gemeindewahlausschusses, überreichte Wahlsieger Schaack einen Blumenstrauß. Foto: Kugel

Gegen 19.10 Uhr hat am Sonntag Markus Treiber, Vorsitzender des Gemeindewahlausschusses, im Kurhaus das Mikrofon in die Hand genommen und das Ergebnis der Dobler Bürgermeisterwahl verkündet. Es folgte kräftiger Applaus für Christoph Schaack (CDU). Mit Kommentar

Dobel - Der alte und neue Bürgermeister hat 90,06 Prozent der abgegebenen Stimmen erhalten. Dauerkandidat Samuel Speitelsbach kam auf 1,37 Prozent. Die Leerzeile auf dem Stimmzettel füllten 75 Wähler aus (8,57 Prozent). Hier sind laut Treiber 25 Namen eingetragen worden – das Auszählen sei zwar schnell passiert, das Eingeben habe aber gedauert.

"Positiv platt" zeigte sich Schaack erleichtert. Er habe gedacht: Mit 69 Prozent – wie vor acht Jahren – könne er zufrieden sein, schmunzelte der 54-Jährige, "aber 90 nehme ich auch". Die Wahlbeteiligung sei auch okay. Er dankte allen, die an ihn geglaubt hätten. Seine Frau Ina sei ihm übrigens ein riesige Stütze gewesen. Ihm gehe es jetzt richtig gut, in den vergangenen drei bis vier Tagen habe er aber drei Kilo abgenommen.

Zusammen gefrühstückt

Wie der Rathauschef im Gespräch mit unserer Redaktion sagte, habe er am Sonntagmorgen mit der Familie und seinem Vater, der zu Besuch gekommen sei, gefrühstückt. Dann war ein Spaziergang in Ettlingen angesagt. Am Nachmittag habe er zu Hause viel Pfefferminztee zum Wärmen getrunken.

Geschehnisse belastend

Was in den vergangenen Tagen passiert sei, habe ihn durchaus belastet. Wenn der politische Gegner ("BI Bürgermeisterwahl Dobel") kein Gesicht habe und man sich nicht mit ihm auseinandersetzen könne – das sei kein schönes Gefühl. Die Streitkultur im Gemeinderat sei, nebenbei bemerkt, in Ordnung.

Er schaue jetzt nach vorne, so der Wahlsieger, nicht nach hinten. Landrat Helmut Riegger, der Schaack als Erster gratulierte, sagte auf Anfrage unserer Redaktion, dass dieser "einen engagierten Job hier macht". Mit großem Einsatz für die Gemeinde. Es vergehe fast keine Woche, in der der Dobler Bürgermeister nicht im Landratsamt auftauche. Schaack habe es verdient, wiedergewählt zu werden. Er sei mit ganzem Herzen dabei. Bad Herrenalbs Bürgermeister Klaus Hoffmann meinte, mit Schaack gebe es einen kurzen Draht. Er sprach von einer engen Zusammenarbeit der beiden Kommunen.

Großer Einsatz

Unter anderem gratulierten im Kurhaus dem Wahlsieger auch Jochen Borg, stellvertretender Bad Wildbader Bürgermeister, Höfens Bürgermeister Heiko Stieringer, die Marxzeller Rathauschefin Sabrina Eisele und der Karlsbader Bürgermeister Jens Timm. Der Dobler Alt-Bürgermeister Gerhard Westenberger ließ es sich auch nicht nehmen, vorbeizuschauen.

Kommentar: Weiter geht’s

Von Markus Kugel

Von Friede-Freude-Eierkuchen-Stimmung konnte vor der Dobler Bürgermeisterwahl nicht die Rede sein. Obwohl Christoph Schaack mit Dauerbewerber Samuel Speitelsbach keinen ernsthaften Gegenkandidaten hatte, rumorte es plötzlich kräftig kurz vor dem Wahlsonntag. Bürgermeister-Stellvertreter Bernhard Kraft will sein Amt niederlegen, wenn Schaack wiedergewählt werden sollte. Und eine anonyme "BI Bürgermeisterwahl Dobel" legt per Flyer nahe, wie eine Neuwahl erzwungen werden kann. Besonders hoch ist normalerweise die Wahlbeteiligung, wenn die Wähler den Eindruck haben, dass es auf ihre Stimme ankommt – das Ergebnis also offen ist. Das war zwar nicht zu erwarten – vielleicht wollte aber der eine oder andere ein Zeichen setzen, denn 44,79 Prozent sind respektabel. Nach der Bewerbervorstellung wünschte sich Schaack zwar eine Wahlbeteiligung "nicht unter 50 Prozent", doch der alte und neue Bürgermeister wird’s verkraften können. Zumal: Wen interessiert’s noch in ein paar Tagen? Wichtig ist, dass der 54-Jährige die Gemeinde Dobel weiter voranbringt. Dabei darf er freilich sein Versprechen nicht vergessen, bei wichtigen Themen die Bürger künftig noch intensiver mit einzubinden. Und zwar unter der Devise: Keine Kritik hinter vorgehaltener Hand, sondern öffentlich Tacheles reden.