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Dobel Von der "Doppelten Redoute auf dem Tobel"

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Bernhard Kraft zeigt: Hinter solchen Feldsteinmauer-Schanzen verschanzten sich die Soldaten Ende des 18. Jahrhunderts bei der "Schlacht am Dobelberg".Foto: Gegenheimer Foto: Schwarzwälder Bote

Zur zweiten Themenwanderung der Dobler Touristik tauchten 25 Teilnehmer tief ein in die Geschichte des 18. Jahrhunderts. Sie entdeckten, geführt von Schwarzwald-Guide Bernhard Kraft, Spuren historischer Verteidigungsanlagen um Dobel.

Dobel. Nach einer Einführung am Dorfplatz nahm Kraft die Geschichtsinteressierten aus Dobel selbst, aus Nachbarorten aber auch aus dem Enzkreis bis hin zu Feriengästen mit hinauf zum Wasserturm, um von dort quer über das Feld – das einstige Redoutenfeld – dahin zu wandern, wo wohl einst die "Doppelte Redoute auf dem Tobel" gestanden hat.

Dort, südwestlich des Ortes, in Nachbarschaft des heutigen Ausweichsportplatzes, erklärte Kraft den interessierten Mitwanderern, wie Dobel hintereinander seit Ende des 17. Jahrhunderts mehrfach Teil von Verteidigungslinien infolge kriegerischer Auseinandersetzungen bei Erbfolgekriegen war.

Barrikaden aus Baumstämmen

So gab es, nach der Schwarzwaldlinie, die bereits in den 1690er-Jahren von der Alexanderschanze auf dem Eiberg her errichtet wurde, bedingt durch den spanischen Erbfolgekrieg ab 1707 als Bestandteil der "Ettlinger Linie", beginnend im Eyachtal bis nach Spessart, in Dobel nicht mehr nur Verhaue im Wald, also Barrikaden aus Baumstämmen, die französische Truppen aufhalten sollten, sondern eine hölzerne Redoute, eine geschlossene Feldschanze.

Kampfhandlungen gab es hier wohl keine, so Kraft, doch Taufbucheintragungen im Ort belegten den Aufenthalt soldatischer Wachmannschaften. Mit einer Skizze machte Kraft anschaulich, wie rund 30 Jahre später die "Doppelte Redoute", eine quadratische Anlage mit immerhin 45 Metern Kantenlänge und einem fünf Meter breiten, doppelten Wall samt Palisaden, ausgesehen haben muss. Diese entstand aufbauend auf dem hölzernen Vorgänger, aufgerüstet im polnischen Erbfolgekrieg. Angegriffen wurde sie, weil "im Gebirge gelegen", ebenfalls nicht. Ihr weiteres Schicksal – wahrscheinlich wurden die Wallanlagen eingeebnet – verliert sich im Dunkel der Geschichte. Immerhin gebe es für das Areal noch die alte Bezeichnung "In der alten Linie".

Auf dem Linienweg ging es weiter für die Geschichtswanderer, hinunter in Richtung Brenntenwald, wo Kraft den Abzweig zum Jägerweg zeigte, entlang dessen noch Reste alter Verteidigungslinien Richtung Dobeltal zu entdecken seien.

Und schließlich ging es zu einem anderen geschichtsträchtigen Ort, nämlich entlang des Schanzenwegs zu Resten alter Schanzen, also Feldsteinschutzriegeln aus der Zeit der Koalitionskriege. Aufzufinden sind sie oberhalb der Landesstraße nach Bad Herrenalb im Wald.

Detailreich schilderte der Heimatkenner die Auseinandersetzung bei der als "Schlacht am Dobelberg" in die Geschichte eingegangenen Auseinandersetzung von 1796, die im Übrigen eben nicht in Dobel, sondern unweit des heute noch als "Franzosenäcker" bekannten Areals oberhalb Rotensol stattfand. Jedenfalls soll bei kaiserlich-österreichischen wie französischen Truppen "Blut wie Wasser geflossen sein". Nur eine List brachte den Franzosen seinerzeit den Sieg.

Zum Wanderabschluss gab es einen Slivovitz-Umtrunk für sämtliche Mitwanderer, von der veranstaltenden Gemeinde eingedenk der ebenfalls an der Schlacht beteiligten Slawonen spendiert.

Übrigens können die historischen Anlagen selbst erwandert werden, sobald der orts- und waldhistorische Erlebnisweg fertiggestellt ist. Die zugehörigen Informationstafeln sind in der Entstehung.

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Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

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