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Dobel Streit um Baumzelte geht in nächste Runde

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Zankapfel Baumzelt: Ein Problem war, dass im vergangenen Jahr mehr Zelte hingen als erlaubt waren. Foto: Archiv/Gegenheimer

Dobel - Übernachtung im Baumzelt – das war 2017 eine tolle Idee, um Touristen nach Dobel zu locken. Jetzt werden Veranstalter und Gemeinde Dobel wohl nicht mehr zusammenkommen. Der Gemeinderat hat zu Baumzelten im Staatswald vergangene Woche "Nein" gesagt. Das Thema ist damit aber noch nicht vom Tisch.

Veranstalter Heiko Becker wehrt sich gegen Aussagen, die in der Sitzung getätigt wurden. Diese seien "falsch und teilweise geschäftsschädigend". Er sei komplett enttäuscht, so Becker. Er habe sehr viel Energie umsonst investiert – gerade jetzt sei eigentlich die Zeit, in Tourismus vor Ort zu investieren. Dobel verpasse hier eine einmalige Chance.

Antrag auf neues Waldstück abgelehnt

Der Gemeinderat hatte Ende Juni bereits den Antrag Beckers für ein neues Waldstück im Gemeindewald in nicht öffentlicher Sitzung abgelehnt. Der alte Vertrag für das Areal an der Höhenstraße war zum 30. September 2019 ausgelaufen.

Rückblick: Im Juli 2017 macht der Dobler Rat den Weg frei für einen Vertrag Beckers mit der Gemeinde über ein Areal an der Höhenstraße. Bis zu sechs Baumzelte dürfen aufgehängt werden. Pacht ist keine zu entrichten, es handelt sich um einen kostenfreien Gestattungsvertrag. Zwei Jahre passiert nichts, 2019 macht Becker Gebrauch davon. 558 Übernachtungen verzeichnet er im Sommer 2019 in Dobel. Für die Becker verlässlich Kurtaxe abführt, wie Bürgermeister Christoph Schaack bestätigt. Weil es gut läuft, hängt der Outdoor-Unternehmer auch mal mehr als sechs Zelte auf, was in Dobel zu Unmut führt.

Jagdpächterin Silke Saur-Nagel dokumentiert auf Fotos elf Zelte gleichzeitig, teilweise weiter im Waldinneren. Bürgermeister Schaack ermahnt zum Abbau der überzähligen Zelte. Er habe der Verwaltung einen Antrag zur Erweiterung auf zehn Zelte vorgelegt, sagt Becker, aber der sei nicht bearbeitet worden. Der Bürgermeister hält dagegen, dass die forst- und naturschutzrechtliche Genehmigung ausdrücklich nur sechs Zelte vorgesehen habe, auf die Einhaltung dieser Grenze habe man bestanden.

Was die Lage zuspitzt: Seit Herbst 2018 ist der Gemeindewald Dobel neu jagdverpachtet. Pächterin Saur-Nagel weiß zunächst nichts vom Gestattungsvertrag. Becker wiederum weiß nichts von der Jagdpacht – Interessenskonflikt vorprogrammiert. Saur-Nagel entdeckt die Zelte kurz nach dem ersten Installieren. Sie sieht wie Becker eine Gefahr für Menschen, zum Beispiel durch eine angeschossene Wildsau im Fall einer Jagd. Für die Folgen möchte sie nicht haften. Also großräumig keine Jagd mehr im Areal. Die Jagdpächterin kontaktiert die Gemeinde. Der Bürgermeister erklärt, dass "zum Zeitpunkt der neuen Jagdverpachtung nicht mehr mit der Aufstellung von Baumzelten gerechnet worden sei." Saur-Nagel wird ein Teil der Jagdpacht für 2019 erlassen. "Aber darum ging es mir nicht", stellt sie klar, "es ist der Sicherheitsaspekt, der zählt." Die Störung des Wildes durch die Touristen in der Nacht bleibt ihr ein Dorn im Auge.

Konzept bemängelt

Dem neuen Areal im Staatswald, das Becker jetzt nutzen möchte, könnte sie, wie berichtet, "im Prinzip sogar zustimmen". Nicht so die Mehrheit des Gemeinderates: Verlässlichkeit und Konzept werden bemängelt, zum Beispiel für Brandschutz und Erschließung.

Becker sagt, er habe mehrfach mit der Verwaltung, mit Bürgermeister Schaack und Bauamtsleiter Jürgen Gall, Kontakt gesucht, in welcher Form der Antrag am besten zu stellen sei, habe absichtlich mehrere Versionen der Lage der Zelte geliefert. Er habe nicht die gewünschte fachliche Unterstützung erhalten. Der Rathauschef stellt klar: Man habe Becker immer wieder Hilfestellung gegeben, Gespräche geführt. Zum korrekten Ausgestalten von Anträgen sei das Rathaus jedoch nicht der richtige Ansprechpartner. Er habe Becker geraten, sich einen Unternehmensberater hierfür zu suchen.

Seit Anfang Juli liegt der neue Bauantrag bei der Baurechtsbehörde am Landratsamt Calw. Wie diese Woche dort zu erfahren war, fehlt auch dem Amt unter anderem eine Konkretisierung auf eine der drei Zelt-Lagepläne sowie eine Einverständniserklärung des Grundstückseigentümers, ForstBW für den Staatswald. Damit konnte die baurechtliche Zulässigkeit noch nicht abschließend beurteilt werden. Becker will das – noch – durchziehen. Aber "nach den vielen Enttäuschungen" künftig doch lieber an einem Ort B, den er nicht nennen möchte, seine Baumzelte aufhängen.

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Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

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