Kirsten Kastner übernimmt eine verantwortungsvolle neue Aufgabe.Foto: privat Foto: Schwarzwälder Bote

Kirche: Kirsten Kastner beendet Tätigkeit

21 Jahre lang hat Kirsten Kastner in der und für die evangelische Kirchengemeinde gearbeitet. Nun widmet sie sich einer neuen Aufgabe – und hinterlässt eine große Lücke.

Dobel. "Sie hat vor über 20 Jahren das Steuer übernommen und das ›Boot Nachbarschaftshilfe‹ in eine neue Zukunft geführt", sagt Ludwig Thon, Pfarrer im Ruhestand und langjähriger Wegbegleiter, über Kirsten Kastner. Jetzt bricht sie auf zu neuen Ufern – die eigentlich nicht neu sind, sondern konsequente Fortsetzung einer ihrer Herzensangelegenheiten: Die Kriseninterventionsmitarbeiterin und Fachberaterin für psychosoziale Notfallversorgung (PSNV) ist seit Anfang März hauptamtliche Koordinatorin für die PSNV im Landkreis Calw.

Dass sie damit nach 21 Jahren Arbeit für und in der evangelischen Kirchengemeinde eine große Lücke hinterlässt, ist allen bewusst. Sie war "Anlaufstelle in der Gemeinde und hat sich darüber hinaus vielfältig und engagiert ehrenamtlich eingebracht", so Gemeindepfarrer Matthias Ahrens und die Vorsitzende des Verbundkirchengemeinderates, Julia Enders. Beide betonen die Verbindung von Glaubensleben und sozialer Arbeit in Kastners Wirken. Schließlich war die gebürtige Doblerin seit 2003 auch Gemeindeassistentin und damit Pfarramtssekretärin mit erweiterten Zuständigkeiten und Kompetenzen – darin auch jene der Einsatzleiterin der Nachbarschaftshilfe Bad Herrenalb/Dobel.

Diese Arbeit hatte sie direkt von der Begründerin und scheidenden Pfarrersfrau Margarete Nothacker übernommen. Hierbei sei besonders das Engagement für die Begegnungsstätte der Nachbarschaftshilfe erwähnt, mehrere Jahre ehrenamtlich geleistet von Kastner und weiteren Mitarbeiterinnen, um pflegenden Angehörigen Entlastung zu bieten.

"Sie war immer für alle Belange Ansprechpartnerin"

Doch auch auf die "normale" Nachbarschaftshilfe schauen viele mit großer Dankbarkeit, wie die langjährige Kirchengemeinderätin Erna Krusche: "Die Kirsten, die hat das immer ganz toll organisiert, dass man als Angehörige sicher war, die zu betreuenden Menschen sind gut versorgt. Und überhaupt: Wenn man Hilfe brauchte, war sie da." Über Kastners Arbeit im Pfarramt erklärt sie wie viele: "Sie war immer für alle Belange Ansprechpartnerin."

Dass sie so viel zurückgeben konnte in ihrer Arbeit, liegt daran, so Kastner selbst, dass sie bereits in der Jugend viele gute Erfahrungen mit der Kirchengemeinde gemacht hat. Schon da sei sie in die Mitarbeit hineingewachsen, hat die Mädchenjungschar viele Jahre lang geleitet, war in der Mutter-Kind-Gruppe aktiv, hat sich mit dem Musical-Projektchor und in der Frauenarbeit eingebracht. Unvergessen sind Einsätze wie beim Seniorenadvent, wo Kirchen- und bürgerliche Gemeinde in den vergangenen Jahren ein eingespieltes Team wurden. "Sie war immer präsent!", lobt Altbürgermeister Gerhard Westenberger, "und stets mit einem freundlichen, positiven Gesicht. Sie war außerdem Bindeglied zwischen Pfarrer und Gemeinde." Dass Kirsten Kastner die Schaltzentrale, so etwas wie Hirn, aber auch Herz der Kirchengemeinde verkörperte, weiß keiner besser als der frühere Pfarrer Thon: "Ihre Aufgaben in Pfarramt und Nachbarschaftshilfe haben sich wunderbar und segensreich ergänzt. In der Pfarrgemeinde war sie kostbare Stütze – auch für mich."

Dass sie nun ebenso große Freude und Erfüllung in ihrer neuen Tätigkeit findet, das wünschen Kastner alle.

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